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Die Kalzium- und Protein-Bringer
Das Wachstum im Veggie-Markt setzt sich fort, prognostiziert das Institut für Handelsforschung. Vegan wird bedeutsamer. Studien von Mintel unterstreichen das. Sie heben vor allem darauf ab, dass sich die Bundesrepublik bei den Produktneueinführungen veganer Lebensmittel und Getränke mit 18 Prozent weltweit an die Spitze gesetzt hat (USA: 17 Prozent, Großbritannien: 10 Prozent). Katya Witham, Senior Food and Drink Analyst bei Mintel, lässt sich so zitieren: „Vegane Produkte entwickeln sich als eines der am schnellsten wachsenden Segmente in der deutschen Lebensmittel- und Getränkebranche vom Außenseiter zum Mainstream.“ Sehr erfolgreich zögen sie nämlich die Aufmerksamkeit einer „viel größeren, gesunden und ethisch motivierten, flexi-veganen Verbraucherbasis“ auf sich.
Zwar nicht vegan, aber immerhin vegetarisch präsentieren sich die Mini Babybels aus dem Hause Bel Deutschland. Dieser an Kalzium und Proteinen reiche Käse-Snack wird nach Unternehmensangaben zu 100 Prozent mit mikrobiell erzeugtem Lab hergestellt. Das Produkt enthält weder künstliche Aromen oder Farbstoffe noch deklarationspflichtige Zusatzstoffe, ist außerdem laktosefrei.
Die besondere Verpackung mit der raschelnden Folie und der weichen Wachshülle sollte zusammen mit den Produkteigenschaften die Zweitplatzierung im Foodservice-Bereich zulassen und dort Zusatzumsätze durch Impulskäufe ermöglichen. Bel Foodservice bietet die Mini Babybels nämlich seit vergangenem Sommer auch einzeln an. Der Single wiegt 20 g. Es gibt ihn in einer Verkaufseinheit mit 30 Portionen.
Die Entwicklung der Skyr-Produkte
Geht es um Milch- und Käseprodukte, darf ein Blick zu der DMK Group als größter deutscher Molkereigenossenschaft nicht fehlen. Eher zu den Klassikern im Convenience-Shop-Bereich zählt von ihr der fettarme Joghurt von Milram, der es auf 1,5 Prozent Fett bringt. Verkauft wird er im 500-Gramm-Becher – zum Beispiel für die spätere Verwendung im Frühstücksmüsli, gefroren als Frozen-Joghurt oder als Snack mit frischen Früchten.
Unter dem Motto „frisch zubereitet“ bietet DMK unter seiner Milram-Marke im Foodservice außerdem einen teilbefüllten Portionsbecher für das To-go-Geschäft an. Drei Sorten – Quark-Creme, Milchreis und Skyr – sind jeweils zu 185 g vorportioniert und mit einem Aludeckel verschlossen. Bei Bedarf wird dieser entfernt. Frische Zutaten werden beigegeben, der mitgelieferte Domdeckel aufgesetzt und mit einem Etikett verschlossen. Der Vorteil: Die Lösung ist kalkulationssicher, hygienisch und einfach im Handling und die benötigte Menge kann der Nachfrage entsprechend schnell zubereitet werden, ohne das höhere Abschriften durch Warenverluste entstehen.
Besonders aufmerksam verfolgt die DMK Group die weitere Entwicklung bei den Skyr-Produkten, die mit dem weltweiten Trend hin zu eiweißreichen Produkten bei wenig Fett harmonieren. Um das Grundnahrungsmittel der Isländer herzustellen, wird entrahmte, pasteurisierte Milch mit speziellen Milchsäurebakterien und Lab versetzt und dickgelegt. Dazu wird etwa dreimal so viel Milch benötigt wie für herkömmlichen Joghurt. Das Ergebnis ist ein Produkt, das an Magerquark oder cremigen griechischen Joghurt erinnert, aber ein Frischkäse ist und leicht säuerlich schmeckt.
Die richtige Sortenvielfalt
Bereits jetzt gilt die DMK Group als eine der bedeutendsten Skyr-Lieferanten in Deutschland, und sie will diese Rolle ausbauen. Vor allem Sportler und gesundheitsbewusste Menschen schätzen den Skyr, weil er einen hohen Proteingehalt hat und kaum Fett enthält. Matthias Rensch, Chief Operating Officer DMK Brand, ist überzeugt: „Sortenvielfalt ist für den Verbraucher ein wichtiges Kaufkriterium. Das heißt, dass nicht neue Marken Mehrwert bieten, sondern neue Sorten von starken Marken.“ Auf jeden Fall dürfte es auf diese Art und Weise möglich werden, dass neue Impulse in den Regalen neue Kunden-Kontakte ermöglichen und auch der Foodservice-Bereich profitiert. Die Zusatz-Umsätze sollten die Shop-Betreiber darum nicht den anderen Playern der Handelsgastronomie ohne weiteres zuspielen beziehungsweise diesen überlassen.