Kein Wunder, dass die Messe diesmal so richtig Gas geben will, denn sie kann im kommenden Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum feiern. Die EuroShop sei stets Spiegelbild der großen Transformationen im Handel gewesen, berichten die heute Verantwortlichen. Mitte der Sechziger hätten Selbstbedienung, Discountprinzip und offene Warendarbietung die traditionellen Tante-Emma-Läden abgelöst. 1965 beschloss die Messe Düsseldorf gemeinsam mit dem EHI Retail Institute, das damals noch „Institut für Selbstbedienung“ hieß, eine neue Fachmesse speziell für den Handel aus der Taufe zu heben: die EuroShop – Europäische Ausstellung mit Kongress „Moderne Läden und Schaufenster“. „Mit etwas Stolz können wir sagen, dass wir vor rund 60 Jahren die Idee zu der heute weltweit größten Messe für den Investitionsgüterbedarf des Handels hatten“, betont entsprechend das EHI Retail Institute. Aus der EuroShop seien dann die Schwestern EuroCis, die Fachmesse für Technologie und Digitalisierung im Jahr 1997, und die China-in-Store in Shanghai, die vor allem ausgerichtet ist auf den asiatischen Markt, entstanden. Vom 26. bis 28. Oktober 2026 wird schließlich auch die EuroShop Middle East in Dubai Premiere haben.
Von Ladenbau bis Schauwerbemittel
Bei der Premiere der EuroShop im Jahr 1966 waren die Top-Themen laut Messe „die moderne Drogerie“, „Textilien modern verkaufen“ und „Tiefkühlkost als Ware der Zukunft“. Damals, 1966, zeigte die Ausstellung vor allem Ladenbau, Ladeneinrichtungen, Kühlmöbel, Kassen und Schauwerbemittel, so die Geschichte. Und im Kern tut sie das auch heute immer noch. Aber es hat sich natürlich vieles weiter entwickelt. „Shopfitting & Store Design“ sind heute das Herzstück und auch die größten „Dimensionen“ der Fachmesse. Für alle Shop-Verantwortlichen aller Couleur, die nach Düsseldorf fahren, heißt es daher natürlich, den Messebesuch vernünftig vorzubereiten, um die individuellen Ziele erreichen zu können. Zahlreiche Aussteller adressieren auch ausdrücklich die Convenience-Channels. Aber auch die anderen Unternehmen, bei denen das nicht so direkt ersichtlich ist, so das Ergebnis einiger Gespräche der CS-Redaktion, haben meist für die Anliegen der Shop-Betreiber ein offenes Ohr. So zeigt beispielsweise das Unternehmen Instore Solutions eine Vielzahl neuer Handelstechnologie-Lösungen zu den Trendthemen Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, Retail Media und Personalisierung plus Kundenerlebnisse. Mit dem ViviTag hat das Unternehmen auch ein einzigartiges Touch-ESL auf den Markt gebracht, das die Funktionen digitaler Preisschilder, interaktive Touch-Screens, Retail Media-Funktionen und Kundenanalytik in einem kleinen Display direkt am Regal kombiniert.
Digital und emotional
Zu den wichtigen Themen, die die EuroShop 2026 selbst für sich definiert hat, gehören neben Nachhaltigkeit unter anderem Künstliche intelligenz, Digitalisierung und Emotionalisierung. Neben der Veranstaltung mit rund 1.900 Ausstellern aus über 60 Nationen gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm auf sieben Stages, viele Sonderflächen und geführte Innovations-Touren. Auf der geführten Tour „Nachhaltige Materialien & Store-Designs“ beispielsweise soll der Handel aus erster Hand erleben können, wie Materialien, Ladenmöbel und Designansätze auf nachhaltige Ziele abgestimmt werden: ressourcenschonend, modular, wiederverwendbar und recycelbar.
