An mehr als 1.300 teilnehmenden Shell-Tankstellen können Sie sich als Postbank oder Cash Group Kunde kostenlos an der Kasse Bargeld auszahlen lassen, wie bei einem Geldautomaten. Dazu brauchen Sie nicht zu tanken oder einen Einkauf zu tätigen.“ So hörte sich bisher das Angebot von Shell Deutschland an, angepriesen auf der Website der Mineralölgesellschaft. Noch wird das Abheben von Bargeld für Kunden von Postbank, Deutscher Bank, Hypovereinsbank, Commerzbank und den Banken, die an den Zusammenschluss dieser Cash Group angeschlossen sind, von den Banken weiterhin online offeriert. Bis zu 1.000 Euro konnten bisher pro Tag vom eigenen Girokonto abgehoben werden. Doch nach Medienberichten wird dieser Service wohl sehr bald eingestellt werden. Die Initiative dazu geht wohl von den betroffenen Banken aus.
Kostenloses Bargeld
Nach Medien-Informationen werden die Kunden und Kundinnen der Cash Group bald an den rund 1.300 Shell-Station kein Bargeld mehr bekommen können. Die Zeitung Kölner Stadt-Anzeiger berichtete als erste darüber. „Die Kooperation mit Shell, über die Kunden der Cash Group bisher bis zu 1.000 Euro an teilnehmenden Tankstellen abheben konnten, läuft Mitte des Jahres aus “, zitiert die Zeitung einen Sprecher der Deutschen Bank und Postbank auf Anfrage. Der Vorteil für die Bargeldkunden bestand auch darin, dass, anders als etwa im Einzelhandel, meist eine Abhebung ohne eine bestimmte Mindest-Einkaufsumme möglich war. Auch andere Gebühren oder Kosten fielen bisher innerhalb der Cashgroup nicht an. Noch hat allerdings Shell Deutschland die Öffentlichkeit und auch die Kundschaft kaum über den Wegfall dieser Dienstleistung an seinen Tankstellen in Kenntnis gesetzt. Dies sollte laut Medien allerdings schon Ende Mai geschehen. Auch ob eine neue, ähnliche Kooperation mit anderen Banken in Planung ist, blieb bisher offen.
Für Kunden und Kundinnen der Banken hat der Rückzug aus der Shell-Kooperation Nachteile. Nicht nur dass die Postbank massiv Filialen schließt. Hinzu kommt, dass Shell-Tankstellen bisher dafür Ersatz boten und in urbanen Räumen wie auf dem Land oft zu finden sind. Zudem sind Tankstellen von den Ladenöffnungszeiten beziehungsweise Schließungen an Sonn- und Feiertagen oder in den späten Abendstunden bekanntlich ausgenommen. Welche Folgen dieser Service-Verlust für die Shell-Stationen haben wird, bleibt allerdings zunächst ungeklärt.
Die Deutsche Bank und deren Tochter Postbank bieten derweil ihrer Kundschaft eine Alternative in Kooperation mit dem Einzelhandel an, um Bargeld abzuheben. Kundinnen und Kunden stehe mit dem ‚Bargeld Code‘ seit November vergangenen Jahres eine Dienstleistung zur Verfügung, mit der sie bei 12.500 teilnehmenden Einzelhändlern täglich bis zu 1.000 Euro abheben oder einzahlen könnten. „Dies hat das Netz zur kostenlosen Versorgung mit Bargeld erheblich erweitert – auch außerhalb der Ballungszentren“, sagte ein Bank-Sprecher auf Nachfrage.
Bargeld nur mit App
Für Deutsche-Bank-Kunden folge dieser Service „zeitnah im Laufe dieses Jahres“. „Zusammen mit den Geldautomaten der Cash Group steht unseren Kunden damit ein Netz von mehr als 17.000 Stellen für die kostenlose Bargeldversorgung zur Verfügung“, so die Bank. Voraussetzung zur Nutzung des Bargeld-Codes ist allerdings der Zugriff auf die Postbank-App, die vor allem die ältere Kundschaft eher nicht hat. Zudem funktioniert Einzelhandels-Bargeldservice wohl nicht sonntags. Auch ist noch offen, ob es an Shell-Tankstellen künftig eine neue oder ähnliche Zusammenarbeit geben wird, um mögliche Frequenzverluste an den Stationen zu vermeiden.