Regionale Brunnenbetriebe melden steigende Absätze, während Verbraucher zunehmend zu zuckerfreien, natürlich wirkenden Getränken greifen. Davon profitieren vor allem Produkte, die Mineralwasser mit dezenten Fruchtaromen kombinieren – ein Segment, das auch für den Convenience-Markt Bedeutung hat.
Mit klarer Positionierung
Während sich der Markt für alkoholfreie Getränke insgesamt in einem intensiven Wettbewerbsumfeld bewegt, zeigen zahlreiche auch regionale Mineralbrunnen, dass mit einer klaren Positionierung und passenden Sortimenten weiterhin Wachstum möglich ist. Dabei spielt das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher eine zentrale Rolle. Zuckerfreie und kalorienarme Getränke gewinnen Marktanteile, während klassische zuckerhaltige Erfrischungsgetränke zunehmend unter Druck geraten. Ein Blick in die Regionen bestätigt diesen Trend. Der Getränkehersteller Thüringer Waldquell, Teil der Hassia-Gruppe, konnte 2025 seinen Gesamtabsatz auf 128,2 Millionen Liter steigern. Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch beim Umsatz legte das Unternehmen zu. Wichtigster Absatzträger bleibt das Mineralwasser, wobei die Sorte Medium die stärkste Variante des Getränks darstellt.
Auch im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gelang es mehreren Regionalmarken, deutlich gegen den Markttrend zu wachsen. Glashäger schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Plus von 2,8 Prozent bei Mineralwasser und alkoholfreien Erfrischungsgetränken ab. Der regionale Gesamtmarkt hingegen verlor 2,1 Prozent. Wesentlicher Wachstumsmotor bleibt das Mineralwasser, das die Marktführerschaft in Nordostdeutschlands Mineralwassermarkt weiter festigte. Als zweite tragende Säule entwickeln sich die Limonaden des Unternehmens.
Noch stärker fiel die Entwicklung bei Güstrower Schlossquell aus. Die Marke erzielte 2025 ein Absatzwachstum von 8,6 Prozent und setzte sich damit deutlich vom rückläufigen Marktumfeld ab. Mehr als 80 Prozent des Absatzes entfallen auf Mineralwasser, das mit einem Plus von über zwölf Prozent zugleich stärkster Wachstumstreiber war. Besonders interessant dabei ist: Glas-Mehrweggebinde legten ebenfalls um mehr als zwölf Prozent zu .
Ein bewusster Lebensstil
Die positiven Entwicklungen der Brunnenbetriebe haben einen gemeinsamen Nenner: Verbraucher wünschen sich Getränke, die Erfrischung, Geschmack und einen bewussten Lebensstil miteinander verbinden. Mineralwasser profitiert dabei von seinem natürlichen Image. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Produkten, die zusätzliche Geschmackserlebnisse bieten, ohne Zucker oder Kalorien mitzubringen. Auch Marken außerhalb des klassischen Mineralwassersegments profitieren davon. Bionade beispielsweise konnte 2025 um 4,3 Prozent wachsen und entwickelte sich damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt für alkoholfreie Getränke. Das Unternehmen verweist ebenfalls auf die steigende Nachfrage nach natürlichen, zuckerreduzierten und alkoholfreien Alternativen. Wachstumstreiber sind sowohl die Limonaden als auch die Eistee-Range.
Eine starke Entwicklung
Besonders dynamisch entwickelt sich derzeit das Segment aromatisierter Mineralwässer. Die Kombination aus Mineralwasser, leichter Kohlensäure und Fruchtaromen trifft den Wunsch vieler Verbraucher nach schneller Erfrischung. Davon profitiert auch Sachsen Quelle, von einer starken Entwicklung seiner Sorte Medium+ Lemon berichtet. Nach Angaben von NielsenIQ legte das Produkt im 2025 in Ostdeutschland um mehr als 30 Prozent zu und zählt zu den beliebtesten Produkten seiner Gebindeart. Aufbauend auf diesem Erfolg, erweitert der Mineralbrunnen sein Sortiment um Medium+ Orange. Die neue Variante kombiniert leicht prickelndes Mineralwasser mit ein wenig Orangengeschmack und kommt – wie die Gesamt-Range – ohne Kalorien aus.