Blick über die Grenze Österreich setzt Zeichen

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Zu behaupten, der österreichische Convenience-Markt sei weiter entwickelt als der deutsche, wäre vermessen. Aber es gibt im Nachbarland Ansätze, die durchaus auch für den deutschen Markt interessant sind – vor allem was die Kooperationen zwischen Handel und Mineralölgesellschaften angeht. Ein Blick über die „Grenze“ lohnt sich also.

Spätestens seitdem Aral und Rewe in Deutschland bekannt gegeben haben, gemeinsam neue Shop-Konzepte an Tankstellen zu testen, ist die Convenience-Branche hier zu Lande in heller Aufregung. Mit Grund, denn sollten die Tests erfolgreich sein, wird es zu einem Roll Out kommen und das wird den Convenience-Markt in Deutschland verändern. Doch was hier in den vergangenen Wochen für reichlich Gesprächsstoff sorgt, ist in Österreich eigentlich schon länger gängige Convenience-Praxis. Dort setzen einige Mineralölgesellschaften bereits seit längerem auf Partnerschaften mit dem Lebensmittel-Einzelhandel. Interessant sind hier aus deutscher Sicht vor allem zwei Kooperationen: Erstens die zwischen BP und Merkur, die ihre Zusammenarbeit bereits 2012 nach einer erfolgreichen Testphase intensiviert haben. Der Roll Out ging zwar nicht so flott von statten, wie angekündigt, aber immerhin haben bis heute rund 40 Merkur inside-Stores eröffnet. Bis 2015 soll sich deren Anzahl noch verdoppeln. Und zweitens die Handelskette Billa, die mit Stop und Shop in mehr als 120 Jet-Stationen die Shop-Marke bildet. Diese zwei Konzepte sind deshalb besonders interessant, da sowohl Merkur als auch Billa zum Handelskonzern Rewe gehören, der inzwischen mit der BP-Tochter Aral in Deutschland experimentiert. Im Klartext: Sowohl Aral, als auch Rewe verfügen bereits über Erfahrungen. Und zwar aus unserem Nachbarland Österreich. Natürlich ist keine Eins zu Eins-Umsetzung möglich. Dazu sind die Märkt,e doch zu verschieden. Aber darauf kommt es gar nicht an. Was zählt ist die Erfahrung, denn Convenience ist Convenience. So passen sich die Preise in den österreichischen C-Stores immer mehr denen im Lebensmittel- Einzelhandel an. Möglicherweise ein Effekt, mit dem auch in Deutschland zu rechnen ist, falls sich das Angebot in den C-Stores und den klassischen Supermärkten insgesamt dann doch zu sehr ähnelt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich C-Stores in Deutschland vom Lebensmittel-Einzelhandel auch in Zukunft unterscheiden müssen, auch um neue Kunden zu gewinnen und um vorzusorgen, damit sie nicht in die Preisfalle tappen. In Österreich gibt es eine Tendenz zu einem „neuen Preisgefüge“, wie die österreichische Fach-Journalistin Antonia Udwardi im Interview mit Convenience Shop bestätigt. „Auch BP setzt mit seinem Shop-Konzept Merkur inside auf ein neues Preisgefüge“. Das erfordere natürlich eine Erhöhung der Kundenfrequenz.

Fotos: Shutterstock, MERKUR inside