Mit Lucas Camargo übernimmt ein international erfahrener Spezialist die Position des Head of Strategic Business Development & Growth, bei Eat Beer, dem Schwesterunternehmen der Störtebeker Braumanufaktur. Seine Aufgabe: neue Anwendungen, Partnerschaften und Geschäftsmodelle rund um alternative Proteine und biobasierte Zutaten vorantreiben. Für Händler könnte das mittelfristig neue Snack- und Proteinprodukte bedeuten.
Plattform für Brauereirohstoffe
Das Startup Eat Bear versteht sich dabei nicht als klassischer Zutatenlieferant, sondern als Plattform für die Verwertung von Brauereirohstoffen. Im Mittelpunkt steht Biertreber, der eiweiß- und ballaststoffreiche Reststoff, der beim Bierbrauen entsteht. Daraus soll ein vielseitig einsetzbarer Rohstoff für Lebensmittel werden. Geschäftsführer Jan Malte Nordmann sieht darin erhebliches Potenzial: „Ziel ist es, Brauereien zusätzliche Erlösquellen zu eröffnen und gleichzeitig neue Zutaten für die Lebensmittelproduktion verfügbar zu machen.“ Für den Convenience-Markt sei das vor allem deshalb spannend, weil alternative Proteinquellen zunehmend in alltagstauglichen Formaten gefragt sind. Denkbar sind künftig proteinreiche Snacks, Backwaren, Fleischalternativen oder funktionale Zutaten für Ready-to-eat-Produkte. Camargo bringe dafür Erfahrung aus unterschiedlichen Bereichen mit. Der 39-Jährige arbeitete unter anderem für den Braukonzern Anheuser-Busch InBev.
Bei Eat Beer soll er nun vor allem die Plattformstrategie weiterentwickeln. Dazu gehört die Identifikation neuer Anwendungen ebenso wie die Strukturierung skalierbarer Geschäftsmodelle. Besonders wichtig: die Verbindung von Technologien, Prozessen und konkreten Marktanforderungen. Erste Projekte sollen zeitnah umgesetzt werden, gemeinsam mit Geschäftsführer Nordmann und CTO Mark Schneeberger. Noch steht die Branche bei vielen Anwendungen am Anfang. Die Verbindung von klassischer Bierproduktion und Lebensmittelherstellung auf Basis alternativer Proteine erfordere weiterhin „intensive, gemeinschaftliche Pionierarbeit“, so das Unternehmen.
Upcycling als Chance
Zusätzliche Dynamik könnte dabei das internationale Netzwerk bringen, das Eat Beer mit Camargo ausbauen will. Camargo beschreibt den Ansatz so: „Eat Beer als Plattform funktioniert letztlich als Netzwerksystem, in dem verschiedene Partner ihre Expertise einbringen und wir Synergien schaffen.“ Upcycling sei für ihn ein persönliches Thema, sagt Camargo. Gleichzeitig habe er in der Brauindustrie gelernt, wie unterschätzt Treber als Ressource sei. Genau darin sieht das Startup nun eine Chance – für nachhaltigere Prozesse.