Intergastra Viel Convenience-Kompetenz

Quirlige Tage auf der Gastronomiemesse Intergastra in Stuttgart: Das stärkere Zusammenwachsen von Gastro- und Retail-‧Konzepten, das langsam auch in Deutschland ankommt, birgt auch neue Chancen für die Shop-Gastronomie.

Zugegeben, auf den ersten Blick war auf der Stuttgarter Intergastra zum Thema Convenience-Stores nur wenig zu sehen. Angebote für so gut wie alle Gastro-Formate, von Individualrestaurant über die Systemgastronomie bis hin zu allen Formen des Caterings beherrschen das Bild. Doch dass dies nur bei oberflächlicher Betrachtung so ist, konnten die Besucher aus der Convenience-Branche auf der Messe live erleben: Nicht nur, dass die Aussteller auch an gastronomisch aktiven Shop-Betreibern generell als Kunden interessiert sind, viele von ihnen hielten auch konkrete Angebote für die sinnvolle und qualitativ hochwertige Integration von Gastro-Konzepten in Convenience-Stores bereit.

Das gilt zum einen für die Technik-Hersteller, von denen ein Großteil auch platzsparende Modelle anbietet, die aber auf demselben technischen Niveau arbeiten, wie die Modelle, die in großen Profiküchen stehen. Anbieter wie Winterhalter, MKN, Eloma, Meiko, Bartscher, etc. sind längst im Convenience-Geschäft angekommen und halten entsprechende Angebote bereit. Diese sorgen dafür, dass auch im kleinsten Bistro auf hohem Niveau gekocht werden kann.

Zum anderen liefern die Food-Anbieter inzwischen immer hochwertigere Convenience-Produkte. Mit deren Hilfe können auch angelernte Mitarbeiter mit wenig gastronomischem Knowhow ein attraktives gastronomisches Angebot jenseits von Back-Snacks realisieren. Dazu kommen Systemanbieter, die mit kompletten gastronomischen Shop-in-Shop-Konzepten C-Store-Strategien bereichern wollen. Viele von ihnen präsentierten sich im Rahmen der so genannten Intergastra-Konzeptwerkstatt. Grundgedanke dieser Sonderschau war, dass Handel und Gastronomie insgesamt, auch über die Convenience-Shops hinaus, in den kommenden Jahren zusammenwachsen werden. Foodcourts und Markthallen machen das vor, was auch Supermärkte & Co. hier zu Lande in den kommenden Jahren nachvollziehen werden.

Ins Ausland schauen

Der Blick in viele ausländische Märkte zeigt, dass dies längst funktioniert. „In Deutschland hinken wir dieser Entwicklung deutlich hinterher“, war in Stuttgart immer wieder zu hören. Für sinnvoll wird es daher gehalten, dass die Entscheider aus Handel und Gastronomie auch aus Anlass von Messen wie der Intergastra, zusammenkommen. Allein der Informationsaustausch ist von großer Bedeutung, denn bei ihrem Gastro-Engagement müssen der Handel und auch die Convenience Shops nicht erneut alle Fehler machen, aus denen die erfahrenen Gastro-Anbieter inzwischen gelernt haben.

Viel spricht dafür, sich, auf welche Art auch immer, mit den Gastro-Spezialisten zu vernetzen, um gleich von Anfang an Geld zu verdienen und Profit zu machen, eben einfach professionell zu arbeiten. Dabei registrieren die Gastro-Profis durchaus, dass es derzeit in der Convenience-Branche diese zwei Richtungen gibt: die einen, die wie Rewe-to-go rein auf das Außer-Haus-Geschäft setzen und die anderen, die durchaus erfolgreich kleine oder mittlere Bistros mit ihrem Shop-Geschäft kombinieren oder sich mit Anbietern aus der Systemgastronomie zusammentun.

Viel Engagement notwendig

Aus Sicht von Gastro-Spezialisten sind beide Ansätze sinnvoll. Es komme auf den Standort und natürlich darauf an, wie stark sich die jeweiligen Convenience-Betreiber im Gastro-Geschäft engagieren wollten. Von den Entscheidern ist viel persönliches, strategisches Engagement gefragt, ohne das in der Gastronomie nichts läuft – auch das wurde auf der Stuttgarter Messe erneut deutlich. Shop-Betreiber, die sich dieser Aufgabe engagiert stellen, sind großen und kleinen Partnern in diesem Markt, so die Botschaft aus Stuttgart, sehr willkommen. Sie sollten den Kontakt suchen, um so auch in Sachen-Gastro-Partner künftig die Spreu noch besser vom Weizen trennen zu können.