Kongress und Wachstum Smarte Convenience kommt weiter voran

Die Zahl der Smartstores in Deutschland hat die Schwelle von 750 überschritten. Das gibt Professor Stephan Rüschen zu Protokoll, der mit Team per Google-Karte den Überblick garantiert.

Mittwoch, 29. Oktober 2025, 19:07 Uhr
Artikelbild Smarte Convenience kommt weiter voran
Bildquelle: Duale Hochschule Heilbronn

Die Zahl der Smartstores in Deutschland hat die Schwelle von 750 überschritten. Das gibt Professor Stephan Rüschen zu Protokoll, der mit Team per Google-Karte den Überblick garantiert.

Derzeit wird in Deutschland fast jeden Tag ein Smartstore eröffnet, das berichtete Professor Stephan Rüschen. Dessen Veranstaltung „Smart Stores 24/7 – Die Kunden im Fokus“ an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg  (DHBW) in Heilbronn, im Sommer 2025, war in diesem Jahr der Top-Kongress zum Thema. Rüschen, der mit seinem Team die aktuellen Smartstores auf einer interaktiven Karte sammelt, konnte verkünden, dass es in Deutschland inzwischen über 700 dieser Outlets gibt und laut eines Updates auf Linkedin sind es inzwischen bereits mehr als 750, die er auf dieser Karte zeigen kann. Das große Interesse an der Entwicklung dokumentiert sich auch dadurch, dass diese Google Maps Karte nach 18 Monaten inzwischen über 100.000 Aufrufe hatte, das entspricht etwa 185 Aufrufen pro Tag. Im Sommer führend bei den Marken waren Tante Enso mit 73, Tante M mit 60, Teo mit 42, Dorfladenbox mit 19 und Mein Markt24 mit elf eröffneten Smartstores.

Einteilung der neuen Branche

Rüschen und sein Team teilen die Konzepte ein in „Ländliche Nahversorgung“ (zum Beispiel Tante Enso), die bereits im Juni mit etwa 290 Outlets vertreten waren; Direkt-Vermarktung (zum Beispiel Dorfladenbox) mit 200;  Fachhandel (zum Beispiel Setzer Shop) mit 70; Innenstadt (E-Kiosk) mit 110; Travel Retail an Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen (PM Express) mit 30, sowie Sonstige wie Kliniken und Senioren-Residenzen (Rewe-To-go) mit etwa 20 Stores. Gemeinsam haben die Konzepte in der Regel, dass sie ohne Personal funktionieren beziehungsweise unbemannt sind, rund um die Uhr geöffnet haben, kleine Flächen bespielen, bargeldlos funktionieren und dass sich die Kundschaft hier registrieren oder identifizieren muss. Etwa 20 Tests mit einem solchen Angebot liefen bereits im Sommer an Tankstellen, beispielsweise bei Avia, Q1 und Pfennigs. An E-Ladeparks testen zurzeit beispielsweise Aral, Orlen, EnBW und Fastned.

Über die Ergebnisse einer aktuellen Shopper-Befragung zum Thema berichtete in Heilbronn auch Reiner Graul von Bormann & Gordon. Nach seinen Erkenntnissen gehören zu den wichtigsten Kundenzielgruppen dieser Retail-Angebote berufstätige Menschen oder Studenten (28 Prozent), alle Menschen und Altersgruppen (24 Prozent), junge Menschen (19 Prozent), Menschen, die schnell zu jeder Uhrzeit einkaufen müssen (15 Prozent), Reisende (15 Prozent) und Senioren (7 Prozent). Ihre Potenziale schöpfen diese Smartstores laut Graul aber längst noch nicht aus. So interessierten sich 31 Prozent der Befragten für begehbare Stores aber nur 22 Prozent nutzten sie aktuell bereits. Für Automatenstores interessieren sich 28 Prozent, in diese Richtung aktiv geworden sind bisher nur 18 Prozent. Graul sieht Convenience als Hauptmotiv für die Nutzung.

Lekkerland und MCS auf der Bühne

Vertreten beim Kongress war in diesem Jahr auch Lekkerland. Das Unternehmen, das seinen Vortag mit „(R)evolution im Retail“ überschrieb engagiert sich in diesem Geschäft mit den  Konzepten Smart Shop (Universität Stuttgart) und Smart Kiosk an Kliniken und Unternehmens-Standorten, die sich bereits im Rollout befinden. Im Status Pilotierung befinden sich laut Lekkerland dagegen noch die Konzepte Smart Automat (z.B Ionity Rostock) und Smart Box (z.B. Flughafen Frankfurt). Seit den Retail Innovation Days im Juli hat Lekkerland vier weitere Smartstore-Standorte eröffnet. Zwei weitere sollen bis Jahresende dazu kommen. Auch Großhändler MCS, mit dem Smartstore Konzept Qwik 24 aktiv, war beim Kongress vertreten und Geschäftsführer Torsten Eichinger betonte: „Aufgrund der beschränkten Fläche bedarf es bei der Sortimentsfindung genauer Orientierung am Standort und der Zielgruppe.“