Bildquelle: Westfalen AG

Tankstelle Zum Glück auf Schalke

Das Kfz ist an der neuen Westfalen-Tankstelle in Gelsenkirchen in den Hintergrund gerückt. In erster Linie geht es um den Gast. Er soll im neuen Food- und Shop-Konzept „Zum Glück“ auf seine Kosten kommen.

Mit Gelsenkirchen verbunden ist der Fußballclub Schalke 04 und die Veltins-Arena. Ansonsten ist das Mittelzentrum von einer wirtschaftlichen Schwäche geprägt. Genau dort hat die Westfalen AG ihre neuen Pilot-Tankstelle mit angeschlossenem Foodcourt eröffnet. Norbert Kumor, Leiter Gastronomie, Dienstleistungen und Convenience bei der Münsteraner MÖG, hätte sie gern vor der eigenen Haustür gesehen. Doch er wollte die Umsetzung seiner Idee einer multifunktionalen Station nicht länger aufschieben. Schließlich war die Fläche im Gewerbe- und Industriepark Schalker Verein schon erschlossen, und die Größe passte auch – eine günstige Gelegenheit. Worauf wollte man noch warten? Also ging man in die Umsetzung.

Schon lange stand für Norbert Kumor fest, dass sich das Tankstellen-Geschäft weiter entwickeln muss: „Zuletzt haben wir uns alle auf Kaffee und Snacks gestürzt.“ Sein Ziel ist jetzt, den Gästen ein Erlebnis aus Genuss, Dienstleistungen und Kultur zu bieten. Mit Gelsenkirchen habe er sich selbst ein Denkmal gesetzt, schmunzelt der Verfechter eines kombinierten Gastro- und Tank-Konzeptes.

Der Foodcourt und die Großtankstelle spiegeln nicht nur das gesamte Knowhow der Mineralölgesellschaft auf diesem Gebiet wider. Der Standort wird als Zukunftswerkstatt gesehen, in der man lerne, das Konzept praxistauglich umzusetzen, und an ihm feilen könne – auch mit Blick auf weitere Tankstellen-Projekte. Zur Seite steht den Münsteranern das Ehepaar Özgür und Nermin Karahan. Beide bringen jahrelange Erfahrungen als Tankstellenpächter mit. Außerdem wurden 60 neue Mitarbeiter eingestellt. Im Vergleich zu einer konventionellen Station hält die neue vier Gastronomie-Einheiten und ein „bisschen“ Shop bereit, erklärt Kumor. Das „Bisschen“ ist ein 86 qm großer integrierter Compact-Markt mit Schwerpunkt Tabakwaren, Getränken und Dingen, die man einfach mal so mitnimmt, etwa Süßwaren, Zeitschriften und Autobedarfs-Artikel.

Der Rest des Gebäudekomplexes wird zum Dreh- und Angelpunkt für das Konzept „Zum Glück, Genuss mit Plus“, eine vielfältige Food- und Systemgastronomie. Es wird ergänzt um eine Palette von Partnern – einen Hermes-Paketshop, eine Schnellreinigung und einen Geldautomat. „Wir tragen in Gelsenkirchen einer Schwerpunktverlagerung Rechnung: Nicht mehr das Auto steht im Mittelpunkt, sondern der Gast“, erläutert Reiner Ropohl, Vorstandsmitglied der Westfalen Gruppe. „Zum Glück“ bietet einen stylishen, 400 qm großen Food- Court mit 77 Sitzplätzen im Innen- sowie 40 weiteren im Außenbereich und vereint ganz unterschiedliche Angebote unter einem Dach:

 Alvore Caffé: Unter der eigenen, geschützten Kaffeemarke bietet Westfalen nicht nur Spezialitäten aus der schwarzen Bohne an, sondern hat daraus jetzt ein Café entwickelt. Es ist rund um die Uhr geöffnet und bietet Frühstück und verschiedene Mittagsnacks, Salate, belegte Brötchen, Panini und Focaccia sowie Gebäck und Kuchen zur Kaffeezeit an. Der Name Alvore setzt sich übrigens aus Alexander, Wolfgang und Renate zusammen, den Vornamen der Westfalen-Eigentümerfamilie Fritsch-Albert zusammen und lässt sich, wie Kumor erklärt, auch typische italienisch aussprechen.

Chopstix Noodle Bar: Das Konzept für frisch zubereitetes Asia-Food haben die Münsteraner im vergangenen Jahr von Großbritannien importiert und es in Gelsenkirchen, ihrem zweiten Standort, noch einmal verfeinert. Der Gast entscheidet an der Theke, was in die Take-away-Box oder auf den Teller kommt. Er hat die Wahl zwischen gebratenen Nudeln oder Gemüsereis, süß-sauer oder Thai Curry, Stäbchen oder Gabel.

Giovanni L.: An mehr als 200 Verkaufsstellen wird das Eis von Giovanni L. bereits angeboten. Das Planungsteam der neuen Westfalen-Station hat nicht nur Geschmack und Qualität überzeugt. Gefallen hat ihm vor allem auch die kunstvolle Darbietung der verschiedenen Eissorten. Das „Gelato de luxe“ steht für erlesene Zutaten. Die Planer erwarten, dass das Giovanni L. künftig wie eine klassische Eisdiele angenommen wird.

Kebabman: Wie das Eis, so feiern auch türkische Snacks an der Westfalen-Tankstelle Premiere. Highlights sind die Döner aus gegrilltem Hähnchen- und Kalbfleisch. Dazu gibt es weitere Spezialitäten und Salate sowie ein ausgefallenes Dessert: einen Schoko-Döner mit Biskuitteig.

Der Food-Court hält seine Tore täglich von 11 bis 23 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr früh geöffnet; Alvore Caffè, Compact-Markt und Tankstelle sogar rund um die Uhr, an 365 Tagen. Zum Service gehört das kostenfreie Aufladen elektronischer Geräte und Surfen im Internet. „Das Marktplatz-Feeling unseres Food-Courts wollen wir künftig für Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art nutzen.“ Kumor denkt etwa an Weinproben, Public Viewing von Fußballspielen oder Comedy und Oktoberfest.

Die nächste Herausforderung ist es nun, den Standort in den Köpfen der Verbraucher als vielfältiges, kulinarisches Angebot und nicht als Tankstelle zu verankern. Anlässlich der Eröffnung tourte ein Kleintransporter durch die Straßen: „Zum Glück. Geschmack kommt in die Stadt“.