Das Berliner Startup Holy testet seine Präsenz im stationären Handel. Nach den ersten temporären Stores an deutschen Hauptbahnhöfen eröffnete das Unternehmen Ende Juni einen weiteren Pop-up-Store im Bremer Hauptbahnhof. Der Standort soll voraussichtlich vier Monate betrieben werden und ist Teil einer Reihe von Praxistests an stark frequentierten Verkehrsknotenpunkten. Für Holy geht es dabei nicht nur um zusätzliche Umsätze, sondern vor allem darum, das eigene Konzept unter realen Bedingungen zu erproben. Perspektivisch will das Unternehmen sein Modell wohl auch an deutschen Autohöfen testen.
Bahnhöfe als Frequenzbringer
Den Auftakt machte Holy bereits im April mit einem zeitlich befristeten Store im Nürnberger Hauptbahnhof in der westlichen Längshalle. Seit Juni ist die Marke zudem im Münchener Hauptbahnhof vertreten. Dort nutzt das Unternehmen bis voraussichtlich Ende August eine rund 55 Quadratmeter große Fläche im Sperrengeschoss. Mit den temporären Stores setzt das Startup bewusst auf Standorte mit hoher Kundenfrequenz. Gleichzeitig liefern die Pop-up-Flächen Erkenntnisse über Kaufverhalten, Sortimentsgestaltung und Flächenkonzepte. Damit nutzt das Startup die Bahnhöfe als Testlabor für weitere Expansionsschritte. Auch aus Sicht der Standortbetreiber passt das Konzept zu modernen Mobilitätsstandorten. „Mit Holy holen wir ein mutiges Konzept an den Bahnhof, das den Nerv der Zeit trifft“, sagt Michael Willumat, Leiter Vertrieb Commercial Regionalbereich Süd bei der DB InfraGO. „Die Kombination aus Convenience für den mobilen Alltag und einem zuckerfreien Sortiment ist genau die Art von Innovation, die wir an unseren Standorten fördern wollen.“
Holy zählt zu den Marken, die zunächst ausschließlich über den Direktvertrieb im Internet gewachsen sind. Mit den Pop-up-Stores sammelt das Unternehmen nun Erfahrungen im stationären Handel. Ziel ist es, die Marke dort sichtbar zu machen, wo täglich Tausende Menschen unterwegs sind. „Wir haben Holy gegründet, um Schluss mit langweiligen Softdrinks voll Zucker zu machen und geilen Geschmack ohne schlechtes Gewissen zu ermöglichen“, sagt Mathias Horsch, Gründer und Co-CEO von Holy.
Getränkepulver plus Wasser
„Dass wir nach dem Start in Nürnberg jetzt auch München und Bremen erobern, zeigt, dass unsere Community Bock auf diese Veränderung hat – egal ob zu Hause oder unterwegs am Bahnhof.“ Anders als klassische Softdrink-Anbieter verkauft Holy überwiegend Getränkepulver, das mit Wasser gemischt wird. Zum Sortiment gehören die Linien Energy, Hydration, Iced Tea und Milkshake. Ergänzt wird es durch Sirup-Systeme, bei denen flüssige Pods in den Deckel einer speziellen Trinkflasche eingesetzt werden.