Retail-Trends Die Euroshop zeigt wo es lang geht

Steigende Betriebskosten, Personalengpässe und neue Konsumgewohnheiten fordern derzeit auch Convenience-Shops heraus. Die weltweit größte Fachmessse für Retail-Technologie gab auf diese Herausforderungen passende Antworten. Zu finden waren diese in sieben „Erlebnisdimensionen“.

Montag, 13. April 2026, 12:37 Uhr
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Bildquelle: Messe Düsseldorf

Im Rahmen der diesjährigen Fachmesse Euroshop in Düsseldorf, die kürzlich stattfand und sich selbst als „internationales Retail-Trendbarometer sowie Innovationsplattform für Investitionen im Handel“ sieht, wurde eines sehr deutlich: der Convenience-Retail in all seinen Ausprägungen bekommt immer mehr Aufmerksamkeit im Rahmen der alle drei Jahre stattfindenden Messe. Zahlreiche Marktpartner und Dienstleister zeigten mit den Lösungen, die sie für Shop-Betreiber entwickelt haben, Flagge, darunter viele Mineralölgesellschaften aber auch Convenience-Retailer aus den Segmenten Bahnhof oder Flughäfen. Ob innovative Einrichtungskonzepte, modulare Shop-Systeme visuelles Merchandising, modernste Technologien – darunter Künstliche Intelligenz, automatisierte Kassensysteme, Smart-Store-Lösungen und digitale Bezahlinfrastrukturen, vieles davon wird in den kommenden Monaten auch die Praxis von Convenience Stores aller Arten erreichen.

Umfassend und spezialisiert

Mit dieser Positionierung wurde die Messe ihrem eigenen Anspruch „einen umfassenden und zugleich spezialisierten Überblick über die Zukunft des Retail-Business“ zu bieten durchaus gerecht. Der Begriff Convenience Store kam auf vielfältige Art und Weise vor und bezog sich häufig natürlich auch auf die neuen Smart-Store-Formate. Dass die Aussteller aber auch in vielen Fällen bei ihren Aktivitäten Tankstellen-Shops im Auge haben und an passenden Konzepten für die Stores arbeiten, machten in diesem Jahr ebenfalls viele Aussteller deutlich, beispielsweise auf gut sichtbaren Stelen, auf denen sie mit ihren großen Kunden Flagge zeigten. „Sieben Erlebnisdimensionen“ haben die Macher der Fachmesse Euroshop für die große Bandbreite an Innovationen, die den Handel von morgen bewegen sollen nach eigenen Angaben definiert. Die Dimension Shopfitting & Store Design sieht man dabei als Herzstück und als die größte der Dimensionen. Hier zeigten rund 450 Aussteller – darunter führende Architektur- und Store-Design-Büros sowie Hersteller – ihre neuesten Entwicklungen. Das Spektrum reicht von innovativen Konzepten über neue Shop Designs, Visual-Merchandising-Lösungen und Möbel bis hin zu modularen Systemen für den Point of Sale, auch in C-Stores.

Ins richtige Licht gesetzt

Gerade in den meist kleinflächigen C-Stores, in denen es schwierig ist, die Sortimente konzeptionell zu ordnen und die Highlights hervorzuheben spielt Beleuchtung eine wichtige Rolle.  Deshalb war die Dimension Lighting für Besucher aus der C-Branche in Düsseldorf sehr spannend. Sie zeigte im optimalen Fall, wie – trotz aller Enge – „durchdachte Beleuchtung Stores in Erlebniswelten verwandeln, Atmosphäre schaffen und den Point of Sale eindrucksvoll in Szene setzen“ können.

Auf die Energie achten

In der internationalen Convenience-Branche, besonders in den USA wird die Größe und Relevanz eines Convenience Stores häufig daran gemessen, über wie viele „Cooler Doors“ ein Shop verfügt. Das wird hier zu Lande auch immer relevanter, ist aber nicht weniger problematisch, beispielsweise, wenn die Umweltauflagen weiter steigen, oder die Energiekosten explodieren. Kein Wunder also, dass die  Dimension Refrigeration & Energy Management in diesem Jahr besonders groß war. „Dies belegt den Bedarf an energieeffizienten Technologien und nachhaltiger Kühlung“, sind die Messemacher überzeugt.

