Snacking Es wird exotisch und scharf

Salzige Snacks sind Alternativen zu Schokolade & Co. Geschmacklich, aber auch gesundheitlich, haben die Hersteller viele neue Ideen und Produkte, um das Segment auch in den Convenience-Stores weiter nach vorn zu bringen.

Montag, 07. Juli 2025, 06:24 Uhr
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Bildquelle: Seeberger

Gesundheitliche Selbstoptimierung ist im Trend. Entsprechend achten immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher auf gesunde Ernährung, verzichten auf Zucker, ungesunde Fette oder Fleisch. Da sie in dieser Hinsicht auch den Blutzuckerspiegel überwachen, sind salzige Snacks mit niedrigem so genannten glykämischen Index für diese Konsumgruppen eine sinnvolle Alternative zu zuckerhaltigen Snacks.

Mittlerweile bevorzugen neun von zehn Deutschen salzige Snacks. Laut Statista lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Knabberartikeln in Deutschland 2023 bei 6,47 Kilogramm. Auch der Umsatz mit salzigen Snacks erreichte in Deutschland 2024 laut Statista etwa 4,7 Milliarden Euro, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Und es gibt noch Luft nach oben: Bis 2029 wird der Einzelhandelsumsatz mit Snacks in Deutschland voraussichtlich 5,7 Milliarden Euro erreichen. Eine Entwicklung, von der auch die Convenience-Kanäle profitieren. Insbesondere in Tankstellen-Shops und Kiosken bleibt das Segment der salzigen Snacks stabil, wie der Marktforscher The Nielsen Company für Chips & Co. berichtet.

Die jüngere Zielgruppen im Blick
Steffen Müller, Experte bei Lekkerland, gibt Tipps, wie die positive Entwicklung der Kategorie in diesen Verkaufskanälen genutzt werden kann: „Tankstellen-Shops und Kioske können sich vom Wettbewerb abheben, indem sie neben starken und bekannten Marken auch Produkte im Shop-Sortiment führen, die der klassische Lebensmitteleinzelhandel nicht durchgehend in großer Auswahl anbietet, die aber insbesondere für jüngere Zielgruppen interessant und relevant sind. Zu diesen Food-Trends gehören zum Beispiel Tortilla-Chips von Takis oder Proteinriegel, die inzwischen auch große Player wie Ferrero mit Fulfill oder Mars mit entsprechenden Snickers- und Mars-Produkten im Programm haben“, sagt er. Da vor allem jüngere Kundinnen und Kunden intensiv und oft in der Tankstelle salzige Snacks kauften, profitierten auch andere Sortimente wie Soft- und Energy-
drinks. Deshalb sei hier ein ausgefeiltes Snack-Sortiment ein Muss, glaubt Steffen Müller. „Auch 2025 ist das Feinjustieren des Sortiments auf eine jüngere, mobilere, weibliche Kundschaft ein Schlüssel zum Erfolg.“ Doch was sollte der Shop-Betreiber dabei beachten? „Da Snacks von Sichtbarkeit leben, sollten sie sowohl an der Kasse als auch im Shop in der so genannten Hot-Zone platziert werden, also im Bereich mit viel Kundenkontakt und hoher Sichtbarkeit. Wenn man dann im Shop salzige Snacks und Getränke im Bündel anbietet, kann das überdurchschnittlich den Verkauf fördern – und die Kundschaft merkt sich den Shop als preisgünstige Verkaufsstelle für solche Produkte“, rät Steffen Müller den Shop-Betreibern.

Aber auch die Hersteller können einiges tun, um den Snacking-Trend weiter anzukurbeln. Zurzeit lassen sie sich von internationalen und ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen inspirieren. So werden Produkte wie Kimchi-Chips, Trüffel-Popcorn oder Chili-Limetten-Nüsse, geschmackliche Vorlieben wie Kurkuma und Thai oder auch Spezialitäten aus Indonesien wie Gado-Gado gut von den Verbrauchern angenommen. Diese exotischen Knabbereien kommen in limitierten Editionen in die Convenience-Kanäle und geben Herstellern so die Möglichkeit, zu experimentieren. Zusätzlich erweitern die Produzenten ihre Angebote mit Hilfe alternativer und gesunder Ingredienzien wie Hülsenfrüchte, Gemüse, Samen, Trockenfrüchte und Vollkorn oder pflanzlicher Aromen und Gewürze wie Knoblauch. Auch süß-salzige Kombinationen oder Produkte mit funktionalem Mehrwert wie pflanzliche Proteinquellen werden verstärkt getestet. Ebenso nehmen salzreduzierte Varianten in der Kategorie einen wachsenden Raum ein. Entsprechend greifen von den gesundheitsbewussten Verbrauchern und Verbraucherinnen 25 Prozent eher zu ungesalzenen Nüssen. „Insgesamt geht der Trend hin zu qualitativ hochwertigen Convenience-Produkten, die einen gesunden Lifestyle unterstützen und mit vollem Genuss überzeugen“, fasst Tim Jerg, Marketing Director bei Seeberger, zusammen.

Verbraucher setzen auf Nachhaltigkeit
Neben dem Geschmack ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor für ein bestimmtes Produkt das Thema Nachhaltigkeit. 31 Prozent der umweltbewussten Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland würden eine Knabberei einer anderen vorziehen, wenn sie hier zu Lande produziert worden ist, sagt die Statistik. Aber auch ein nachhaltiges Engagement der Unternehmen kann die Kaufentscheidung beeinflussen. So kommuniziert beispielsweise PepsiCo, dass die Schwerpunkte des Unternehmens auf der Reduktion des Wasserverbrauchs und der nachhaltigen Beschaffung von Rohprodukten liegen.

In Europa kündigte das Unternehmen an, bis zum Jahr 2030 keine neuen, auf fossilen Rohstoffen basierenden Plastikbeutel für Salzige Snacks, Knabberartikel und Chips mehr zu verwenden und auf recyceltes Plastik umsteigen zu wollen. Innovative Verpackung, erhöhte Rückverfolgbarkeit zur Beweisführung fairer Behandlung von Landwirten und mehr regionale Produkte sowie eine transparentere Lieferkette tun das Übrige, um beim Entscheidungsprozess der Kundschaft zu helfen. Eine Entwicklung, die sich wohl durch sämtliche Kategorien zieht und nun auch bei salzigen Snacks angekommen ist.