Frische Convenience Orientierung für Frische - Interview: „Keine Experimente

Frisch, leicht und lecker – gekühlte Convenience entspricht dem Wunsch nach bequemer und gesunder Ernährung. Immer mehr Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden und die dürfen die Übersicht am Kühlregal nicht verlieren.

Mittwoch, 12. November 2014 - Foodservice
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Interview: „Keine Experimente"

Gabriele Ishak betreibt gemeinsam mit ihrem Bruder Thomas Meinhardt in Sohren eine Tankstelle mit angeschlossenem Quick-Shop. Der Hunsrückort hat zwar nur 3.500 Einwohner, das Einzugsgebiet aber ist ungleich größer. Die Nähe zum Flughafen Frankfurt-Hahn bedeutet eine hohe Nachfrage nach Reiseproviant auch in Form von frischer Convenience.

Frau Ishak, welche Artikel werden aus dem Bereich frischer Convenience nachgefragt?

Gabriele Ishak: Wir fassen darunter alle Artikel, die sozusagen im Nu verzehrsfertig sind und eine kurze Restlaufzeit haben. Das fängt an bei einem kleinen, fertigen Salat, geht weiter über heiße Würstchen oder das unterschiedlich belegte Sandwich und endet dann bei einem Smoothie oder frischem Kuchen.

Wie beurteilen Sie diesbezüglich Ihren Standort?

Ishak: Hier auf dem Land ist es eher unüblich, fertiges Essen für zu Hause mitzunehmen. Das kommt bei jüngeren Leuten vor, ist aber, wie gesagt, eher selten. Die Kunden, die bei uns im Quick-Shop frische Convenience einkaufen, tun dies, weil sie unterwegs sind und Hunger haben, sie sind meist auf Reisen und – wenn es schnell gehen soll – haben sie hier kaum eine andere Möglichkeit. Geöffnet ist unser Shop von 7 Uhr bis 22 Uhr, da sind wir auf dem Land relativ konkurrenzlos und eine Anlaufstelle auch für den kleinen Hunger besonders früh am Morgen oder spät am Abend.

Der Kunde als Gast ist das Stichwort, was bieten Sie ihm?

Ishak: Wir führen kein Bistro, sondern einen Shop und sind platzmäßig eingeschränkt. Aber natürlich haben wir zum Beispiel auch einen Kaffee-Vollautomaten, und da stellen wir fest, dass es so gut wie nie bei nur einem Becher Kaffee bleibt. Die meisten Kunden kaufen ein Brötchen oder ein Stück Kuchen dazu.

Mit welchen Problemen haben Sie im Bereich Frische-Convenience tagtäglich zu kämpfen?

Ishak: Ich denke, das sind die ganz üblichen Probleme, sprich die kurzen Restlaufzeiten. Das Entscheidende für uns ist, dass sich die Frische-Artikel möglichst schnell umschlagen und das heißt, wir müssen richtig bestellen. Wir müssen genau wissen, wann irgendeine Veranstaltung in der Umgebung stattfindet, müssen Feiertage und Ferienzeiten berücksichtigen und zum Beispiel auch wann der Bäcker am Ort Urlaub macht, dann steigt die Nachfrage.

Wie unterstützen Sie den Abverkauf dieses Sortiments?

Ishak: Über aktiven Verkauf. Unsere Kunden, ob Stammkunden oder Durchreisende, sind in der Regel dafür sehr ansprechbar und lassen sich gerne zu einer kleinen Pause verführen. Wer sein Angebot kennt – und unsere Mitarbeiter tun das – der kann entsprechend verkaufen. Da muss man ständig dranbleiben, am Produkt und am Kunden.

Wie regeln Sie die Bevorratung von gekühlten Produkten?

Ishak: Sehr einfach! Alles was gekühlt werden muss, können wir nur im Kühlregal im Shop bereithalten, weitere Lagerflächen für gekühlte Ware steht uns nicht zur Verfügung. Das ist schon eine Beschränkung. Wir haben so aber immer alles im Blick – auch ein Vorteil.

Wer ist zuständig für die Sortimentsplanung und Bestellung?

Ishak: Wir haben eine sehr erfahrene Fachkraft, die die Bestellungen vornimmt. Auf einem für alle Mitarbeiter zugänglichen Kalender wird eingetragen, wann voraussichtlich mehr Ware benötigt wird. Das ist ganz wichtig, denn nur wenn wir alles verkaufen, was wir einkaufen, rechnet sich frische Convenience. Dass die frische Ware ihr Haltbarkeitsdatum erreicht, kommt dank unserer guten Planung und dem aktiven Verkauf, zum Glück nur sehr selten vor.

Was würden Sie sich in diesem Sortiment wünschen?

Ishak: Die Wünsche haben wir uns eigentlich über die Jahre mehr oder weniger bereits selbst erfüllt. Wir beschränken uns auf das Machbare, auf die Schnelldreher. Wir machen da keine Experimente mehr. Diese Phase haben wir hinter uns, damals ist zeitweise zu viel Ware abgelaufen, was einfach zu teuer war. Unsere Kunden wissen mittlerweile genau, was sie bei uns bekommen und was eben nicht.