Snackification Back Snacks werden zum Wachstumsmotor in Shops

Back Snacks sind die neuen Stars im C-Geschäft. Sie sind warm, handlich – und treffen exakt das, was mobile Verbraucher heute erwarten. C-Stores , Tankstellen und SB-Backstationen wachsen dynamisch. Der Snack wird zur Mahlzeit, das Bistro zur Mini-Gastro.

Donnerstag, 17. September 2026, 06:31 Uhr
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Bildquelle: Ditsch

Die Entwicklung im Convenience-Kanal zeigt seit Jahren in eine Richtung: mehr Snacks, mehr Frequenz, mehr Umsatz. Die Branche hat sich professionalisiert, digitalisiert und neu erfunden. Backsnacks stehen dabei im Zentrum eines strukturellen Wandels, der weit über Laugenbrezel & Co. hinausgeht. Sie  profitieren massiv vom Trend zur Snackification. Denn Verbraucher essen häufiger, kleinere Mahlzeiten und vor allem unterwegs. „Viele Verbraucher greifen unterwegs lieber zu einem Snack statt zu einer klassischen Mahlzeit“, sagt Steffen Göhringer (Foto), Head of Growth, Innovation & Product bei Ditsch.

Und Convenience Shops und Tankstellen sind genau die Orte, an denen diese Verzehranlässe entstehen – morgens auf dem Weg zur Arbeit, mittags zwischen Terminen, nachmittags als Impulskauf, abends im Feierabendverkehr.

Zeichen stehen auf Wachstum

Die Marktdaten belegen die Dynamik: Tankstellen-Bistros steigern ihre Snackumsätze jährlich um vier bis sechs Prozent vor allem durch warme Produkte, Bundles und sichtbare Frische. SB Backstationen im LEH erreichen inzwischen 70 Prozent Marktanteil bei Backwaren – ein Wert, der vor wenigen Jahren undenkbar war. BackWerk, ein Format der Schweizer Valora Gruppe, erzielte im vergangenen Jahr 209 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von 3,9 Prozent, und Convenience Bistros gelten als die wachstumsstärksten Foodservice Formate. Bis 2030 wird der Back-Snack -Markt voraussichtlich um 15 bis 20 Prozent wachsen, während Tankstellen Bistros ihren Snackumsatz sogar verdoppeln könnten.

Jederzeit etwas Warmes und Frisches

Der Convenience-Kanal profitiert von mehreren strukturellen Faktoren: hohe Mobilität, Pendlerströme, flexible Tagesabläufe und die Erwartung, jederzeit etwas Warmes, Frisches und Handliches zu bekommen. Betreiber reagieren mit klaren Daypart Strategien. Morgens dominieren Croissants und süße Teilchen, mittags herzhafte Laugenprodukte, belegte Brötchen und warme Snacks, nachmittags Mini Snacks und Kaffee, abends sättigende Produkte wie Laugenstangen oder Pizza Snacks. Diese Sortimentslogik steigert Frequenz und Marge – und sie passt perfekt zu den Konsumgewohnheiten moderner Convenience Kunden.

Produkte müssen einfach funktionieren

Technik spielt eine zentrale Rolle. Highspeed Öfen ermöglichen frische Optik, schnelle Zubereitung und konstante Qualität. „Highspeed Ofen Konzepte gewinnen an Bedeutung. Sie entkoppeln Vorbereitung und Zubereitung voneinander und schaffen zusätzliche Flexibilität“, erklärt Göhringer. Gleichzeitig müssen Produkte für das Personal einfach funktionieren. „Das Personal übernimmt häufig viele Aufgaben gleichzeitig. Deshalb sind Konzepte gefragt, die schnell umgesetzt werden können und zuverlässig ein gutes Ergebnis liefern.“ Convenience heißt hier: wenig Aufwand, wenig Fehlerquellen, hohe Verlässlichkeit. Wie dies erfolgreich funktionieren kann, zeigen auch Konzepte wie Fresh+Tasty bei Aral oder die Snackgastronomie bei Hoyer, Esso Baiersbronn oder Team Energie mit klaren Abläufen, starker Markeninszenierung, Self-Checkout oder sogar Serviecerobotern.

Laugengebäck liegt weiter im Trend

Auch Produkttrends verändern sich deutlich. Proteinreiche Snacks, vegane Alternativen, Swicy Kombinationen und One Hand Eating dominieren die Entwicklung. Besonders stark bleibt Laugengebäck. „Laugengebäck liegt weiterhin im Trend, weil es vielseitig einsetzbar ist und zahlreiche Verzehranlässe abdeckt“, so Göhringer. Neue Produkte wie die XL Laugenbrezel mit Schwarzwälder Schinken, der Pizza Snack Thunfisch oder die vegane Pizza Snack Margherita bedienen unterschiedliche Zielgruppen – von klassisch bis pflanzlich. Gleichzeitig sorgen Hybridprodukte wie Croffles oder Pizza Donuts für Impulskäufe und darüber hinaus auch Social Media Tauglichkeit.

Wenige Handgriffe – mehr Wertigkeit

In der Praxis zeigt sich, wie stark Convenience und Innovation zusammenwirken. Fertig gebackene oder schnell regenerierbare Snacks erleichtern den Alltag im Shop. Ditsch liefert über 30 erprobte Anwendungsideen, wie aus einer einfachen Laugenstange ein warmer Pulled Chicken Snack oder ein Laugen Bacon Breakfast Burger wird. „Mit wenigen Handgriffen wird aus einem klassischen Laugenprodukt ein attraktiver warmer Snack für jede Tageszeit“, sagt Göhringer gegenüber Convenience Shop.

Auch Tankstellen-Betreiber Team Energie zeigt wie es geht. Das Unternehmen steigerte seinen Snackumsatz durch digitale Coupons und Hybridtechnik in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt – ein Ergebnis er Kundenansprache. Hybridöfen ermöglichen schnelle Zubereitung, während digitale Coupons zusätzliche Kaufimpulse setzen. Das Unternehmen setzt zudem auf pflanzliche Optionen mit „Vriendly“-Zertifizierung, die neue Zielgruppen erschließen sollen. Die Kombination aus Technik, Sortiment und smarter Vermarktung macht die Frisch-Bar-Bistros zu einem der innovativsten Konzepte in den Shops. Insgesant also wächst das Segment in den C-Stores, weil sie verstehen, wie moderne Verbraucher essen.