Weltweiter Wandel Die Mobilität wird sich verändern

Aus Anlass unseres 30-jährigen Jubiläums haben wir auch den US-Verband NACS um eine Stellungnahme gebeten. Wir stellten die Frage, ob der internationale C-Markt durch die Mobilitätswende vor einem grundlegenden Wandel steht.

Freitag, 05. Juli 2024 - International
Mark Wohltmann, Director NACS Global
Artikelbild Die Mobilität wird sich verändern
Bildquelle: Royal Dutch Shell

Die Zukunft der Mobilität hängt stark von regionalen und lokalen Besonderheiten ab. Doch bevor wir uns mögliche Szenarien auf der ganzen Welt ansehen, wollen wir definieren, was die Zukunft der Mobilität bedeutet. In diesem Fall definieren wir sie als die Gründe, warum Menschen sich fortbewegen, und die Art der Fahrzeuge, in denen sie sich fortbewegen würden. Derzeit beeinflussen im Wesentlichen vier Faktoren die Mobilität weltweit:

  1. Es gibt eine höhere Kraftstoffeffizienz bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, was in vielen Ländern den größten Beitrag zur geringeren Kraftstoffnachfrage geleistet hat.
  2. Das anhaltende Wachstum von Elektrofahrzeugen, die in den Vereinigten Staaten nur etwa ein Prozent der Fahrzeuge auf der Straße ausmachen, aber mehr als zwanzig Prozent der Fahrzeuge auf den Straßen in Norwegen.
  3. Die Veränderung der eigentlichen Definition von Arbeit und Pendeln, da Unternehmen weiterhin hybride Arbeitspläne einführen, bei denen Arbeitnehmer inzwischen weltweit zwischen einem oder mehreren Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiten können.
  4. Wenn für Arbeitnehmer, die von zu Hause aus arbeiten, der Standort vom Arbeitsplatz entkoppelt wird, verringert sich nicht nur das Pendeln, sondern auch die Notwendigkeit, in der Nähe von Arbeitsplätzen oder von Städten mit höheren Lebenshaltungskosten zu wohnen. Der Rückgang des Stadtlebens könnte, wenn es sich um einen langfristigen Trend handelt, auch negative Auswirkungen auf den Nahverkehr und andere stadtzentrierte Optionen wie gemeinsame Fahrrad- oder Rollerflotten haben.

Unterschiedliche Betroffenheit
Jede Region der Welt ist diesen vier Faktoren unterschiedlich ausgesetzt, je nach Kultur, Ressourcen, Infrastruktur und staatlichen Eingriffen. Auch innerhalb der Länder sind Unterschiede erkennbar. In den Vereinigten Staaten ist die Wahrscheinlichkeit, dass Fahrer Elektrofahrzeuge in dicht besiedelten Gebieten in Kalifornien oder an der Ostküste fahren, weitaus größer als in ländlichen Gebieten in der Mitte des Landes.

Verschiedene Definitionen
Es ist auch wahrscheinlich, dass Definitionen zum Thema Kraftstoff in der Zukunft der Mobilität eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Regierungsaufträge, die eine grüne Agenda zur Begrenzung der CO2-Emissionen vorantreiben, konzentrieren sich weitgehend auf Elektrofahrzeuge als einzige Lösung. Da jedoch die Besorgnis über die Einführung von Elektrofahrzeugen zunimmt, könnten andere kohlenstoffarme Optionen wie E-Fuels oder erneuerbarer Biodiesel mehr Anklang finden, insbesondere da die Infrastrukturbedenken hinsichtlich des für das Laden von Elektrofahrzeugen erforderlichen Stroms zunehmen, sei es im Zusammenhang mit dem Netz oder der Verfügbarkeit von Ladegeräten.

Ein Ziel für Innovationen
Die enorme Größe der Transportbranche macht sie zu einem attraktiven Ziel für Innovationen. Einige dieser Innovationen werden erfolgreich sein, andere werden scheitern. Erinnern Sie sich an das Konzept der On-Demand-Tankung, bei der Sie Ihr Fahrzeug auftanken, mit der Prämisse, nie wieder zur Tankstelle fahren müssen? Oder ein Carsharing, bei dem Sie Ihr persönliches Fahrzeug für die zwanzig Stunden am Tag, in denen Sie es nicht nutzen, an andere vermieten können? Beide scheiterten am Mangel an Nachfrage oder an einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell, das diese Prämisse unterstützte – oder an beidem. Auch große gesellschaftliche Trends werden die Zukunft der Mobilität bestimmen. Während wir bestimmte Fakten über demografische Veränderungen oder andere allgemeine Trends kennen, ist es das Unbekannte, das die Zukunft der Mobilität am stärksten beeinflussen wird, sei es das Wetter, Krieg, Hungersnöte oder andere Probleme. Hinzu kommt, wie politische Entscheidungsträger auf entsprechende Nachrichten reagieren – oder überreagieren. Für gewählte Politiker ist es in den Augen der Wähler weitaus besser, etwas zu tun, ob schlecht beraten oder nicht, als nichts zu tun. Mobilität wird sich verändern. Die Veränderungsrate, die man beobachtet, hängt davon ab, wo man lebt und arbeitet. Sie dürfte in Tokio viel schneller sein als im ländlichen Burundi. Und diese Zukunft entwickelt sich ständig weiter. Der Zukunftsforscher William Gibson sagte einmal: „Die Zukunft ist bereits da; sie ist einfach nicht gleichmäßig verteilt.“ In der Mobilität kommt es zu Veränderungen, diese scheinen immer langsam zu beginnen und dann plötzlich zu wachsen.