Der Markt für salzige Snacks zeigt sich trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten robust. 2024 erzielte die Kategorie laut Statista im deutschen Handel einen Umsatz von 1,636 Mrd. Euro und war damit eine der wenigen Warengruppen, die sowohl wert- als auch mengenmäßig zulegen konnten. Der Absatz stieg um 2,4 Prozent auf 162.300 t. Auch 2025 setzte sich dieser Trend fort: Salzige Snacks erreichten 4,173 Mrd. Euro Umsatz (+4,5 Prozent) und steigerten das Absatzvolumen um 1,8 Prozent auf 411.200 t. Damit wächst die Kategorie wertseitig stärker als mengenmäßig – ein Zeichen für Premiumisierung und höhere Preispunkte. Besonders dynamisch entwickeln sich Convenience-Kanäle. Auch Discounter und kleinere Formate treiben das Wachstum maßgeblich: Allein die Discounter generierten im Jahr 2026 bis Februar ein Umsatzplus von 40 Mio. Euro bei salzigen Snacks und standen damit für 25 Prozent des gesamten Marktwachstums. Convenience-Kanäle profitieren von Mobilität, spontanen Kaufentscheidungen und dem Wunsch der Konsumenten nach sofortiger Verfügbarkeit.
„Der Markt für salzige Snacks entwickelt sich positiv. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten bleiben salzige Snacks ein erschwinglicher Genussmoment und profitieren von ihrer hohen Impuls- und Wiederkaufrate“, sagt dazu Frank Blömer, Commercial Director Lorenz Snacks.
Großereignisse bringen mehr Nachfrage
Im diesem Jahr 2026 bekommt der Markt für salzige Snacks noch mal einen besonderen Kick: durch die Fußball-WM. Millionen Menschen verfolgen die Spiele zuhause, beim Public Viewing oder unterwegs – und überall dort gehören unkomplizierte, sofort verzehrbare Snacks ganz selbstverständlich mit dazu. Während solcher Großereignisse steigt die Nachfrage nach salzigen Snacks traditionell an.
Durch die längere Turnierphase in diesem Jahr gibt es noch mal deutlich mehr Snackanlässe und damit eine verlängerte Hochphase im Snackgeschäft. Dabei bleibt der Heimkonsum der wichtigste Treiber: Chips, Nüsse, Tortilla-Produkte und Dips profitieren besonders. Public-Viewing-Events und Grillabende sorgen für zusätzliche Nachfrage. Für Tankstellen, Kioske und Convenience-Shops entsteht weiteres Potenzial, da viele Spiele abends stattfinden und warme Mitnahmeprodukte sowie Last-Minute-Käufe an Bedeutung gewinnen. Trotzdem reicht es für erfolgreiche Convenience-Konzepte in dieser Zeit nicht aus, ausschließlich auf etablierte Bestseller zu setzen. Zwar bleiben Chips, Nüsse, Laugengebäck und Meat Snacks weiterhin Pflicht. Ergänzt werden müssen diese jedoch durch Produkte mit funktionalem Zusatznutzen. Proteinreiche Snacks, natürliche Zutaten und transparente Rezepturen gewinnen an Relevanz.
Transparente Herkunft und cleanere Rezepturen
Auch Frank Blömer beobachtet diesen Wandel: „Konsument achten stärker auf transparente Herkunft und cleanere Rezepturen. Gleichzeitig rücken Nährwerte zunehmend in den Fokus. Trotz dieser Entwicklung bleibt Geschmack der wichtigste Kaufimpuls“, sagt er. Besonders gefragt sind zudem handliche Formate für den mobilen Konsum. Kleine Verpackungseinheiten, wiederverschließbare Dosen und praktische On-the-go-Lösungen entsprechen dem Alltag moderner Konsumenten.
Ein weiterer Wachstumstreiber sind Marken, die ihre Bekanntheit über soziale Netzwerke aufgebaut haben. Anbieter wie More, Ahead oder ESN verfügen über hohe Reichweiten und starke Communities. Für viele junge Konsumenten und Konsumentinnen dienen sie als Orientierung bei Kaufentscheidungen. Solche Influencer-Marken schaffen Aufmerksamkeit am Regal, erhöhen die Besuchsfrequenz und sorgen für Impulskäufe. Gerade im Convenience-Bereich können sie deshalb als Frequenzbringer fungieren und das Sortiment modernisieren.
Auch geschmacklich entwickelt sich die Kategorie weiter. Internationale Aromen, Streetfood-Inspirationen und die Kombination aus süßen und scharfen Geschmacksrichtungen – häufig als „Swicy“ bezeichnet – zählen zu den wichtigsten Trends des Jahres 2026. „Wir sehen derzeit drei zentrale Trends. Erstens gewinnen internationale und intensive Geschmacksprofile weiter an Relevanz. Streetfood-Inspirationen, würzige Varianten und süß-salzige Kombinationen sprechen insbesondere jüngere Zielgruppen an“, fasst Blömer zusammen. Parallel dazu setzt sich zweitens die Premiumisierung der Kategorie fort. Besonders Kesselchips und hochwertige Spezialitäten wachsen seit Jahren überdurchschnittlich. Verbraucher sind bereit, für besondere Geschmackserlebnisse und hochwertige Zutaten mehr Geld auszugeben. Gerade während der Fußball-WM in diesem Jahr dürfte dieser Ansatz an Bedeutung gewinnen und kann die Besucherfrequenz erhöhen.