Der deutsche Biermarkt bleibt unter Druck – und das macht sich auch bei Neumarkter Lammsbräu bemerkbar. Dennoch zeigt sich: Rückläufige Mengen bedeuten nicht automatisch wirtschaftliche Schwäche. Der Bio-Pionier konnte 2025 mit 30,3 Millionen Euro Umsatz erneut die 30-Millionen-Marke überschreiten – bereits zum fünften Mal in Folge. Stabilität ist auch in einem schwierigen Umfeld möglich, wenn Sortiment und Positionierung stimmen. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Entwicklung. Während der Gesamtausstoß leicht zurückging, blieb insbesondere der Bereich alkoholfreier Getränke nahezu stabil. Anders sieht es bei klassischen Bieren aus: Sinkender Pro-Kopf-Verbrauch und veränderte Trinkgewohnheiten setzen die Kategorie zunehmend unter Druck.
Vier künftige Maßnahmen
Unter der Führung von Johannes Ehrnsperger will Lammsbräu jetzt Konsequenzen ziehen. Vier strategische Punkte sollen laut Unternehmen die Zukunft sichern: Erstens baut der Bio-Brauer seine Kompetenz im Bereich alkoholfreier Getränke weiter aus. Dieser Bereich macht inzwischen mehr als 60 Prozent des Absatzes aus und entwickelt sich zum Wachstumstreiber. Denn die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen ist kein Nischenthema mehr. Zweitens bleibe Lammsbräu konsequent seinem Markenkern treu: Qualität, nachhaltige Produktion und enge Zusammenarbeit mit Bio-Landwirten stehen weiterhin im Fokus der Unternehmens-Aktivitäten. Investitionen – wie die in ein neues Sudhaus – sollen nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch ökologische Vorteile bringen. Drittens setzt das Unternehmen auf neue Kommunikations-Wege: Klassische Bierbilder verlören an Strahlkraft, stattdessen seien frische Ansätze gefragt. Mit Kampagnen, die stärker auf moderne Bildwelten und Humor setzen, spricht Lammsbräu gezielt neue Zielgruppen an. Gerade im Convenience-Umfeld, wo Kaufentscheidungen oft spontan fallen, kann eine solche Ansprache zusätzliche Impulse schaffen. Viertens wird die Marktforschung intensiviert. Ziel ist ein besseres Verständnis der Kundenbedürfnisse und Nutzungssituationen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt in Produktentwicklung und Vermarktung einfließen.
Onlineshop zum Markenaufbau
Ein weiterer Schritt in Richtung Kundenbindung und Markenaufbau ist ein neuer Lammsbräu-Onlineshop. Neben Fanartikeln bietet er auch Probier- und Geschenkboxen. Für C-Markt ist das relevant, da solche Formate Zusatzkäufe am PoS initiieren könnten. Zudem stärke der digitale Vertrieb die Marke und könne neue Zielgruppen erschließen.