Laut einer aktuellen Zwischenbilanz des Reemtsma Schwarzmarkt‑Trackers lagen die Beschlagnahmungen von Nikotinbeuteln und Snus bereits nach vier Monaten des Jahres 2026 rund 60 Prozent über dem gesamten Vorjahr. „Wenn bei Nikotinbeuteln und Snus schon Anfang Mai mehr Sicherstellungen vermeldet wurden als im gesamten Vorjahr, ist das ein klares Warnsignal“, betont Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs DACH bei Reemtsma.
Für den legalen Handel bedeutet das: steigende Wettbewerbsverzerrungen, wachsende Compliance‑Risiken und zunehmender Preisdruck durch illegale Billigware. Reemtsma warnt, dass geplante politische Maßnahmen – darunter kurzfristige Tabaksteuererhöhungen sowie ein Mentholverbot für E‑Zigaretten – den Schwarzmarkt weiter anheizen könnten. „Wer zusätzliche Steuer- und Verbotsschocks beschließt, muss auch ehrlich sagen, wer sie morgen kontrollieren soll“, so Cordes. Schon heute erschwere insbesondere der Onlinehandel staatliche Kont
Besonders kritisch bewertet Reemtsma die mögliche Tabaksteuererhöhung zu Anfang September 2026. Eine so kurzfristige Anpassung würde die gesamte Lieferkette – vom Hersteller über den Großhandel bis zum Kassensystem im Shop – massiv belasten. „Eine Tabaksteuererhöhung ist keine einfache Preisänderung am Regal. Sie löst eine vollständige Systemumstellung aus, die mindestens sechs bis neun Monate braucht“, warnt Cordes. Für Händler drohen Fehletikettierungen, Abverkaufsprobleme und erhöhte Prüfaufwände.
Reemtsma fordert daher klare, vollzugstaugliche Regeln, die den legalen Markt stärken und nicht weiter schwächen. „Wer Nikotinbeutel dauerhaft in einer rechtlichen Grauzone hält, überlässt den Markt den Falschen“, so Cordes. Für den Handel bleibt entscheidend, dass Regulierung planbar bleibt – und nicht zusätzliche Risiken in den Verkaufsalltag trägt.