Doch laut einem aktuellen INSA‑Meinungstrend im Auftrag von Reemtsma halten die meisten Menschen in Deutschland diesen Ansatz für wenig wirksam. Nur 21 Prozent sehen ein Aromaverbot als geeignet an, um Jugendliche vom Dampfen abzuhalten. Deutlich mehr Vertrauen setzen die Befragten in strengere Alterskontrollen im Handel (51 Prozent) sowie mehr Aufklärung und ein Werbeverbot in sozialen Medien.
Ein Verbot hätte zudem weitreichende Folgen: Bis zu 90 Prozent der derzeit erhältlichen Produkte wären nicht mehr verkehrsfähig. Branchenvertreter warnen vor einer Verlagerung der Nachfrage in den Grau‑ und Schwarzmarkt – mit Risiken für Verbraucher, Staat und Wirtschaft. Fast die Hälfte der Befragten fordert daher, bei Gesundheitsregulierungen auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen einzubeziehen. Die Folgen für den Verbraucher- und Jugendschutz, Fiskus und einen ganzen Wirtschaftszweig wären katastrophal“, warnt Christian Cordes (Foto), Director Corporate & Legal Affairs Cluster DACH bei Imperial Brands Reemtsma.
Kritik gibt es außerdem am Vorgehen des Ministeriums: Die geplante Änderung der Tabakerzeugnisverordnung soll ohne parlamentarische Beteiligung erfolgen, eine Anhörung der Branche fand bisher nicht statt.