Zum Thema Nachhaltigkeit zitiert die Messe Claudia Horbert, Leiterin des Forschungsbereichs Ladenplanung und Einrichtung beim EHI Retail Institute: „Das Thema hat weiterhin eine hohe, wenn nicht sogar gewachsene Bedeutung.“ Sie habe inzwischen zahlreiche Gespräche mit Branchenprotagonisten im Rahmen der Studie „EHI-Laden-Monitor 2026“ geführt, die zur EuroShop erscheinen soll. Silke Lederhaas, Head of Quality & Sustainability bei Aussteller Umdasch The Store Makers, sagt dazu: „Wir sehen, dass Nachhaltigkeit nach wie vor einen hohen Stellenwert aufseiten unserer Kunden hat und teils sogar Bestandteil ihrer Strategie ist. Immer öfter sind Themen wie CO2-Reduktion, Einsatz nachhaltiger Materialien und transparente Lieferketten gefragt, mitunter sogar ausschlaggebend bei der Auftragsvergabe.“ Allerdings sei, laut Einschätzung von Mischa-Ron Ferenschild-Bätzel, General Manager von Fotoboden, deutlich, „dass der Anspruch, Projekte nachhaltig zu gestalten, kundenseitig in wirtschaftlich stabilen Zeiten höher ist als in unsicheren“.
Convenience-relevante Bereiche
Unter „Shopfitting & Store Design“ sollen die Aussteller, wenn es nach den Messeverantwortlichen geht, die Stores von Morgen präsentieren, die dann viel mehr sein sollen „als ein einfacher, rein funktionaler Selling Point“. Ob sich aus der Sicht der Aussteller auch Convenience Stores dazu eignen „zum Erlebnis-Ort für alle Sinne“ und damit auch „zum Hotspot eines neu definierten urbanen Lebensraumes“, zu werden, wird man hoffentlich im kommenden Jahr auf der Düsseldorfer Messe erleben können.
Was dazu unter „Refrigeration & Energy Management“ notwendig ist, wird man dort ebenfalls präsentiert bekommen. „Make Cooling Smartainable“, so das interessante Wortspiel der Messe aus Smartness und Sustainability. Soll heißen: „ Clevere Energie und solide Nachhaltigkeit“ seien zwei entscheidende Zukunftsthemen und ohne Transformation, Effizienzkontrolle und Automatisierung von Regalen, über Kühlgeräte bis hin zu Klimaanlage, gebe es auch im Handel keinen dauerhaften Unternehmenserfolg, sind die Messemacher sicher. Denn auch eine Reihe der entsprechenden Technik-Partner von Tankstellen-Shops & Co. zeigen in Düsseldorf Flagge.
Zusammen mit der EuroCis
Zum Erfolg der Shops muss natürlich die „Retail Technology“ insgesamt beitragen, die besonders im Rahmen der diesmal in die EuroShop integrierten Fachmesse EuroCis zu erleben ist. Hier sollen „innovative technische Lösungen – sowohl fürs stationäre Geschäft als auch für E-Commerce und Omnichannel“ – gezeigt werden. Konkret geht es dabei beispielsweise um automatisierte Shop-Konzepte, die Datenanalyse von Prozessabläufen, Zahlungssysteme, Warenwirtschaftslösungen, digitale Preisauszeichnung sowie neueste Software und Hardware. Um den Abverkauf auch in den Convenience Stores aller Art auf Touren zu bringen, spielt natürlich auch der Bereich „Retail Marketing“, der auf der Messe vertreten ist, eine wichtige Rolle. Interaktive Displays und Digital Signage sind dabei in der Praxis der C-Shops durchaus relevante Werkzeuge. Sie werden in den Anwendungsmöglichkeit immer vielfältiger.
Bistro-Ausstattung im Blick
Dass der Bereich „Food Service Equipment“ für die Weiterentwicklung der Shops eine wichtige Rolle spielen kann und wird, betont CS immer wieder. Und so sagen auch die Verantwortlichen der EuroShop 2026: „Immer mehr Menschen haben Lust auf Handelsgastronomie: im Shopping-Center, im Supermarkt, in der Tankstelle“. Das Food Service Innovation Hub auf der Messe soll dabei besonders die digitale Transformation und Automatisierung in der Handelsgastronomie beleuchten.