Die Convenience- und Tankstellen-Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen zunehmend vor herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, so jedenfalls eine aktuelle Studie eines bekannten Beratungsunternehmens. So habe sich die Branche nach den Einbußen während der Corona-Jahre nur langsam erholt. Die aktuelle, repräsentative Konsumentenumfrage der Unternehmensberatung Alix Partners mit über 4.000 Teilnehmenden will zeigen, dass sich das Konsumverhalten nachhaltig verändert habe.
Mehr Kaufzurückhaltung
Ein Faktor sei der anhaltende Preisdruck. Die Mehrheit der Befragten reagiert auf steigende Preise mit Zurückhaltung. Rund die Hälfte der Konsumenten in Deutschland und Österreich sowie mehr als ein Drittel in der Schweiz geben laut Studie an, seltener in C-Stores einkaufen zu wollen. „Die Entwicklung ist Ausdruck eines spürbaren Kaufkraftverlusts, der sich direkt auf spontane Ausgaben auswirkt“, so die Macher der Umfrage.
„Parallel dazu steigen die Erwartungen an das Angebot“, so die Untersuchung weiter. Frisch zubereitete Speisen, Backwaren und warme Getränke gehören deshalb inzwischen zum Standard vieler Standorte, und viele Shops und ihre Betreiber sehen darin die Zukunft der Branche. Allerdings weißt die Studie auch darauf hin, dass nicht alle Konsumanlässe in den Stores gleichermaßen abgedeckt seien. „Insbesondere in der zweiten Tageshälfte bestehen Lücken im Angebot, wodurch Umsatzpotenziale ungenutzt bleiben“, so ein Ergebnis.
Auch auf den strukturellen Mobilitäts-Wandel, der insbesondere für Tankstellen-Shops von Bedeutung ist, macht die Untersuchung aufmerksam. Der Tankstellenstopp verliere an Bedeutung. Während in Deutschland noch etwa die Hälfte und in Österreich knapp 60 Prozent der Convenience-Käufe an Tankstellen stattfinden, liegt der Anteil in der Schweiz nur noch bei 39 Prozent. Gleichzeitig gewinnen urbane Standorte und Verkehrsknotenpunkte an Relevanz. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass bestehende Konzepte zunehmend unter Anpassungsdruck geraten. „Viele Betreiber müssen ihre Shops weiterentwickeln“, so Nordal Cavadini, Partner und Managing Director Retail bei AlixPartners. Für Betreiber bedeute dies, Preisstrategien, Sortimente und Konzepte stärker an neue Konsumgewohnheiten anzupassen.