C-Stores und ihre Bistros sind nicht länger nur Orte der schnellen Versorgung, sondern entwickeln sich zu gastronomisch geprägten Aufenthaltsräumen mit hoher Aufenthaltsqualität. Der Ladenbau spielt dabei eine Schlüsselrolle – als Schnittstelle zwischen Markeninszenierung, Kundenbedürfnissen und betrieblicher Effizienz.
Laut des aktuellen BBE-Branchenreports liegt der Umsatz im deutschen Convenience-Markt mittlerweile bei über 30 Milliarden Euro, mit Prognosen von rund 38 Milliarden Euro in den kommenden Jahren. Dabei entfallen etwa 19 Prozent des gesamten Umsatzes auf den Gastro-Bereich. Besonders Tankstellen-Shops zeigen stabile bis wachsende Umsätze, während klassische Kioske mit strukturellen Herausforderungen kämpfen.
Auch kleine Standorte mit viel Potenzial
„Ich habe den Eindruck, dass sich die Betreiber von bereits gut entwickelten Bistrostandorten nicht auf ihrem Erfolg ausruhen, sondern immer weiter investieren, um noch mehr aus der Tankstelle herauszuholen. Auf der anderen Seite gibt es die kleinen Standorte, die ihr Potenzial noch nicht oder zu wenig erkannt haben und nicht so richtig aus dem Knick kommen“, fasst Andreas Störmer, Geschäftsführer bei Heinrich Stracke, die Entwicklung zusammen. Dabei könnten auch hier mit ordentlicher Warenpräsentation und hohem Warendruck Abverkäufe und Umsatz gesteigert werden. Außerdem ist der Trend zu Selbstbedienung mittlerweile gesellschaftsfähig, egal ob im Kaffee- oder Foodservice, und sollte genutzt werden, um Kosten zu sparen und den Mangel an Fachpersonal zu kompensieren, meint er.
All diese Herausforderungen rufen neue Shop-Konzepte der Ladenbauer auf den Plan. Ein Beispiel für die „Next Generation“ ist das Projekt „Echt.Frisch.Für Dich“ des Mineralölhändlers Hoyer, das gemeinsam mit S-iQ Objekt entwickelt wurde. Hier wird für etwa 43 Tankstellen und Autohöfe ein komplette neues Shop- und Bistro-Konzept umgesetzt. Der erste Standort wurde im Oktober 2023 in Torstedt eröffnet, zwei weitere folgten bis Ende 2023. Hoyer plant, das Design des Ladenbauers S-iQ Objekt sukzessive auf weitere seiner 250 Stationen auszurollen.
Ein anderes Beispiel ist der Hybrid-Store des Ladenbauers Stracke an einem XL-Ladepark von Baywa Mobility Solutions in Rosenheim. „Ein zentrales Element ist das Bistro, das als Teil der XL-Ausstattung des Deutschlandnetzes von uns realisiert wurde“, berichtet Strömer. Auf 66 Quadratmetern Fläche bietet das Café zwei getrennte Bereiche: einen bemannten Gastraum mit 22 Sitzplätzen sowie einen unbemannten Bereich mit vier weiteren Sitzgelegenheiten. Zur technischen Ausstattung gehören eine hochwertige Siebträgerkaffeemaschine, Vitrinen für warme und kalte Snacks, ein Hybrid-Konvektomat für die Zubereitung von warmen Speisen sowie eine moderne Schankanlage. Außerhalb der Öffnungszeiten stehen Snack- und Getränkeautomaten für die Selbstversorgung zur Verfügung. Zwischen den Bereichen verläuft ein schwarzer Rahmen, der außerhalb der Öffnungszeiten des Cafés beide Bereiche abtrennt.
Eye-Catcher im Shop ist eine Kuchenvitrine
Aber es geht auch etwas kleiner, wie das Beispiel der Kronberger Talstation zeigt. „ Hier und an einer zweiten Station in Frankfurt verkauft der Eigentümer bis zu 460 selbst gebackene Käsekuchen pro Monat. Der Mittelpunkt und Eye-Catcher im Shop ist eine Kuchenvitrine, in der auf drei Ebenen bis zu 15 Kuchen präsentiert werden. Daneben steht eine große Kommode mit der regionale Produkte, Schokoladenspezialitäten und Geschenkideen – wie in einem Concept-Store – saisonal präsentiert werden“, berichtet Volker Walz, Geschäftsführer S-iQ Objekt. Eigene und standortspezifische Food-Konzepte gewinnen an Bedeutung, denkt auch Strömer. „Ein Beispiel dafür ist unser Ganztagespastakonzept ‚Viva la Pasta‘ mit einem hohen Convenience-Grad, das die Zubereitung von Nudelgerichten im Hybrid-Konvektomaten von Unox, inklusive Warmhaltefunktion, ermöglicht“, sagt er. In so genannten Hot Cubes können Saucen so bereitgestellt werden,dass die Gerichte entweder vom Mitarbeitenden oder in Selbstbedienung zusammengestellt werden.