E-Mobilität Viel Bewegung bei E-Transportern

Kia konnte mit seinem „PV5“ erstmals den Titel „International Van of the Year“ mit einem Elektrotransporter für einen asiatischen Hersteller gewinnen und hat weiter viel vor.

Montag, 16. Februar 2026, 21:14 Uhr
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Bildquelle: Kia

Zu einer ganz besonderen Auszeichnung im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge (LCV) kam es Ende 2025: Mit dem Kia PV5 wurde erstmals ein asiatischer Elektrotransporter „International Van of the Year 2026”. Und Kia ist erst die zweite asiatische Marke in der 34-jährigen Geschichte des Wettbewerbs, die damit ausgezeichnet wurde. Zur Ermittlung des Gewinners werde in einer umfassenden Bewertung geprüft, inwiefern ein neues Modell dazu beitrage, die Produktivität zu steigern und das LCV-Segment insgesamt weiterzuentwickeln, teilte das Unternehmen mit. Zu den Kriterien für die Vergabe dieses begehrten Preises zählen dabei  beispielsweise technologische Innovation, Betriebseffizienz, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit.

Den Kunden zugehört

„Kia steht seit langem an der Spitze der Elektrofahrzeug-Innovation, und der PV5 bringt diese führende Position zielgerichtet in den Bereich der Nutzfahrzeuge ein“, sagte Ho Sung Song, Präsident und CEO der Kia Corporation und ergänzte: „Wir haben unseren Geschäftskunden aufmerksam zugehört und uns bei der Entwicklung des PV5 darauf konzentriert, ein Fahrzeug zu schaffen, das zum einen äußerst praktisch ist und zum anderen durch sein raffiniertes, modernes Design und seine Funktionalität eindeutig Kia ist.“

Eine spezielle Plattform

Der PV5 ist der erste elektrische LCV (eLCV) von Kia sowie das erste Modell der „Platform Beyond Vehicle (PBV)“-Produktreihe der Marke und basiert auf der speziellen Plattform EGMP.S (Electric Global Modular Platform for Service). Die Reichweite beträgt beim PV5 Cargo L2H1 – der Transporter-Variante mit langem Radstand und bis zu 790 Kilogramm Nutzlast – bis zu 416 Kilometer und bei der fünfsitzigen Pkw-Variante PV5 Passenger bis zu 412 Kilometer (nach WLTP, jeweils bei 71,2-kWh-Batterie). Der Akku soll sich bei beiden Modell-Varianten in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent schnellladen lassen. Der PV5 Cargo wurde, so berichtet das Unternehmen außerdem stolz,  sei bereits mit einem Guinness World Records-Titel für die mit 693,38 Kilometern erzielte größte Entfernung, die ein batteriebetriebener leichter Elektrotransporter mit maximaler Nutzlast und auch mit einer einzigen Ladung zurückgelegt habe, ausgezeichnet worden.

Auch mit Fahrerhaus

Der PV5 Cargo L2H1 und der fünfsitzige PV5 Passenger sind laut Unternehmen jetzt europaweit erhältlich. Außerdem sei in Deutschland inzwischen auch der PV5 Chassis Cab, ein Fahrgestell mit Fahrerhaus, bestellbar. Ab dem aktuellen Jahr soll die Modellpalette weiter ausgebaut werden, so beispielsweise mit einer neuen Versionen des PV5 Cargo mit kurzem Radstand (L1H1) sowie mit langem Radstand und Hochdach (L2H2). Weitere PBV-Modelle wie die größeren PV7 und PV9 sollen folgen.

Eine besondere Testanlage

Die Hyundai Motor Group, zu der mit Hyundai und Genesis auch Kia gehört, hatte im Herbst 2025 auch ihre neue 150 Millionen Euro teure Testanlage im Hyundai Motor Europe Technical Center (HMETC) in Rüsselsheim offiziell eröffnet. Der neue Square Campus soll „ein Meilenstein im Engagement des Konzerns für europäische Innovation und Technik-Exzellenz und die bedeutendste

Investition in die Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen des HMETC seit der Eröffnung des „Round Campus“ im Jahr 2003 sein.  Zur Ausstattung der 25.000 Quadratmeter großen Anlage gehört die größte Semi-Absorberkammer des Konzerns, die eine uneingeschränkte Prüfung von Geräuschen, Vibrationen und Rauheit (Noise, Vibration, Harshness, NVH) sowie des Vorbeifahrgeräusches ermöglicht, unabhängig von den Wetterbedingungen.

Fahrzeuge und Komponenten testen

Die Prüfstände im Square Campus sollen für die Entwicklung eine zentrale Rolle spielen, indem sie umfassende Tests von Fahrzeugen sowie einzelnen Komponenten von vollelektrischen, hybriden und rein verbrennungsmotorischen Antriebe ermöglichen. Zu den weiteren Einrichtungen gehören ein Ladelabor für Elektrofahrzeuge, ein State-of-the-Art-Fahrsimulator und neue Anlagen für die erweiterte Elektroniksystem-Entwicklung, einschließlich Over-the-Air-Updates (OTA), Cybersicherheit und moderne Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistant Systems, ADAS). Das soll laut Unternehmen auch das umfassende Engagement des eigenen Konzerns widerspiegeln, „möglichst nachhaltige Mobilitätslösungen zu entwickeln und bis 2045 sein weltweites Modellangebot komplett auf Fahrzeuge ohne CO2-Emissionen im Fahrbetrieb (nach WLTP) umzustellen“.