Dorfläden Kaufen im Ort

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Existenzgründer können je nach Bundesland auf verschiedene Fördermöglichkeiten zurückgreifen. Z.B. kann im Ländle bei der Landesbank BW, teilweise in Kooperation mit KfW, ein zinsverbilligtes Gründungsdarlehn beantragt werden. Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg übernimmt hierbei eine Ausfallbürgschaft in Höhe bis zu 80 Prozent der Kreditsumme. Der bürokratische Aufwand hält sich dabei tatsächlich in Grenzen. Gefördert durch das Land Baden-Württemberg werden auch Beratungen, z. B. durch die Unternehmensberatung Handel, eine Tochter des Handelsverbandes Baden-Württemberg. Der hat gemeinsam mit dem Finanz- und Wirtschaftsministerium des Landes einen Leitfaden zur Nahversorgung aufgelegt.

Der Dorfladen wird niemals ein Konsumtempel, aber immer eine besondere Spezies sein. Er kann freiwerdende Standorte besiedeln, funktioniert allerdings nur bei entsprechenden Voraussetzungen. Wer erinnert sich noch an einen gewissen Rudolf Haberleitner und sein ambitioniertes Projekt „Daily“ als Schlecker-Nachfolger und Revolutionär der Nahversorgung? Daily steht u.a. für die engen Grenzen der Wirtschaftlichkeit in der Nahversorgung, sofern man überhaupt von einem Start des Konzeptes in Deutschland reden konnte.

Schwer einschätzbar sind die Einflüsse des Online-Handels auf die Nahversorgung im ländlichen Raum. Derzeit fokussieren die „Onliner“ sich überwiegend auf die Ballungsräume. Bei der Grundversorgung in kleineren Ortschaften kann man die Akzeptanz bislang noch in Zweifel ziehen. Vor allem die kommunikative und soziale Komponente des Einkaufens fällt weg. Das gilt ebenso für den mehr oder weniger kontaktarmen Einkauf im Discounter, der vor wenigen Jahren als Nahversorger der Zukunft wegen der weiteren Verdichtung prognostiziert wurde. Aber es gibt Dinge, die nur ein Dorfladen bietet und der damit seine Einzigartigkeit untermauert, wenngleich auf kleiner Basis.

Fotos: Dorfladen-Netzwerk Stadler, Pütthoff