Globus Fresh Auch 
für Deutschland?

Im Interview mit Lebensmittel Praxis sprach Globus-Chef Matthias Bruch auch über das Convenience-Konzept „Globus Fresh“ und seine Relevanz.

Montag, 07. Juli 2025, 09:38 Uhr

Globus Deutschland, Betreiber von zahlreichen Großflächen in hier zu Lande, denkt offensichtlich darüber nach, wie er Kunden, die schnellen und nahen Einkauf bevorzugen, noch besser ansprechen kann. Das kam kürzlich im Interview der Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis (LP) mit dem Globus-Chef Matthias Bruch zur Sprache: „Wir haben viele treue Kunden, die nur einen begrenzten Teil ihres Budgets bei Globus ausgeben, da wir oft eine halbe Stunde oder weiter entfernt sind. Diese Kunden kommen ein- bis zweimal im Monat zu uns und erledigen ihre restlichen Einkäufe bei lokalen Anbietern wie Edeka, Rewe oder Discountern. Daher ist der „Share of Wallet“ ein wichtiges Thema für uns. Wir suchen nach Wegen, um diesen Kunden ein Zeit sparendes und bequemeres Einkaufserlebnis zu bieten“, sagte Bruch.

In Innenstädten 
und Wohngebieten
Dabei geht es offensichtlich auch darum, wo die Läden angesiedelt sind, wie Bruch gegenüber der LP erläuterte: „Unser Ziel ist es, näher an die Innenstädte und Wohngebiete zu kommen, wo die Menschen leben und arbeiten“. Geschehen könne das perspektivisch beispielsweise über E-Commerce oder kleinere Filialformate, wie sie das Unternehmen derzeit in Tschechien mit Globus Fresh teste. „Das bietet Potenzial. Strategisch ist das für uns ein großes Thema. Wir haben auch viele Möglichkeiten, im Nahbereich zu wachsen“, so Bruch weiter.

Globus Fresh testet
 in Tschechien
In Tschechien testet Globus innovative Kleinflächenkonzepte zwischen 200 und 400 Quadratmetern mit Bedien- und Beratungspersonal. „Wir schätzen auch auf der Kleinfläche die menschliche Begegnung“, betonte Bruch gegenüber der LP. Auch der Fokus dieser Kleinflächen soll auf der Eigenproduktion liegen. Neben einer Metzgertheke gibt es eine große Backwarenabteilung und ein kleines gastronomisches Angebot das „Globus Bistro“. Dazu kommt ein kompaktes Sortiment an Trocken- und Frischwaren. Etwa 60 Obst- und Gemüseartikel sowie insgesamt annähernd 2.000 Artikel liegen über vergleichbaren Convenience-Formaten.

Auch Lieferservice
gehört zum Konzept
Über den Lieferservice-Anbieter Foodora bietet das Unternehmen im östlichen Nachbarland zusätzlich einen Heimlieferservice an. Im August 2024 hatte mit Globus Fresh bereits die dritte Fläche dieser Art eröffnet. Im Ort Brno soll Aussagen von Matthias Bruch 2025 ein vierter Fresh hinzukommen. Fresh ist zwar laut Bruch für Deutschland vorstellbar „aber momentan ist das noch kein Thema, da man sich in der Phase befinde, das Konzept in Tschechien weiter zu optimieren“, sagte er und ergänzte: „Unser Ziel ist es, dort einen Punkt zu erreichen, der einen größeren Rollout möglich macht. Erst dann überlegen wir, wie eine deutsche Version aussehen kann. Wir sehen darin großes Potenzial für die Zukunft, um aus einem Hypermarkt heraus verschiedene Standorte zu betreiben und unseren Marktanteil zu erhöhen.“

Ein Geschäft mit 
positivem Trend
Insgesamt kann die Globus-Gruppe nach eigenen Angaben auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr des Geschäftsjahres 2024/2025 zurückblicken. Die Saarländer erzielten zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2024 einen Bruttoumsatz von 4,90 Milliarden Euro, inklusive Tankstellen-Geschäft. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 173,3 Millionen Euro und liegt somit leicht über dem Vorjahresniveau, heißt es aus St. Wendel.