Biermarkt Heller Silberstreifen am Horizont

Der Biermarkt hier zu Lande verlor 2025 fast fünf Millionen Hektoliter: ein gravierender Einbruch. Positiv entwickelten sich alkoholfreie und helle Alternativen. Auch einige Brauereien zeigten sich stabil aufgestellt.

Montag, 16. Februar 2026, 21:07 Uhr
Artikelbild Heller Silberstreifen am Horizont
Bildquelle: Veltins

Der deutsche Biermarkt verlor im vergangenen Jahr 2025 mit rund fünf Millionen Hektolitern so viel Menge wie seit 75 Jahren nicht mehr. Der Deutsche Brauer-Bund verzeichnete für das vergangene Kalenderjahr einen branchenweiten Rückgang von minus 6,4 Prozent. Das Statistische Bundesamt spricht von sechs Prozent. Das macht deutlich, vor welch großen Herausforderungen die meisten Brauereien hier zu Lande stehen. Und so rechnet die Branche auch 2026 wieder mit dem Ausscheiden von Brauereien aus dem Markt und weiteren Insolvenzen. Erste Meldungen wurden bereits im gerade begonnen Jahr bekannt. Um einiges besser abgeschnitten in 2025 haben die beiden Brauereien Veltins und Krombacher aus dem Sauerland. Sie zeigten sich stabil. Die Brauerei C. & A. Veltins verbesserte im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 ihren Ausstoß um 0,3 Prozent auf 3,369 Millionen Hektolitern. „Gerade in einer schwierigen konjunkturellen Marktphase weiß der Verbraucher starke Marken als verlässliche Wegbegleiter zu schätzen“, sagte Dr. Volker Kuhl, Sprecher der Geschäftsführung.

Auch beim Umsatz legte die Familienbrauerei zu und erreichte mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent ein Ergebnis von 461 Millionen Euro. Wachstumszugpferd innerhalb des breit aufgestellten Sortenportfolios sei vor allem die Marke Pülleken gewesen, die um 13,6 Prozent zulegte. Entsprechend wird es in diesem Jahr ein Pülleken 0,0 % alkoholfrei geben. Mit der Einführung von Veltins Helles Lager rief die Brauerei bereits 2024 einen Sorten-Neuanfang aus und verstärkte das Marktengagement im ersten vollständigen Geschäftsjahr 2025. Das mild-süffige Lagerbier erzielte einen Absatz von 49.000 Hektolitern. Die Spezialitätenmarke Grevensteiner konnte sich wohl aufgrund des Sparbemühens der Verbraucher nicht so behaupten und verlor 13,5 Prozent an Menge und lag bei 111.700 Hektolitern. Die Marke Veltins Pils erreichte einen Gesamtausstoß von 2,32 Millionen Hektolitern und verlor damit 1,8 Prozent an Menge. Dennoch steuerte sie zwei Drittel zum Gesamtabsatz der Privatbrauerei bei.

Die alkoholfreien Getränke entwickelten sich ebenfalls mit Zuwächsen von 10,4 Prozent gut. Bei den V+-Marktaktivitäten werde es die neue Sorte V+ Saure Zungen Cherry geben. Der nationale Marktanteil insgesamt wuchs nach Angaben des Unternehmens auf 6,6 Prozent, während er im Heimatmarkt Nordrhein-Westfalen auf 14,1 Prozent hochschnellte und damit Platz zwei erreichte.

Zuwachs bei der Dachmarke

Wettbewerber Krombacher erzielte mit seiner Dachmarke einen Ausstoß von 5,702 Millionen Hektolitern und damit einen leichten Zuwachs von 0,5 Prozent. Die alkoholfreien Getränkesorten rund um Schweppes, Orangina und Dr Pepper konnten gemeinsam nicht an die Rekorde aus den vergangenen Jahren anknüpfen und landeten bei 1,605 Millionen Hektolitern und einem Minus von 1,8 Prozent. Der Ausstoß der alkoholfreien Getränke erreichte insgesamt einen Anteil am Gesamtportfolio von rund 40 Prozent. Der Gesamtausstoß der Krombacher Gruppe lag im Geschäftsjahr 2025 bei 7,553 Millionen Hektolitern und einem Minus von 0,2 Prozent.

Die Haus Cramer Gruppe (Warsteiner) verzeichnete mit minus 1,9 Prozent einen geringeren Absatzrückgang als der Gesamtmarkt. Die alkoholfreien Sorten der Gruppe verzeichneten im Inland ein Wachstum, darunter Warsteiner Alkoholfrei 0,0 % mit einem Plus von 32,7 Prozent. Warsteiner Natur Radler Zitrone legte um knapp 25 Prozent zu, die alkoholfreie Variante um 15 Prozent. Das mild-süffige Helle erzielte einen Zuwachs von rund 23 Prozent.