Bio Company Bio kompakt

 In Berlin unternimmt die Bio Company erste Schritte, sich im Convenience-Markt zu positionieren. Die 55. Filiale feierte im April in dieser Hinsicht Premiere.

Ehemals galt das Berliner Zeitungsviertel im Stadtteil Kreuzberg als größter Presseplatz weltweit und auch heute noch ist es ein Medienstandort mit den Verlagshäusern der Taz und Axel Springer. Dazwischen, nur 300 m vom vom ehemaligen Grenzübergang durch die Berliner Mauer, Checkpoint Charly, entfernt, hat die Bio Company die „Kleene“ eröffnet. So nennt das Unternehmen seine neue Filiale, denn der Name drückt genau das aus, was sie ist: mit nur 300 qm kleiner als alle anderen Objekte und die Einkaufsstätte, in der Schnelligkeit großgeschrieben wird. Zum Beispiel stehen dafür zwei Schnellkassen zur Verfügung.

Gern wird die Kleene deshalb auch Kiezladen genannt, denn mit ihr verfolgt die Bio Company das Ziel, die umliegenden Büros und Laufkundschaft schnell und einfach mit Bio-Waren zu versorgen, so wie man es aus der Spree-Metropole in den Stadtteilen von den Spätis kennt. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass es in dem neuen Shop ausschließlich Bio-Waren gibt. Er setzt auf Selbstbedienung mit einem hohen Anteil an Take-away-Waren. Bedientheken sind folglich keine vorhanden. Das Angebot ist komplett auf Selbstauswahl der Kunden ausgerichtet.

Im Vergleich zu allen anderen Märkten der Bio Company ist das eine kleine Besonderheit, denn Fleisch und Käse finden sich in einem reduzierten Angebot in den Kühltheken. Auch Snackartikel liegen zur schnellen Auswahl bereits, so etwa frisch belegte Brötchen mit Latte Macchiato zum Frühstück, Kimchi-Salat oder Knusperillo-Snack für die Mittagspause oder frisch gebackenes Abendbrot für den Feierabend. Für den Nachmittagskaffee können sich die Shopper in dem kleinen Bio-Markt schnell eindecken. Es gibt ein großes Angebot an süßen Teilchen und auch frisch aufgebrühte Kaffee-Spezialitäten – konsequenterweise zum Selbstbedienen. Verzehrt werden kann das alles auch vor Ort: Stehtische und Barhocker stehen am Fenster bereit.

Die Brötchen werden vor Ort belegt. Salate mit Rohkost, Couscous oder Linsen sowie auch Reisrollen oder Kimchi werden von den regionalen Lieferanten erzeugt und angeliefert. Auf warme Speisen verzichtet die Kleene Bio Company. Die Artikelzahl reduzierte sich für dieses Pilotprojekt auf 3.500. Davon sind nur ein kleiner Teil Eigenmarken. Der Unterschied zu den größeren Filialen ist eben der bewusste Verzicht auf die Frische-Bedientheken und das schmalere Obst- und Gemüse-Angebot. Hier wurde bewusst selektiert, so dass man für Zwischendurch beliebte Klassiker aus dem Grünen Sortiment „en passant“ mitnehmen kann, und zwar an den Wochentagen von 7.30 bis 20.00 Uhr.

„In der Kleenen Bio Company führen wir eine Auswahl unserer kleinen Manufakturen und bäuerlichen Betriebe für den täglichen Gebrauch. Wir freuen uns, mit einem ganz neuen Konzept zum Tagesgeschehen dieses ganz besonderen Viertels beitragen zu dürfen“, kommentiert Geschäftsführer Georg Kaiser das Engagement.

Doch erstmal bleibt es ein Pilotobjekt. Weitere Märkte seien derzeit nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. Der Standort scheint dennoch perfekt, nicht allein wegen der Berufstätigen im Einzugsgebiet, sondern weil das Gebäude des Rocket-Towers, in dem sich die Filiale befindet, für seine Start-up-Szene bekannt ist.