Q8 revolutioniert Tankstellen Einführung digitaler Foodmarkets in Belgien und Luxemburg

Wie man moderne Kommunikation mit einem Foodservice-Angebot an Tankstellen und Ladestationen sinnvoll verbinden kann, machen Q8-Tankstellen und Ladestationen in Belgien und Luxemburg jetzt vor.

Freitag, 19. September 2025, 05:30 Uhr
Artikelbild Einführung digitaler Foodmarkets in Belgien und Luxemburg
Bildquelle: Q8

In Belgien und Luxemburg will die Mineralölgesellschaft nach eigenen Angaben in diesem Herbst damit beginnen, insgesamt 75 ihrer Tank- und Schnellladestationen mit einem so genannten „digitalen Foodmarket“ auszustatten. Entscheidend dabei: die Kunden können diese Fertiggerichte auch online bestellen, um sie sich dann per Fahrradkurier liefern zu lassen, oder sie in den Stationen abholen, wohin sie vorher geliefert wurden. Q8, seit 1983 im Benelux-Raum aktiv, als die Kuwait Petroleum Corporation das Tankstellen-Netz von Gulf übernahm, ist dort inzwischen einer der größten Anbieter mit einem Netzwerk von Q8- und Q8-easy-Tankstellen. Q8 Oils ist nach eigenen Angaben Teil der Kuwait Petroleum Corporation, KPC, eine der größten Ölfirmen der Welt. KPC stellt Öl- und Gaslieferungen weltweit über verschiedene nationale und internationale Wege und Tochtergesellschaften zur Verfügung. Unterhalb von KPC gibt es acht weitere Gesellschaften. Eine davon ist Kuwait Petroleum International, KPI, – bekannt als Q8. Sie hat mehr als 5.000 Tankstellen in Europa, von Skandinavien über die Niederlande und Belgien bis nach Italien.

Foodmarkt startet in Lüttich

Das Unternehmen will den Foodmarket zunächst an einer Station in Lüttich starten. Weitere vier Teststationen sollen dazukommen. Im Zentrum des Foodservice-Angebotes stehen Tacos, Pizzas und Burger. „Die Verbraucher erwarten heute mehr als nur einen Sandwich oder einen Kaffee für unterwegs. Sie wollen ein umfassenderes, qualitatives und digitales Lebensmittelangebot für das Mittag- und Abendessen. Die Kunden wollen eine gesunde Auswahl und Qualität – vor Ort oder nach Hause geliefert“, ist Sarah Pillen, Shop & Retail Performance Manager bei Q8, überzeugt. Diese Überzeugung resultiert offenbar auch aus einer Befragung des Unternehmens von Verbrauchern, die jetzt zur Einführung des innovativen Food-Konzepts an den Tankstellen führte. „Der belgische Verbraucher erwartet immer mehr Einkaufs- und Essmöglichkeiten unterwegs sowie digitale Bestellmöglichkeiten“, sagt Pillen und ergänzt: „Das zeigt sich deutlich in der Forschung, die wir bei den Verbrauchern durchgeführt haben.“

Eine spannende Geschichte

Kooperationspartner bei diesem Projekt ist das dänischen Foodtech-Startup Noahs, mit dem man dieses Business bereits nach Angaben des Unternehmens erfolgreich an dänischen Tankstellen betreibt. Dessen spannende Geschichte ist besonders erwähnenswert. CEO and Mitgründer Daniel
Baven, der eine Kochausbildung in Kopenhagen absolvierte, ging 2012 im Alter von 24 Jahren nach Thailand, um dort Erfahrungen in der Gastronomie zu sammeln. Bereits im Alter von 25 resultierte bei ihm daraus die Idee zur Gründung seines Konzepts „Lucky 13 Sandwich“. Mit seinen Partnern Peter Strøm, Carl Simonsson, Danny Cavender und Robert Engström gelang es ihm, in Phuket überaus erfolgreich zu werden und sogar nach Bangkok, und auf die Phi Phi Islands zu expandieren.

Sandwich-Kette als Ergebnis

Eine Kette von 20 Sandwich-Läden war das Ergebnis. Aber das war es nicht allein: Man erlernte auch die Grundlagen für den Aufbau eines Franchise-Systems sowie einer Lieferkette mit eigener zentraler Küche, Bäckerei und einem Vertriebszentrum. Auch der Einsatz von Marketing und Online-Lieferdiensten wurde vorangetrieben und vor Ort die größte verfügbare Lieferflotte aufgebaut, noch bevor die Plattformen für Essenslieferungen auf den Markt kamen.

Dann kam die Pandemie mit ihren Lockdowns und führte bei den Verantwortlichen zum Umdenken: Kerngedanke war nun, statt eigene Küchen zu betreiben, nur noch eine Reihe von Franchise-Konzepten zu entwickeln und zu vergeben. Diese sollten dem Unternehmen dann den Zugang zu ganz neuen Standorten ermöglichen, beispielsweise in der Handelsgastronomie und in C-Shops, so das Kalkül. Auf diesen neuen Wegen könne man konkurrenzfähig werden, waren die Entscheider überzeugt. Und so geschah es. Schließlich wurde diese Idee von einigen Partner offensichtlich positiv aufgenommen. Allen voran, schloss die dänische Supermarkt-Kette „Meny“ einen Deal mit Noahs ab und die Pläne wurden real. Heute sagt Daniel Baven, CEO von Noahs: „Was Spotify für die Musik gemacht hat, machen wir jetzt für das Essen.“ Und er betont außerdem: „Tankstellen und Schnellladestationen mit ihren vielen und unterschiedlichen Kunden, die möglichst viel Komfort für unterwegs suchen, sind ideale Standorte für unser Konzept, das in Dänemark bereits sehr beliebt ist.“

Arbeit mit Kompaktküchen

Das Foodmarket-Konzept bei Q8 soll im Rahmen dieser neuen Strategie mit intelligenten Kompaktküchen arbeiten. Gesunde und hochwertige Versionen von Tacos, Burgern, Poke Bowls und Salaten werden dabei in den Shops schon auf Flächen von einem Quadratmeter zubereitet und sofort serviert oder ausgeliefert. „Alles wird täglich frisch von einem zentralen Food-Hub geliefert und auf Bestellung zubereitet. Auf diese Weise bieten wir unseren Kunden in unseren Stationen und online eine größere Auswahl an Mittag- und Abendessen“, erläutert Q8-Managerin Pillen das Vorgehen und sie ergänzt: „Im Moment ist vor allem morgens und nachmittags viel los, aber wir wollen auch den Abend stärker ins Visier nehmen. Mit diesem umfangreichen Angebot an frischen Mahlzeiten über eine digitale Plattform glauben wir, dass dies möglich ist.“