Süßwaren Weniger ist mehr - Im Interview: Klaus Lützig

Süßwaren stellen sich neu auf. Attraktive Positionierung im gesamten C-Store, aber auch ein deutlich reduziertes Sortiment können die Umsätze puschen. Wichtig: Renner gehören in die Pole-Position.

Dienstag, 11. November 2014, 13:28 Uhr
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Im Interview:  Klaus Lützig, Lekkerland
Im Interview: Klaus Lützig "Auf aktuelle Trends setzen"

Einschätzungen, Trends und Tipps zum Süßwaren-Segment von Klaus Lützig, Head of Product Supply & Commerce Food bei Lekkerland Deutschland.

Laut aktuellen Zahlen von Nielsen (1. Halbjahr 2014) müssen die Tankstellen im Bereich Süßwaren deutliche Absatzverluste hinnehmen. Worauf führen Sie das zurück?

Klaus Lützig: Süßwaren machen immer noch einen großen Teil des Umsatzes an Tankstellen aus. Innerhalb des Sortiments hat es allerdings einige Verlagerungen gegeben. Mittlerweile bietet fast jede Tankstelle auch ein Sortiment an süßen und herzhaften Backwaren. Endverbraucher greifen daher auch gerne mal zu einem Muffin oder einem Donut, statt zur klassischen Süßware.

Was können die Tankstellen-Betreiber hier aus Ihrer Sicht besser machen?

Lützig: Tankstellen-Betreiber sollten ihr Geschäft noch stärker als früher auf Impulsartikel konzentrieren. Kleine Snacks, Riegel, Bonbons und Kaugummis sind weiterhin die Kundenlieblinge. Lekkerland setzt hier ganz besonders auf die führenden Markenartikel sowie auf Lizenz-Produkte, die breit beworben werden und dem Endverbraucher bekannt sind. Oftmals handelt es sich hierbei um Promotionsartikel, deren Aktionszeitraum im Regelfall auf drei bis sechs Monate ausgelegt ist. Diese Produkte setzen häufig auf aktuelle Trends

Kioske sowie der LEH unter 100 qm und auch Bäckereien legen laut Nielsen hingegen zu? Können Sie sich das erklären?

Lützig: Klassische Impulsartikel wie Schokoriegel oder kleine Snacks stehen auch an Kiosken und kleineren Shops im Mittelpunkt. Der aktuelle Trend geht dahin, verstärkt in der Nachbarschaft einzukaufen und den Kiosk „seines Vertrauens“ zu unterstützen. Getragen wird dies oft von den vielen Single-Haushalten und der zunehmend älteren Bevölkerung.

Welche Süßwaren-Trends bestimmen derzeit den Convenience-Markt?

Lützig: Im Schokoladenbereich ist derzeit Karamell der absolute Favorit bei den Endverbrauchern. Gebäck wird vermehrt in kleinen Impulspackungen von 50 oder 100 Gramm gekauft, da sie den Wunsch des Konsumenten nach Abwechslung erfüllen. Im Bereich Chips und Knabbereien stehen nach wie vor Paprikavariationen hoch im Kurs.

Können Sie Süßwaren-Absatzzahlen nennen?

Lützig: Absolute Zahlen nennen wir leider nicht. Aber wir konnten mit Süßwaren im ersten Halbjahr einen guten Absatz erwirtschaften und sind mit den Zahlen im Vergleich zum Vorjahr zufrieden.

Wie viele neue Süßwaren-Produkte listet Lekkerland jährlich im Schnitt?

Lützig: Von monatlich etwa 40 bis 50 angebotenen Produkten aus dem Süßwarensegment kommen bei Lekkerland ca. 20 bis 25 in die nähere Betrachtung. Letztendlich werden davon zehn bis 15 Produkte jeden Monat gelistet.

Und wie viele bleiben von diesen Artikeln dann auch langfristig im Sortiment?

Lützig: Wenn man bei langfristig von einem Jahr ausgeht, bleiben maximal fünf Süßwaren-Produkte im Sortiment bestehen. Hier ist unser eindeutiger Wunsch, dass mehr neue und innovative Artikel angeboten werden, die für unsere Kunden gute Umsätze bringen und natürlich auch ertragsstark sind. me

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Bild öffnen Eine attraktive Positionierung von Süßwaren kann den Verkauf ordentlich puschen. (Foto: Stefan Mugrauer)
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