Pastrami ist in den USA Deli-Kultur, in Deutschland dagegen noch immer eher Spezialität als Standardprodukt. Genau dort setzt das Startup Oschi an. Gründer Carlos Bade entdeckte den Klassikers bei einem Besuch von Katz’ Delicatessen. „In diesem Moment verstand ich, was Pastrami sein kann: Saftig. Rauchig. Würzig. Ehrlich“, erzählt er. Die Idee, einen vergleichbaren Anspruch nach Deutschland zu bringen, war geboren. Gemeinsam mit Andi Kaufmann entwickelte Bade anschließend rund eineinhalb Jahre an Rezeptur und Herstellung. Das Ergebnis ist ein üppig belegtes Pastrami-Sandwich, bei dem die Rinderbrust gewürzt, gepökelt und gegart wird. Produziert wird das Fleisch extern und für den Verkauf frisch vor Ort aufgeschnitten. Der Markenname Oschi spielt auf die Größe der Brote an, die mit sauren Gurken serviert werden. Dabei geht es den Gründern nicht um eine möglichst aufwendige Gastronomie-Idee. „Unser Ziel war es, ein ehrliches Produkt zu entwickeln, das kompromisslos auf Qualität setzt und trotzdem einfach funktioniert“, sagt Bade.
Praxistest auf dem Viktualienmarkt
Bevor Oschi dauerhaft in München Fuß fasst, stand zunächst der Praxistest an. Ende August war das Team gemeinsam mit der Kneipe 80 bei Fruitique auf dem Viktualienmarkt zu Gast. Die Sandwiches wurden dort zusätzlich zum Obst- und Gemüseangebot verkauft. Das Pop-up soll zeigen, wie das Produkt im laufenden Betrieb funktioniert: externe Produktion, frisches Aufschneiden vor Ort und ein Angebot, das ohne klassische Küche auskommt. Gleichzeitig bekommen Betreiber Marc Uebelherr und sein Team die Gelegenheit, das Konzept unter realen Bedingungen zu testen.
Auf der Suche nach einem eigenen Standort war das Oschi-Team im Glockenbachviertel unterwegs und kam mit Uebelherr in Kontakt. Der Gastronom lud die Gründer zum Probeessen ein. Das Pastrami überzeugte – auch, weil es zu einem Betrieb passt, der seine Food-Struktur nicht über eine große Küche definiert. Uebelherr erörterte zuvor verschiedene Möglichkeiten . „Wir haben viele Optionen geprüft – vom Hähnchen über Hotdogs bis hin zur Pizza“, sagt er. „Als Andi und Carlos mit ihrem Pastrami auf uns zukamen, war sofort klar: Das ist es.“ Entscheidend sei neben dem Geschmack auch die praktische Umsetzung. Nach dem Pop-up soll das Sandwich deshalb dauerhaft an den beiden Kneipe-80-Standorten angeboten werden. Denn Oschi verbindet handwerkliche Herstellung mit einer schlanken Vor-Ort-Logistik. Der Münchner Start ist damit ein Test, ob sich ein klar positionierter Food-Klassiker in unterschiedliche Convenience-nahe Verkaufssituationen übertragen lässt. Und München soll nicht die letzte Station bleiben: Nach dem Start in der Kneipe 80 ist auch ein eigenes Ladenlokal geplant.