InterTabac Tabak-Fakten

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September ist der Tabakmonat. Dann nämlich trifft sich die Branche in Dortmund zur InterTabac, wo Erfahrungen ausgetauscht, neue Geschäftskontakte geknüpft, Innovationen präsentiert oder einfach Smalltalks gehalten werden.

Die Dortmunder Westfalenhallen sind die größte Raucherzone Europas, wenn nicht sogar weltweit – doch nur an drei Tagen im Jahr, und zwar 2018 vom 21. bis 23. September. Dann kommen in der Ruhrmetropole die Branchenakteure der Tabakwelt zusammen. Die InterTabac, Fachausstellung für Zigaretten, Zigarren, OTP und Raucherbedarf, hat sich längst zur internationalen Networking-Plattform entwickelt. Die Veranstalter erwarten wie 2017 rund 560 Aussteller, siebenmal so viel wie in den Anfänger vor 40 Jahren.

Die Besucher können sich dort darüber informieren, was die Branche bewegt, welche Innovationen zu erwarten und welche gesetzlichen Vorschriften zu beachten sind. Außerdem ist die Messe ein Anlass, neue Geschäftskontakte zu knüpfen und bestehende zu pflegen. Angesichts der komplizierten rechtlichen Rahmenbedingungen und den damit verbundenen wirtschaftskritischen Regelungen besteht außerdem Informations- und Klärungsbedarf unter den Marktteilnehmern. Zum Beispiel zu folgenden Themen:

Produktkarten

Die Diskussion um diese Regal-Kärtchen, auch Faceplates genannte, schlug Wellen. Die Frage, ob sie vor die Tabakpackungen gesteckt werden dürfen oder nicht, scheint vorerst geklärt. Im März hatte das Landgericht Berlin die Rechtskonformität bescheinigt. Verkaufsmodalitäten, etwa wie Tabakwaren im Warenregal präsentiert werden, seien durch die EU-Tabakproduktrichtlinie nicht geregelt worden, heißt es im Urteil. Ähnlich hatten im Juli die Richter des Landgerichts München argumentiert, als die Initiative Pro Rauchfrei in den verdeckten Schockbildern in Automaten an den Ladenkassen einen Verstoß sahen. Allerdings hatte Pro Rauchfrei bereits rechtzeitig angekündigt, gegebenenfalls bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen.

Großpackungen

Sie sind seit Jahren auf dem Vormarsch und spätestens seit 2016, als eine Mindestgröße von 20 Zigaretten pro Schachtel vorgegeben wurde, scheint es bei den Packungsgrößen nach oben keine Grenzen zu geben. Mittlerweile steigen die Inhalte auf 30 und mehr Stück. Der Gesetzgeber argumentiert, dass kleine und damit günstigere Schachteln Jugendliche leichter zum Rauchen verleiten. Viele Verkaufstellen sind allerdings über die Maxi-Packs nicht gerade erfreut. Rainer von Bötticher, selbst Tabakwaren-Facheinzelhändler und Präsident des Bundesverbandes des Tabakwareneinzelhandels, verdeutlicht die Konsequenzen: Mit Großpackungen seien nicht nur Spannenverluste verbunden, sondern die Kunden kommen seltener ins Geschäft. Und bei geringerer Frequenz reduzieren sich die Zukäufe. Lediglich BAT schlägt für die junge Marke Clickarillos eine andere Richtung ein. Allerdings ist es keine Zigarette, sondern eine Zigarillo mit einer Kapsel, über welche der Geschmack zu steuern ist.

Tabakwerbeverbot

Noch nicht vom Tisch ist die Never-Ending-Story des Tabakwerbeverbots, auch wenn das im Koalitionsvertrag gestrichen wurde. Die vorherige Bundesregierung hatte zwar verabschiedet, dass Werbung an Plakatwänden, Litfaßsäulen und an Bushaltestellen verschwinden muss, aber das wurde blockiert. In diesem Frühjahr hatten die SPD sowie die Grünen und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung einen erneuten Anlauf angekündigt, damit das Gesetz dann ab 2020 greift.

Einziger Hersteller, der das begrüßt, ist Philipp Morris Deutschland. Doch der Konzern differenziert, und zwar dahingehend, dass „Tabakwerbung entsprechend der gesundheitlichen Risiken der jeweiligen Produkte reguliert“ werde. Das Unternehmen greift damit einen Kompromissvorschlag aus dem Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2018 auf. Will heißen, die „Außenwerbung und das Sponsoring für E-Zigaretten, die wahrscheinlich deutlich weniger riskant sind als Zigaretten“, sollen erlaubt bleiben, während sie für die Zigaretten verboten werden soll.

Dazu muss erwähnt werden, dass Philip Morris in Deutschland bereits seit Mai 2017 keine Plakatwerbung mehr für herkömmliche Zigaretten-Marken schaltet. Der Konzern forciert stattdessen seinen Tabakerhitzer Iqos mit den Heet-Sticks.

Nicht nur das Bundesinstitut für Risikobewertung, sondern auch immer mehr Fachleute sind sich indes einig, dass alle Produkte, die ohne die Verbrennung von Tabak auskommen, potenziell deutlich weniger gesundheitsschädlich sind als herkömmliche Zigaretten.