Ladenbau Juicify Ohne Anschluss

Mit seiner neuartigen Ladetechnik eröffnet Jucify Verkehrsgastronomen und Shop-Betreibern neue Spielräume in der Kundenansprache.

Was nutzen die vielen Funktionen eines Smartphones, wenn ihm der Saft ausgeht? Der Akku ist eine Schwachstelle und den Mengen des permanenten Datenaustausches nicht gewachsen. Wer vermeiden will, dass unterwegs der Akku versagt, hat sein Ladekabel gleich dabei. Moderne Shops, wie der der Westfalen-Tankstelle in Münster-Amelsbüren, haben mit integrierten Steckern in den Bistro-Tischen schon vorgesorgt, doch noch bequemer ist es mit der Juicify-Ladetechnik. Die Ladedauer ist nur geringfügig länger als mit Ladekabel.

Lennart Tremp und Tammo Wallisch haben im Rahmen ihrer Masterarbeit eine Möglichkeit entwickelt, das Handy einfach durch Ablegen mit Strom zu versorgen und damit ein Star-up-Unternehmen gegründet. Das System funktioniert ähnlich wie bei einer elektrischen Zahlbürste. Ein ultraflaches, drahtloses Ladegerät, der so genannte Juicify-Slurpspot, kann in verschiedenen Flächen, etwa in einen Tisch, integriert werden und von dort aus über Induktion das Smartphone mit Energie versorgen.

Mobile der neuen Generation verfügen bereits über einen integrierten Ladeempfänger. Für ältere Modelle haben die beiden Unternehmens-Gründer eine „Antenne“ konstruiert, die einer Kreditkarte gleicht und durch einen Steckkontakt ans Handy anzuschließen ist. Dieses Teil braucht lediglich auf den Slurpspot gelegt werden und der Akku bekommt wieder Saft bzw. Juice. Von dieser Übersetzung ins Englische haben Tremp und Wallisch übrigens auch ihren Firmennamen abgeleitet: Juicify steht für „der Saft fürs Smartphone“.

Gesteuert wird der Ladevorgang übrigens durch die so genannte Juicify-App, die vom User vor der ersten kabellosen Aufladung noch installiert werden muss. Sie bietet gleich noch einen weiteren Zusatznutzen. Handy-Nutzer werden nicht nur bis zum nächsten Juicify-Slurpspot gelenkt, sie können über die App auch mit Informationen, Dienstleistungen und Werbung versorgt werden.

Das Aufladen und die App kostet sie nichts. Lediglich die Ladeempfänger, also die Kreditkarten-förmigen Antennen, sind vor Ort einmalig zu erwerben, zum Beispiel im Bistro oder Tankstellenshop. Dessen Betreiber tragen die Kosten für die Installation des Juicify-Slurpspots und den Betrieb dieses Ladegerätes sowie die Einbindung in die App. Gleichzeitig können sie aber auch am Verkauf der Empfänger und möglicherweise an der Werbung verdienen. Und lust but not least, das bequeme Aufladen könnte die Verweildauer der Kunden erhöhen.