Snacking-Alternativen Vom Impulskauf zur Mini-Mahlzeit

Ready-to-eat, pflanzlich, nahrhaft – die nächste Generation veganer und vegetarischer Convenience-Snacks ist multifunktional. Dabei spielen mehr Protein, fermentierte Produkte sowie insgesamt weniger aber natürlichere Zutaten eine Rolle.

Mittwoch, 27. Mai 2026, 17:31 Uhr
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Bildquelle: Rügenwalder Mühle / Intersnack

Ob herzhaft oder süß, bei Snacking-Alternativen geht es immer mehr darum, dass die Produkte schmackhafte Multitalente sind, auch im Convenience-Markt. Dieser Anspruch mündet auch in neue Unternehmens-Kooperationen. So haben Rügenwalder Mühle und Intersnack Deutschland seit April gemeinsam die „Veganen Mühlen Crispies Chio Wild Paprika“ auf den Markt gebracht, eine fleischlose Alternative zu Chicken Nuggets, in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Dabei setzt man auf das Originalgewürz der Chio Tortillas Wild Paprika von Intersnack. Das Ergebnis ist eine neuartige Kombination aus scharfem Gewürz und knuspriger Panade, warm und kalt genießbar. „Wir verbinden Genuss, Innovation und den Zeitgeist pflanzlicher Ernährung – und schaffen so neue Berührungspunkte für unsere Marke jenseits des klassischen Snack-Regals“, erklärt Vana Knoepfel, Marketing Director Intersnack und Mitglied der Geschäftsleitung.

Klassiker vegan oder vegetarisch

Haupttrends, auch bei veganem und vegetarischem Snacking, sind mehr Protein, fermentierte Produkte sowie insgesamt weniger aber natürlichere Zutaten. Premiumsegmente nehmen zu und viele Klassiker gibt es auch in veganen oder vegetarischen Varianten.  Vegane Chips erfreuen sich hier zu Lande mit mehr als 15 Prozent Wachstum jährlich überdurchschnittlicher Beliebtheit. So erfahren auch die klassischen Knabberartikel eine alternative und „grüne“ Rundumerneuerung: Chips und Cracker auf Basis von Linsen, Kichererbsen sowie anderen Hülsenfrüchten bieten proteinreichere, vegane Alternativen zu herkömmlichen Produkten. Gleichzeitig sorgen neue Gewürzrichtungen und Rezepturen für mehr Abwechslung im Snackregal. Der Trend geht hin zu Produkten, die sowohl geschmacklich als auch ernährungsphysiologisch überzeugen. So erweitern immer neu Rohstoffe wie Lupine, Ackerbohne oder Favabohne den Snackmarkt.

Schneller Genuss ohne schlechtes Gewissen bleibt die Devise. Dabei gewinnen vegane Hülsenfrüchte-Puffs – zum Beispiel aus Kichererbsen – vor allem bei jüngeren Käufern an Bedeutung und ersetzen zunehmend die klassischen Maisflips im Healthy Snack-Segment. So setzt auch dm in seinem Sortiment vermehrt auf solche Alternativen und will diese weiter ausbauen. Rewe erweitert ebenfalls sein Eigenmarkensortiment im Bereich Kichererbsen-Chips und Hülsenfrucht-Snacks, um den Markt nicht den zahlreichen neuen Startups zu überlassen, die gesundes Snacking im Fokus haben.

Eigenmarken im Bio-Segment

Um gesundes, natürliches Snacking geht es auch bei neuen Nuss-Frucht-Kombinationen im Drogeriemarktbereich. So bietet dm mit dem veganen „Trail Mix“, eine herzhaft-süße Snack-Kombination aus Tamari-Mandeln, Erdnüssen, Rosinen und Bananenchips, als Erweiterung des Studentenfutters. Dieses Eigenmarken-Bio-Segment soll um weitere Varianten wachsen. Auch Rossmann greift mit „Enerbio / Power System“ den gesunden Snacking-Trend auf.

Die Verbraucheransprüche steigen auch, wenn es um süßes veganes und vegetarisches Snacking geht. Mit 27 Prozent Wachstum bei veganer Schokolade und Süßwaren im Jahr 2024, zeigt sich das Segment umsatzstark. Zu den Topmarken zählen Katjes und Ritter Sport. So stellte die Marke Treets aus dem Hause Piasten im Frühjahr dieses Jahres ihr gesamtes Sortiment auf rein pflanzliche Produkte um, um dem wachsenden Markt für und der steigenden Nachfrage nach alternativen Ernährungsweisen gerecht zu werden. Milchbestandteile ersetzt der Hersteller unter anderem durch Alternativen wie Sonnenblumenkern-Schokolade. Die Range beim süßen Snacking reicht vom veganen Protein-Sweets und Riegel bis hin zu Schoko-Snacks mit Hafer-, Nuss- oder Bohnenprotein. Gesünder ist auch hier Trumpf. Zuckeralternativen in den Produkten – wie Dattelsüße – werden bei der Kundschaft beliebter. Gesundheitsbewusste Snacker greifen zudem immer häufiger gleich zu gefriergetrocknetem Obst. Zum Beispiel vom Naturkost-Spezialisten und Familienunternehmen Kluth, das sich auf Nüsse und Trockenfrüchte im Premiumsegment, unter anderem Mango, Aprikosen, Cranberrys oder Erdbeeren, spezialisiert hat.

Hersteller KoRo ist bei beim Snacking ein Trend- und Nischenplayer mit starkem Wachstum: 92 Prozent des Sortiments sind vegan, 98 Prozent vegetarisch. Zur Range gehören beispielsweise Bio-Energy-Balls in verschiedenen Varianten, darunter Himbeere- oder Kokosfüllung, gefriergetrocknetes Obst oder geröstete und gesalzene Edamame Bohnen sowie Rote-Beete-Chips. Viele Produkte enthalten keinen Zucker.

Statt Frühstück oder kleiner Mahlzeit

Snacking ersetzt immer mehr das Frühstück oder kleine Mahlzeiten. Daher steht neben den Inhaltsstoffen vor allem der Geschmack im Fokus. Abwechslungsreich soll es sein. Laut aktueller Studien werden vor allem neue und exotischere Geschmackskombinationen immer beliebter. Snacks bekommen dabei immer mehr den Anschein von „Mini-Health“-Produkten. Snacking entwickelt sich demnach zunehmend zur Antwort auf den hektischen Alltag. Diese „Snackification“ als neue Esskultur entspricht dem Bedürfnis vieler Konsumenten und Konsumentinnen nach schnellen, aber gesunden Ernährungsoptionen im Alltag.