US C-Stores Fünf Wege aus der Branchen-Krise

Shops in den USA sehen sich derzeit vielen Herausforderungen gegenüber, von Betriebskosten über Shop-Umsätze bis hin zum Marktwettbewerb. Die NACS und Dover Fuelling Solutions haben im Rahmen einer Studie jetzt interessante Lösungsansätze identifiziert.

Mittwoch, 27. Mai 2026, 17:16 Uhr
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Bildquelle: NACS

Gemeinsam hatten NACS und Dover Fueling Solutions im Jahr 2025 Entscheidungsträger in den ganzen USA befragt, um zu verstehen, was aus deren Sicht das eigene Wachstum antreibt, was es bremst und welche Technologieinvestitionen die stärksten Renditen erzielen sollten. Die Ergebnisse wurden in der Studie „Retail Rewired – 2026 Fuel & Convenience Trend Report“ veröffentlicht und im Wesentlichen in fünf Punkten zusammengefasst:

1. Optimierung jedes Dollars

Die Kontrolle der Betriebskosten war im Bereich Kraftstoff und Convenience stets eine Herausforderung gewesen, wissen die Praktiker. Fast die Hälfte der Betriebsleiter (48 Prozent) sieht hohe Betriebskosten als eine der größten geschäftlichen Herausforderungen an. Um diese hohen Kosten zu bewältigen, nutzen Einzelhändler ihre Daten. 62 Prozent gaben an, dass die Nutzung ihrer Daten zur Reduzierung oder Schrumpfung von Verschwendung im vergangenen Jahr am effektivsten für Kostensenkungen gewesen sei. Diese Strategie ist bei Einzelhändlern mit mehr als zehn Standorten noch verbreiteter, wobei 72 Prozent bestätigen, dass sie Daten zur Kostensenkung genutzt haben. Weitere 43 Prozent gaben an, dass die Einführung von Lösungen für präventive Wartung – die oft stark auf Datensammlung, prädiktive Analytik und Automatisierung angewiesen sind – entscheidend für die Kostensenkung war.

2. Erfahrungsbasierte Investitionen

60 Prozent der Befragten haben die Verbesserung der Kundenbindung und -Loyalität zu einer wichtigen Geschäftspriorität gemacht. Tankstellen und Convenience-Stores gediehen durch wiederkehrende, häufige Besuche von Kunden, wodurch Loyalität zu einem entscheidenden Gewinnfaktor wurde. Als besonders effektiv zur Steigerung des Bruttogewinns sollen sich die Erweiterung ihres Lebensmittelangebots, die Optimierung der Shops und ihrer Einrichtung sowie die Einführung technologiegestützter Loyalitäts- und Promotionslösungen erweisen haben.

3. Updates für die Technologie

In den kommenden zwei Jahren wollen die Convenience-Führungskräfte dabei im Einzelnen ihren Fokus auf drei wichtige Technologie-Upgrades richten: Treue- und Bonusprogramm, Gastronomieausstattung sowie Promotions- und Werbetechnologie. Das wird in den USA als besonders wichtig empfunden, denn durch das weitverbreitete „Pay at the pump“ ist es besonders wichtig, die Tankkunden davon zu überzeugen, ein paar zusätzliche Schritte ins Geschäft zu machen. Das gelingt wohl am besten mit Rabatten und Promotions, verbesserten Lebensmittel- und Getränkeangeboten sowie personalisierten Treueprogrammen.

4. Intelligentere Systeme, reibungslosere Verkäufe

Das digitale POS-System ist zum Zentrum von Tankstellen- und Convenience-Operationen geworden, das Zahlungen, Treueprogramme, Inventar und Daten in Echtzeit verbindet. Jeder vierte Shop-Betreiber in den USA plant, es in den nächsten zwei Jahren zu modernisieren. Bei Betreibern mit zehn oder weniger Filialen steigt diese Zahl auf 30 Prozent. Eine treibende Kraft hinter diesem Trend könnte laut der Studienmacher sein, dass die Einzelhändler ihren Return on Investment (ROI) optimierten (38 Prozent) und Treue sowie POS-Integration zu den drei wichtigsten ROI-Treibern für ihr Geschäft gehörten. Bei der Wahl der nächsten POS-Lösung steht der Anspruch „Benutzerfreundlichkeit“ ( 71 Prozent) ganz oben. Das liegt laut den Studienmachern daran, dass C-Store-Kassierer inzwischen mehrere Rollen und Aufgaben im Shop, vom Kunden-Checkout und der Warenauffüllung bis hin zur Sauberhaltung der Einrichtungen übernähmen. Angesichts hoher Mitarbeiterfluktuation müsse die Schulung neuer Mitarbeiter in der Ladentechnologie künftig so einfach und unkompliziert wie es nur eben möglich ist, sein.

5. Vorbereitung auf das Elektrozeitalter

Das Laden von Elektrofahrzeugen anbieten zu können, steht für Kraftstoffhändler in den USA ganz offensichtlich bisher noch eher auf dem langfristigen Wunschzettel. Gewisse vorteilhafte gesetzliche Veränderungen sorgten allerdings  inzwischen dafür, dass „der Sektor auf einem Weg stetigen Fortschritts“ bleibt. Bisher planen aber lediglich 40 Prozent der Tankstellen- und anderer C-Store-Betreiber, langfristig EV-Ladeinfrastruktur zu schaffen. Weitere 21 Prozent der Store-Betreiber gaben an, dass sie zwar noch keine EV-Ladestationen anbieten, dies jedoch planen würden. Für die meisten Händler (84 Prozent) hat das Laden aber immerhin einen Platz in ihrer langfristigen Strategie.

Wichtige Punkte im „Playbook für den Fortschritt“ sind für NACS und Dover Fueling Solutions die Nutzung von  Daten zur Kostenreduzierung, Investitionen in Technologie und Modernisierung der Systeme. Die beiden Marktpartner sind aber auch überzeugt, dass einzelne Investition nicht genug veränderten. Notwendig sei ein „zusammenhängendes Ökosystem“ für die Veränderungen. Für die langfristige Widerstandsfähigkeit und die Weiterentwicklung der Shops sei die Einführung digitaler Medien zur Ansprache von Tankkunden und der Ausbau von Food-Service-Fähigkeiten für mehr Kundenverkehr notwendig sowie eine gute Vorbereitung auf die E-Loading-Zukunft.