Eiscreme Ein Jahr zum Dahinschmelzen

Auch 2018 sorgen die Hersteller für viel Impulseis-Neuheiten. Convenience Shop weiß jetzt bereits mehr.

Dienstag, 06. März 2018 - Tiefkühlkost & Eis
Thomas Klaus
Quelle: Gettyimages

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Viele Betreiber von Eisdielen müssen sich warm anziehen, und schuld daran ist nicht das Wetter. Wahrer Grund: Industriell hergestelltes Eis nimmt in der Gunst der Verbraucher weiter zu. Des einen Freud, ist des anderen Leid: Wandert weniger Eis in Eisdielen über den Tresen, wird unter Umständen mehr in Tankstellen, Kiosken und Co. abgesetzt.

Regionales Obst statt exotischer Früchte

Die Nachfrage des Konsumenten geht in Richtung einer gesünderen, frischen und fettarmen Ernährung. Auf den Eis-Genuss wollen viele Konsumentinnen und Konsumenten nicht verzichten, aber sie möchten weniger Kalorien zu sich nehmen und noch mehr Frische auf der Zunge verspüren. Beim Eis führte lange Zeit an exotischen Früchten kein Weg vorbei. Inzwischen ist regionales Obst groß im Kommen. Gerne darf es phantasievoll kombiniert werden.

Smoothies als Eis – dieses Angebot wird den Hintergrundgesprächen zufolge in diesem Jahr voraussichtlich ebenfalls gefragt sein. Es besticht unter anderem mit der Möglichkeit zu außergewöhnlichen Kombinationen wie zum Beispiel Obst mit Spinat, Karotten, Zucchini, Minzblättern, Kräutern und Gewürzen.

Smoothies als Eis kommt vor allem für junge Menschen in Frage, die auf neue Sinneserfahrungen neugierig sind, aber dabei zugleich auf ihre Ernährung Wert legen. „Leichtigkeit und Genuss zugleich“ – so lautet dabei das Credo.

Die aktuellsten Zahlen zum Speiseeismarkt in Deutschland bilden das Jahr 2016 ab. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 7,9 Litern; um die 8 Liter pendelte er sich auch stets in den vergangenen zehn Jahren ein. Abgesetzt wurden 529,3 Mio. Liter (2015: 528,9 Mio. Liter) und damit ein Umsatz von 2,07 Mrd. Euro erzielt (2015: 2,06 Mrd. Euro). Von diesen 529 Mio. Litern entfielen rund 35 Mio. auf Impulseis. Das entspricht einem Anteil von 7 Prozent am gesamten Sortiment. Offizielle Zahlen für 2017 kann der BDSI allerdings erst Anfang März vorlegen, aber der Verband rechnet nicht damit, dass die Erfolgskurve auf dem erreichten hohen Niveau einknicken wird. Schließlich atmet Eis auch jede Menge Zeitgeist ein, heißt es.

BDSI-Geschäftsführer Ernst Kammerinke begründet das im Exklusiv-Gespräch mit Convenience Shop so: „In der heutigen, von Stress und Hektik geprägten Zeit verbinden Verbraucher das Eisschlecken mehr denn je mit Entschleunigung, einer kleinen Auszeit, Spaß und Lebensfreude. Außerdem lässt sich eine Eis-Pause unterwegs oder zu Hause einfach in jeden Tagesablauf integrieren.“ Nach erster Schätzung des BDSI verlief das Eisjahr 2017 in Deutschland bei Absatz, Umsatz und Pro-Kopf-Verbrauch stabil auf dem Niveau des Jahres 2016.

2018 werde ebenfalls zu einem „Jahr zum Dahinschmelzen“ werden, ist sich Kammerinke sicher. Die Speiseeisindustrie habe viele neue abwechslungsreiche Eis-Kreationen in sämtlichen Segmenten (Impulseis, Multipackungen, Haushaltspackungen und für den Gastronomie-Bereich) vorbereitet, die ab dem Frühjahr 2018 in die Eistruhen kommen. Ferner würden die Angebote für den laktosefreien oder veganen Genuss ebenso wie das Bio-Eissortiment weiter zulegen.

Eis-Stimmung wird nach Kammerinkes Überzeugung wieder das ganze Jahr über aufkommen und nicht nur im Sommer: „Jedes fünfte Eis wird im Herbst und Winter geschleckt.“Im deutschen Handel werden sogar bereits 24 Prozent der Umsätze mit Speiseeis in den Monaten Oktober bis Februar erwirtschaftet.