Zunächst hatte Enilive über seine Tochtergesellschaft Enilive Deutschland gemeinsam mit Prax Limited eine verbindliche Vereinbarung über den Erwerb von hundert Prozent der Oil Tankstellen GmbH (Oil) in Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz unterzeichnet. Enilive betreibt derzeit rund 5.300 Tankstellen in Europa und wenn die üblichen behördlichen Genehmigungen vorliegen, können 320 Tankstellen hinzukommen, mit denen man seine Aktivitäten in wichtigen Märkten stärken und nach Dänemark expandieren will. Die ehemailgen Oil-Stationen sollen dann wohl auch von dem wachsendes Sortiment an Convenience- und Gastronomie-Services profitieren, einschließlich des eigenen Enilive Café-Formats, das bereits an mehr als 1.200 Standorten in ganz Europa und an mehr als 330 in Deutschland vertreten ist. Das Angebot von Enilive beinhaltet zudem laut Unternehmen Schnell- und Ultraschnell-Ladestationen für Elektrofahrzeuge, entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten Plenitude On The Road, einer Tochtergesellschaft von Plenitude. Man baue das „Mobilitätsangebot kontinuierlich aus, um den sich ständig wandelnden Bedürfnissen von Menschen, die unterwegs sind, gerecht zu werden”, betonte das Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme von Oil Tankstellen.
Valora mit BP-Stationen in Österreich
Die Valora Gruppe verstärkt zusammen mit Volenergy, einem der führenden Schweizer Unternehmen in der Versorgung mit flüssigen Energien, ihre Kooperation über die Schweiz hinaus. Sie unterzeichnete mit der BP eine Vereinbarung zur Übernahme der Mobilitäts-, Convenience- und Elektrofahrzeug-Ladegeschäfte (EV) mit 250 Tankstellen in Österreich, die ebenfalls noch behördlich zu bewilligen ist. Im Rahmen dieser Expansion wollen Valora und Volenergy nach eigenen Angaben gemeinsam das Foodvenience-Angebot an BP-Tankstellen in Österreich weiterentwickeln. Damit stärkt Valora ihre Präsenz im österreichischen Markt und setzt den Ausbau ihres Foodvenience-Geschäfts in Europa fort.
BP: „einfach, stärker wertvoller“
Von Seiten der BP verlautete dazu, dass man mit dieser Transaktion den eigenen Plan unterstütze ein einfacheres, stärker und wertvolleres Unternehmen zu werden. Richard Harding, Interims-EVP Downstream bei BP, sagte dazu: „Indem wir unser Kapital auf die Vermögenswerte und Märkte konzentrieren, in denen BP am wettbewerbsfähigsten ist und Kunden am besten bedienen kann, stärken wir unsere Bilanz und schaffen ein stärkeres Downstream-Portfolio.“ Und Melanie Milchram-Pinter, Leiterin des Landes Österreich bei BP, fügte hinzu: „BP hat in Österreich über viele Jahrzehnte ein starkes Mobilitäts- und Convenience-Geschäft aufgebaut, und wir glauben, dass Volenergy AG gut positioniert ist, dieses weiterzuführen. Unsere Priorität ist es jetzt, unsere Mitarbeitenden zu unterstützen, Kunden sicher und zuverlässig zu bedienen und den Übergang gut zu managen.“ Ramon Werner, CEO von Volenergy, ergänzte: „Die Erwartungen der Kundinnen und Kunden an Tankstellen haben sich verändert. Viele Menschen erwarten heute weit mehr als die Möglichkeit zu tanken“, und erläuterte: „Mit Valora haben wir einen erfahrenen Partner an unserer Seite, der diese Bedürfnisse genau versteht und mit frischen, attraktiven Angeboten einen echten Mehrwert schafft. Für unsere Standorte bedeutet das, dass sie für Kundinnen und Kunden noch attraktiver werden.“
Couche Tard mit Żabka in Polen
Wieder mal einen europäischen Coup hat Alimentation Couche-Tard aus Kanada, einer der globalen Marktführer im Bereich Convenience und Mobilität, gelandet. Die Circle K-Mutter plant, einer Mehrheit der Aktien des polnischen Convenience-Players Żabka Group zu erwerben. Das zu der Transaktion gemachte Angebot, das angeblich einstimmig von Żabkas wichtigsten Führungskräften und von Aktionären unterstützt wurde, die zusammen etwa 57 Prozent der ausgegebenen und ausstehenden Aktien von Żabka halten, entspricht etwa 8,6 Milliarden US-Dollar. Żabka, 1998 mit Sitz im polnischen Posen gegründet, und seit Oktober 2024 an der Warschauer Wertpapierbörse notiert, betreibt mehr als 13.000 Convenience-Stores in Polen und Rumänien und führt dabei rund 4,3 Millionen durchschnittliche Transaktionen pro Tag durch. Ihr Netzwerk basiert auf kompakten, modularen Nachbarschaftsläden mit einer durchschnittlichen Größe von etwa 65 Quadratmetern. Diese liegen in städtischen, vorstädtischen und ländlichen Gemeinden. Dazu hat Żabka nach eigenen Angaben eine der fortschrittlichsten Convenience-Einzelhandelsplattformen Europas, „ein integriertes und zunehmend diversifiziertes Ökosystem mit rund 11,7 Millionen Nutzern auf digitalen Kanälen, ein erstklassiges Treueprogramm“ und vieles mehr.