Bildquelle: Holzinger

Bio-Shop Ein veganes Shop-Konzept

Anette Holzinger hat in München einen Store mit ausschließlich veganen und biologischen Produkten eröffnet. Eine trendige Geschäftsidee mit Zukunftsperspektive.

Eigentlich ist sie gelernte Steuerberaterin. Fundierte Kenntnisse des Steuerrechts können sicherlich auch nicht schaden, wenn man einen Laden eröffnen will. Anette Holzinger ist eine typische Quereinsteigerin ins Food-Geschäft. Fast 20 Jahre hat sie in einem ganz anderen Beruf gearbeitet. Zuletzt als Geschäftsführerin in einer Treuhandgesellschaft. Doch ihre Leidenschaft fürs das Kochen und die Begeisterung und auch persönliche Überzeugung für den veganen Lebensstil haben dazu geführt, dass die 44-Jährige ihren Job an den Nagel gehängt hat und ein Geschäft eröffnen wollte, dass ihre persönliche Überzeugung in Sachen Ernährung widerspiegelt. Und es sollte alles andere als ein Schnellschuss werden. Ein gut durchdachtes Konzept musste her. Mehr als zwei Jahre hat sie dann auch an einem Businessplan für ein veganes Bio-Feinkostgeschäft gearbeitet.

Ende November 2015 war es soweit und in München, nahe der Theresienwiese, eröffnete das wohl erste vegane Feinkostgeschäft der Stadt. „Angesprochen werden sollen vor allem Menschen, die sich mit Ernährung und guten Nahrungsmitteln beschäftigen, die etwas Besonderes haben wollen und in schönem Ambiente einkaufen möchten“, teilt Holzinger mit. Ihr Kalkül scheint aufzugehen: Es sei gut angelaufen, berichtet die Geschäftsfrau gegenüber Convenience Shop. Die Regionalpresse habe sie zur Eröffnung unterstützt und die sozialen Netzwerker tun ihr Übriges. Wie ein Lauffeuer hat sich hier die Eröffnung unter Fans der veganen Ernährung verbreitet. „Viele Kunden kommen auch, weil sie neugierig auf das neue Konzept sind“, sagt Holzinger.

Der Laden bietet die gesamte vegane Bandbreite: vor allem reichlich frisches Obst und Gemüse, Joghurt, Getreidedrinks, veganen Käse, frische Backwaren, exklusive Torten, Burger, Müsli, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Mehl, Kaffee, Tee und vieles mehr. Auch Frische-Convenience ist mit von der Partie. Das Sortiment stammt bestenfalls aus der Umgebung. So kommen Ingwerkonzentrat, Torten, Marmeladen und auch der obligatorische Tofu aus München, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie lege auf ethisch-biologische Ware Wert, die möglichst regional produziert werde, sagt Holzinger.

Insgesamt sind rund 2.000 Artikel im Angebot, die auf einer Verkaufsfläche von 170 qm angeboten werden. Hinzu kommt noch eine Antipasti-Frischetheke und natürlich darf die obligatorische Café-Bar auch hier nicht fehlen. Für Nachschub im Laden sorgen zwei auf vegane Produkte spezialisierte Großhändler, aber auch zahlreiche kleine Manufakturen, von denen Holzinger die Ware direkt bezieht.

Wenn alles gut läuft, will die ambitionierte Hobby-Köchin in diesem Jahr einen Umsatz in Höhe von 500.000 Euro erwirtschaften. Zwei Vollzeit- sowie drei Teilzeit-Kräfte und vier Aushilfen sollen Kunden fundiert beraten – sich Zeit nehmen. Auch das gehört zum Konzept. Deshalb legt die Chefin auch Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter gut geschult sind und sich in Sachen vegane Ernährung auskennen. Um die Kunden auf den veganen Geschmack zu bringen, werden auch Kochkurse, Vorträge und Workshops durchgeführt. Ein Sub-Unternehmen bietet übrigens auch veganes Catering an. Im nächsten Jahr sollen viele Produkte auch Online zu haben sein.