Finanzielle Engpässe können schnell und unerwartet entstehen. Ohne eigenes Verschulden: Bei der Shop-Technik tritt ein Fehler auf und Reparaturen stehen anschließend an oder ein zusätzlicher Mitarbeiter muss unerwartet engagiert werden. Betreiber und Betreiberinnen von kleineren und unabhängigen Convenience Stores kennen diese Situation. Oft ist es dann schwierig, einen schnellen Kredit von der Hausbank zu bekommen. Die Bewilligung zieht sich über Wochen. Um diese Situationen zu meistern, haben sich der österreichische Kassenanbieter Ready2order und das deutsche Finanztechnologieunternehmen Finmid zusammengetan. Kernstück der Kooperation ist die Integration der so genannten „Finmids Embedded-Finance-Infrastruktur“ in das Kassensystem von Ready2order. Auf diese Art und Weise entsteht eine Finanzierungsplattform am Point of Sale, nämlich direkt in den Kassen der Shop-Betreiber, die über ihr Kassensystem einen Zugriff auf schnelle und komplett digitale Finanzierung von Krediten erhalten. Unternehmen, die eine Ready2order Kasse nutzen, erhalten in ihrer Kontoübersicht automatisch individuelle und genehmigte Finanzierungsangebote. Voraussetzung dafür ist eine mindestens einjährige Nutzung des Kassensystems sowie bestimmte Mindestumsätze, die als Grundlage für eine verlässliche Bewertung dienen.
Kredit innerhalb von 48 Stunden
Auf dieser Basis ist es möglich, aus mehreren Finanzierungshöhen und Rückzahlungsvarianten zu wählen. „Nach Annahme eines Angebots erfolgt eine kurze abschließende Prüfung, anschließend wird der Betrag innerhalb von 48 Stunden auf das Konto überwiesen“, berichtet Markus Bernhart, CEO von Ready2order . Die Rückzahlung soll dann nach einem festen Zeitplan erfolgen, der dem Betreiber eine klare Planung ermögliche. „Über das Kassensystem von Ready2order können wir, anders als traditionelle Banken, maßgeschneiderte Finanzierungen ermöglichen. Gleichzeitig erreichen wir Unternehmerinnen und Unternehmer in einer Umgebung, die ihnen vertraut ist”, erläutert Max Schertel, Co-Founder von Finmid. In den ersten beiden Monaten seit der Einführung haben nach Angaben der beiden Partner bereits hunderte Unternehmen Finanzierungen für Modernisierungen, neue Geräte, Standortausbau, Personal oder Marketing genutzt. Insgesamt seien Kredite im Umfang von 190 Millionen Euro angeboten worden. Die ersten Ergebnisse würden zeigen, wie groß der Bedarf bei Kleinunternehmen sei.