Bildquelle: Westfalen AG

Westfalen AG Foodservice wird forciert

Die Westfalen AG öffnet ihre Tankstellen-Shops für weitere Konzept-Anbieter, vor allem aus dem Gastronomie-Bereich, und tritt damit gegen die System-Wettbewerber an. 2017 machte sie die nächsten Schritte in die vorgegebene Richtung „Genuss mit Plus“.

„Wenn ich an einer Tankstelle vorbeikomme, denke ich automatisch ans Geschäft“, sagte Wolfgang Fritsch-Albert wenige Tage nach seinem Wechsel vom Vorstands- zum Aufsichtsrats-Vorsitzenden der Westfalen Gruppe. Und fügte gleich an, dass er sich mit einer Portion Wehmut aus dem operativen Geschäft verabschiede: „40 Jahre Vorstand streicht man nicht einfach weg.“ Sein Nachfolger seit dem 1. September ist Dr. Thomas Perkmann, der als Externer von der Palfinger AG kommt.

Die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres dürften Fritsch-Albert den Wechsel dennoch versüßt haben: Das Umsatzplus von 7,7 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 36,2 Mio. Euro (plus 20,7 Prozent) werde getragen vom erneuten Rekordergebnis im Tankstellenbereich, u.a. auch durch steigende Ergebnisse in den Segmenten Shop und Fastfood. In den Shops stiegen die Erlöse um 1 Prozent.

Ein Fünftel bzw. 10,4 Mio. Euro der Gesamtinvestitionen entfielen auf die 260 Tankstellen. Eine neue Markant-Automatenstation wurde im Januar 2017 in Euskirchen errichtet und im März die südlichste Westfalen in Plaidt an der A 61. Zwei Autobahnstationen hat die Gruppe an Wettbewerber verloren. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende hofft, dass der Mittelstand künftig an den BAB stärker berücksichtigt wird.

Die Shops richtet das Unternehmen immer stärker Richtung Foodservice und Gastronomie aus. An der ersten Tankstelle wurde das Frischwerk-Konzept von Lekkerland umgesetzt. Aber auch in den Compact-Stores selbst sind einige neue Elemente implementiert. Schrittweise wurde die eigene Kaffeemarke Alvore Caffè eingeführt. Das Konzept umfasst nicht nur den eigens importierten italienischen Kaffee, sondern die komplette Ausstattung.

Außerdem eröffneten die Münsteraner vor eineinviertel Jahren die erste Chopstix Noodle Bar in Deutschland. Asiatische Nudel- und Reisgerichte werden an einer Westfalen-Tankstelle auf 20 qm in Take-away-Boxen angeboten. Die Mineralölgesellschaft hat sich als Franchisenehmer die Exklusivrechte im eigenen Vertriebsgebiet gesichert.

Ihr Tankstellengeschäft fokussiert Westfalen weiterhin auf die Mobilität der Zukunft. Und zwar nicht nur im Bereich der Kraftstoffe, sondern auch im Shop-Bereich. Neue Zapfsäulen werden laut Fritsch-Albert mit digitalen Services ausgestattet, und an den Regalen sind digitale Preisetiketten geplant. Zunächst aber steht in diesem Jahr ein Mega-Schlemmer-Projekt an.