Viel Input für die Shop-Gastronomie

Auch Gastronomie als Megatrend bekam in Düsseldorf viel Aufmerksamkeit. Im Rahmen der Dimension Food Service Equipment ging es um „Cooking & Baking“, „Convenience Systems“, „Food Technology“ und „To-go Solutions“. Und nicht fehlen durfte in Düsseldorf in diesem Jahr die Dimension Retail Technology, die diesmal von der integriert stattfindenden Fachmesse  EuroCis  abgedeckt wurde. Hier präsentieren über 550 Aussteller, wie KI, Customer Centricity, Smart Stores und viele weitere Technologien die Zukunft auch des Convenience-Retails prägen werden. 

Auszeichnung für Lekkerland

Dass die Convenience-Branche durchaus in der Lage ist, bei diesen Entwicklungen auch eine prägende Rolle zu spielen, wurde in diesem Jahr auch durch die Preisverleihung der bereits zum neunzehnten Mal vom EHI vergebenen Retail Technology Awards – kurz Reta  genannt, im Rahmen der EuroCis deutlich. Ausgezeichnet wurden Einzelhandelsunternehmen, „für ihre herausragenden Technologieprojekte“. Diesmal in der Kategorie Checkout & Smart Store dabei: Convenience-Großhändler Lekkerland. Dabei ging es um den Rewe-To-go Smart Store am Frankfurter Flughafen: „einem unbemannten Convenience-Store, der innovative Technologie nutzt und der erste kassenlose Laden an einem Flughafen in Deutschland ist“, wie betont wurde. Der 70 Quadratmeter große Shop verwendet eine KI-gestützte Grab-and-Go-Technologie, die es der Kundschaft ermöglichen soll, sich mit Zahlungskarte einzuchecken und Produkte in weniger als 30 Sekunden zu kaufen, ohne den Bezahlvorgang durchlaufen zu müssen. Für den Grab-and-Go-Prozess, der in diesem Smart Store abläuft, wird Computer-Vision-Technologie von AiFi eingesetzt. Mit dabei ist auch Software für den schnellen Check-in sowie Internet-of-Things-(IoT)-Technologien für den Verkauf von Kaffee und altersbeschränkten Produkten. Außerdem werden Point-of-Sale-(POS)- und Bestellsysteme von Lekkerland und Rewe verwendet. „Diese Technologien gewährleisten ein effizientes, nahtloses Einkaufserlebnis, das rund um die Uhr verfügbar ist, die Personalkosten reduziert und die Markenwahrnehmung verbessert“, wurde in Düsseldorf betont.

Partnerschaften und Shop-Lösungen

Auf der Messe wurde ebenfalls bekannt, das Software-Spezialist Solum und Scheidt & Bachmann eine strategische Partnerschaft geschlossen haben, um Preismanagement und operative Prozesse im Tankstellen- und Convenience-Sektor zu optimieren. Durch die Verbindung der Newton Electronic Shelf Labels und der AIMS SaaS-Plattform von Solum mit der cloud-basierten Siqma Nova.HOS-Plattform von Scheidt & Bachmann entsteht eine zentrale Steuerungsumgebung. Sie soll die Echtzeit-Synchronisation von Preisinformationen, ermöglichen, verbessere die Genauigkeit von Preisaktualisierungen und sorgt für Konsistenz über mehrere Standorte hinweg. POS Tuning zeigte Lösungen gegen steigende Betriebskosten, Personalengpässe und für neue Konsumgewohnheiten. Das Unternehmen präsentierte Systeme, die Verluste senken und Self-Checkout-Zonen absichern – darunter POS-T SuperVario, Vincent, Udo Safe sowie Skadi-Lösungen für Tiefkühlbereiche.