Beliebte Dosen Energydrinks stehen weiter hoch im Kurs

Das Angebot besonderer Drinks, vor allem in Dosen, gehört schon seit mehr als 30 Jahren zum Kerngeschäft der C-Shops. Bei den jungen Zielgruppen sind sie weiterhin angesagt.

Montag, 08. Dezember 2025, 07:01 Uhr
Artikelbild Energydrinks stehen weiter hoch im Kurs
Bildquelle: Yougov

Bei den jungen Kundinnen und Kunden stehen die Energydrinks aktuell wieder hoch im  Kurs. Sie sind als funktionelle Drinks allerdings längst nicht mehr alleine im Regal. So betont beispielsweise der Convenience-Großhändler MCS, dass neben saisonalen Energy-Boosts wie der Red Bulls Winter Edition Fuji-Apfel & Ingwer weitere „Drinks mit Benefits“ angesagt seien. Funktionale Limonaden seien deshalb aktuell der Renner: „spannende Zutaten wie Ballaststoffe, pflanzliche Extrakte oder postbiotische Kulturen – und dazu ein stylisches Design. Diese Drinks versprechen nicht nur Erfrischung, sondern auch ein Feelgood-Plus für Verdauung, Energie oder Immunsystem. Genau das macht sie zum Hype-Thema auf Social Media und zum Muss für Shops“, betonte der Großhändler kürzlich, denn zum Wunsch nach dem Kick komme, besonders bei der Gen Z auch ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein.

Genuss spielt wichtige Rolle

Laut der diesjährigen Studie „Who cares, who does“ von YouGov (ehemals Consumer Panel Services GfK) spielt dabei aber der Genuss, eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden. Die so genannten „Health Actives“ würden dabei die Tatsache, dass sie hier und da „sündigen“, dadurch ausbalancieren, dass sie auch einen Fokus auf unverarbeitete Lebensmittel legen und darauf achten „wie und aus welchen Pflanzen Proteine und gute Nährstoffe zu bekommen sind“, so die Studie. Die so genannten „Health Passives“ zeigten sich weniger bewusst in ihrer Ernährung. Sie sind es auch, die laut der Studie überdurchschnittlich Energydrinks kaufen, mit Ausgaben pro Käuferhaushalt und Jahr von etwa 83 Euro versus 55 Euro bei „Health Actives“. Dabei ist es gerade für die Convenience-Shops aller Art weiterhin nicht ganz unproblematisch, dass besonders bei den Health Passives sowie den jungen Käufern insgesamt ein fairer Preis an oberster Stelle der Erwartungen an Einzelhändler und Hersteller steht.

Unterschiede im Marken-Ranking

Wer bei den Softdrinks insgesamt hoch im Kurs steht, machte in ihrem „Soft drink brand Ranking“ für Deutschland die Data & Analytics Group deutlich. YouGov zeigte hier auf, dass die Marken der Coca-Cola Company hier zu Lande dominieren. Sie nehmen die ersten vier Plätze ein, allen voran die Flagship-Marke Coca-Cola mit einem so genannten Consideration-Score von 30. Heißt:  30 Prozent aller Deutschen, also knapp jeder Dritte, habe im vergangenen Jahr –  von Anfang Mai 2024 bis Ende April 2025 – den Kauf der Getränke-Marke Coca-Cola in Betracht gezogen. Die Marke Schweppes (14,5 Prozent) folgt mit einem Consideration-Score von 14,5 auf Rang fünf. Dann folgt Red Bull mit einem Consideration-Score von 14,1 Prozent auf Rang sechs. Beim Vergleich der Altersgruppen, so erläutert die Erhebung weiter, ließen sich interessante Unterschiede feststellen. Der Energydrink Red Bull sei unter Jüngeren viel beliebter als unter Älteren: So lande er bei der Gen Z auf Rang zwei  (29,2 Prozent Consideration Score) und unter Millennials auf Rang drei (22,2 Prozent). In der Generation der Baby Boomer sei Red Bull hingegen gar nicht vertreten.

Medizinisch weiter umstritten

Vielleicht spielen bei älteren Kunden dann doch die gesundheitlichen Bedenken eine Rolle, die diese Produkte von Anfang an begleiten. Dem wird inzwischen auch medizinwissenschaftlich immer stärker hinterher gespürt, weil „der Markt für Energydrinks seit Jahren wächst, die Zahl der jungen Konsumierenden stetig zunimmt“, so die aktuelle Studie zum chronisch hohen Konsum von Energydrinks und zum kardiovaskulären Risiko bei Jugendlichen, kurz „EDKAR“ genannt. Deren erste Beurteilung medizinischer Daten, hatte aber, allen Warnungen zum Trotz, „bislang keine Hinweise auf besorgniserregende Ergebnisse bei den untersuchten kardiologischen Parametern“ entdeckt. Das konterkariert die vorher meist zitierte „Educate-Studie“ aus dem Jahr 2023. Denn diese legte zumindest nahe, dass schon ein moderater Konsum von Energydrinks negative Effekte auf Herz und Kreislauf bei Kindern und Jugendlichen haben könnte.

Zunächst wird es also bei kontroversen Diskussionen bleiben und der Boom der „Drinks mit Benefits“ wohl weitergehen. Und das auch international, denn beispielsweise die Tatsache, dass der US-Getränke- und Snackkonzern PepsiCo im dritten Quartal mehr umgesetzt hat als erwartet, wird laut Experten vom „ZertifikateJournal" nicht zuletzt auf eine robuste Nachfrage nach Energydrinks und gesünderen Limonaden zurückgeführt. Diese haben die Erlöse des Konzerns um 2,7 Prozent auf 23,94 Milliarden Dollar gesteigert, während die Wall Street mit Erlösen von 23,83 Milliarden Dollar des Players gerechnet habe.