Über Licht und Schatten im Biergeschäft konnte die Brauerei Veltins im Rahmen ihrer diesjährigen Halbjahresbilanz sprechen. Die Voraussetzungen für dieses Business waren im ersten Halbjahr wohl alles andere als gut, was sich darin zeigte, dass der deutsche Biermarkt in den ersten sechs Monaten deutlich an Volumen verlor. Die Auseinandersetzung mit der vom Unternehmen als „Frühjahrsschwäche“ bezeichneten Lage im Biergeschäft mit einer laut Unternehmen „so noch nicht erlebten“ Entwicklung im Biermarkt, die bis Ende Mai ein nationales Marktminus von 6,8 Prozent verursachte, war laut dem Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Volker Kuhl, vor allem wohl „ein harter Kampf“. Dieser wurde allerdings von den Grevensteinern erfolgreich geführt, denn Veltins konnte gegen den Trend verkünden, man habe trotz allem den „soliden Wachstumskurs fortgesetzt“ und mit einem Gesamtausstoß von 1,78 Millionen Hektolitern um 2,3 Prozent sogar „dynamisch zugelegt“.
Neue Führungsmannschaft komplett
So konnte die erstmals zur Halbjahresbilanz angetretene neu aufgestellte Führungsmannschaft, zu der neben Kuhl der Geschäftsführer Vertrieb, Rainer Emig, der Geschäftsführer Marketing, Fabian Veltins, sowie der Marketing Direktor,, Stefan Wiesmann gehören, hervorheben, Veltins habe sich „von der Marktentwicklung unbeeindruckt“ gezeigt. Damit sieht die Privatbrauerei den Beweis erbracht , „dass sich auch in einem schrumpfenden Branchenumfeld Absatzimpulse erzielen lassen“. Zudem betonte Kuhl, dass dies auch für die Stamm-Marke gelte. Diese legte über alle Sorten hinweg um 2,9 Prozent zu. Dabei habe das „erfreulich wachsende“ Flaschenbiergeschäft mit einem Plus von 3,6 Prozent die Verluste im gastronomischen Fassbiergeschäft, mit einem Minus von 5,1 Prozent, aus gleichen können. Rund 93 Prozent aller Gebinde wurden von Veltins als Mehrweggebinde bereitgestellt. Der Halbliterkasten bei Veltins legt um 5,6 Prozent zu, der Drittelliter-Kasten um 0,6 Prozent. An den für Oktober dieses Jahres geplanten Preiserhöhungen beim Flaschenbier und Fassbier will Veltins weiterhin festhalten.
Erfolg mit Innovationen
Laut Kuhl wurden darüber hinaus aber auch die innovativen Produkt-Marken-Konzepte von Pülleken und Lager honoriert. So habe man vom Pülleken als „Sortenliebling der Verbraucher im Hellbiersegment“ mit 188.100 Hektolitern im ersten Halbjahr sogar 4,9 Prozent mehr absetzen können. „Wir sind mit einem günstigen Rückenwind unterwegs und können dem starken Wettbewerbsdruck in den unterschiedlichen Sortensegmenten wirkungsvoll Paroli bieten“, so Dr. Kuhl. Und der Vertriebsgeschäftsführer Rainer Emig ergänzte: „Auf das Veltins-Wachstum hat die kontinuierliche Sortimentspflege mit einem verbraucherattraktiven Markenportfolio bei gleichzeitig verlässlicher Vertriebsarbeit eingezahlt.“ Um die positive Entwicklung beim Pülleken zusätzlich zu unterstützen, erhielt das „Helle“ von der Brauerei Veltins seit dem Juni 2025 Naturradler-Verstärkung mit dem Zitrönken. „Der Handel war vom Zitrönken ebenso überrascht wie die Verbraucher, weil es erstmals gelungen ist, zur Line-Extension eine neue Marke zu schaffen und damit auf die optische Kraft der Alleinstellung zu setzen“, sagte Emig. Das Fassbrause-Sortiment konnte um 29,6 Prozent zulegen. Die Marken V+ (Minus 5,1 Prozent) und Grevensteiner (Minus 16,3 Prozent ) konnten sich nicht von der negativen Entwicklung abkoppeln.
Dosen kommen immer stärker
Was für die C-Shops nicht ganz unwichtig ist: „Die Menschen greifen zur Dose, wie schon seit 20 Jahren nicht mehr“, betonte Emig. Die Dose habe bei Veltins dementsprechend auch ein zumindest leichtes Wachstum erreicht und verzeichnen im Unternehmen inzwischen immerhin einen zweistelligen Absatzanteil.