Pret a Manger Kultmarke erobert Germany

Pret a Manger feiert im Herbst Deutschland-Premiere . Mit dem Einzug der Kultmarke in den Berliner Hauptbahnhof verdichtet sich das Netz der Verkehrsgastronomie.

Sandwich ist nicht gleich Sandwich. Jedenfalls hat die britische Sandwich-Kette Pret a Manger ihren Erfolg der Just-in-Time-Produktion und dem Anspruch, besseres Fastfood anzubieten, zu verdanken. Lange Transportwege werden ausgeschlossen, auf Konservierungsstoffe wird weitestgehend verzichtet und die Ware wird nicht über Nacht aufbewahrt. Was abends nicht verkauft ist, kommt gemeinnützigen Organisationen zu Gute.

Das erste Pret a Manger ist 1986 in London eröffnet worden und mittlerweile mit mehr als 500 Standorten (das Gros befindet sich im Heimatland) weltweit vertreten. Im kommenden Herbst setzt das Unternehmen nun erstmals einen Fuß nach Deutschland und zwar gleich an eine prominente Stelle, in den Berliner Hauptbahnhof.

Die DB Tochter Station Food hat die Kette mit Kultstatus in Großbritannien für den dortigen neuen Foodcourt gewinnen können. Der internationale Anbieter von frischen Snacks wird neben Systemgastronomen und Marken wie Europas größter Kaffeebar-Kette Costa Coffee, Dean & David, Curry 36 und Kamps für ein breites Angebot an Speisen und Getränken nahe des Eingangs Washingtonplatz sorgen. Ob es Angebote speziell für den deutschen Markt geben wird, ist noch offen. Für die Niederlande wurden eigens Snacks entwickelt.

Dabei hat sich das Portfolio des Good-natural-Foods bei Pret a Manger gewandelt. CEO Clive Schlee soll gesagt haben, dass Sandwiches vor zehn Jahren noch einen Umsatzanteil von 30 Prozent hatten. Der ist mittlerweile auf 10 Prozent gesunken. Und könnte sich in Zukunft noch weiter reduzieren. In einem Interview mit Fortune hat Schlee nämlich erklärt, dass die Kette Pret a Manger weg vom Brot will, hin zu mehr Joghurts, Salaten, Suppen usw.

Auch bedient Pret a Manger den vegetarischen Trend. Zunächst wurde laut Supermarktblog.com eine separate Filiale dafür geschaffen, die Veggie Pret. Der Erfolg beflügelte dazu, weitere Filialen mit Kühltheken auszustatten, in denen ausschließlich Fleischloses angeboten wird. So testet Pret a Manger gern neue Snack-Kreationen, mit dem Erfolg, dass vor zwei Jahren 18 Prozent des Umsatzes mit Produkt-Innovationen aus dem selben Jahr erzielt wurden.

Station Food begrüßt den neuen Partner

Vor diesem Hintergrund ist verständlich, dass Marcus Paul, Geschäftsführer Station Food, jetzt sagt: „Wir sind sehr stolz darauf, mit Pret a Manger einen starken Partner für unseren Foodcourt gewonnen zu haben, der Modernität und Urbanität ausstrahlt und sich in Großbritannien und darüber hinaus bereits sehr großer Beliebtheit erfreut.“ Und Michael Halley, Partnerships Director bei Pret a Manger, ergänzt: „Wir werden vor Ort unsere eigene Küche haben, die uns ermöglicht, allen Reisenden und Besuchern frisch zubereitetes Essen und unseren Bio-Kaffee und Tee zu servieren. All das an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt. Wir freuen uns auf diese Herausforderung.“

Der neue Foodcourt wird auf einer Fläche von circa 1.300 qm durch die Mischung aus hellem, gemütlichem Ambiente und dem vielfältigen Angebot an Speisen und Getränken sowohl für den kurzen Snack zwischendurch als auch für längeres Verweilen geeignet sein. Neben dem kommenden Standort im Berliner Hauptbahnhof betreibt Station Food bereits einen Foodcourt auf über 900 qm im Hauptbahnhof Karlsruhe. Weitere Standorte an wichtigen Bahnhöfen sind für die kommenden Jahre geplant.

Die Eigentumsverhältnisse von Pret a Manger haben sich seit 2001 mehrmals geändert. Jetzt scheint es in feste Hände zu kommen, denn die Mannheimer Familie Reimann will über ihre Investmentgesellschaft JAB einsteigen. Dem Vernehmen nach wird Pret a Manger nicht als Franchise-Gesellschaft, wie andere Fastfood-Ketten, geführt.