Außer-Haus-Markt Rekord-Absatz bei Kaffee

Erfolg und kein Ende in Sicht: Der Außer-Haus-Markt für Kaffee entwickelte sich laut dem Deutschen Kaffeeverband im Jahr 2025 dynamisch und mit einem neuen Rekordwert, der den Ausbau des Business weiterhin als sinnvoll erscheinen lässt.

Mittwoch, 27. Mai 2026, 17:28 Uhr
Artikelbild Rekord-Absatz bei Kaffee
Bildquelle: Deutscher Kaffee Verband

Insgesamt 125.500 Tonnen Kaffee wurden im Jahr 2025 außer Haus konsumiert – ein neuer Rekord und laut Deutschem Kaffeeverband der höchste jemals gemessene Wert. Der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2018 lag bei 125.000 Tonnen. Und die Convenience-Branche in ihren unterschiedlichen Ausprägungen schneidet sich ein ordentliches Stück davon ab, wenn auch niemand wirklich genau sagen kann, wie groß es ist. Aber auch insgesamt zeigte sich der Kaffeemarkt in Deutschland „weiterhin robust und beständig“, teilte der Verband mit. In der Kategorie „Ganze Bohne“ erfolgte ebenfalls ein Rekordabsatz. Grund dafür ist laut Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes: „Ganze Bohne bedeutet für viele Kaffeetrinker eine hohe Qualität des Kaffees. Inzwischen steht in jedem dritten Haushalt ein Vollautomat, der mit ganzen Bohnen bestückt wird. Ganze Bohne steht daher auch für die frische Zubereitung von Kaffeegetränken. Dieser Trend ‚Ganze Bohne‘ zeigt sich bereits beeindruckend langanhaltend: Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Absatz mehr als verdoppelt.“

Boom Außer Haus

Und auch für den aktuellen Boom Außer-Haus hat Preibisch eine Erklärung: „Kaffee bedeutet für viele Genuss, Kräftigung und Ruhemoment, insbesondere auch in schwierigen Zeiten. Daher wird Kaffee außer Haus gerade jetzt konsumiert; die Menschen gönnen sich derzeit ganz bewusst die Tasse Kaffee in der Gastronomie.“ Gefragt nach Innovationen in der Branche meinte Preibisch: „Neue Impulse kommen insbesondere durch den löslichen Kaffee: Hier gibt es einerseits den neuen Trend ‚Löslicher Kaffee‘, der aus hochwertigem Specialty Kaffee hergestellt wird und andererseits den neuen Trend zu flüssigen Kaffeekonzentraten, die eine einfache und flexible Zubereitung – auch von kalten Kaffeegetränken – ermöglichen. Schon heute wird jede zehnte  Tasse Kaffee in Deutschland mit löslichem Kaffee zubereitet.“ Mit einem durchschnittlichen Konsum von rund 161 Litern pro Kopf bleibe Kaffee eines der beliebtesten Getränke in Deutschland. Preibisch abschließend: „Von außen betrachtet mag der Kaffeemarkt unverändert wirken, tatsächlich gibt es jedoch signifikante Veränderungen bei den Konsumorten, bei der Zubereitungsart und bei den verwendeten Kaffeearten.“

Nachhaltigkeit selten Thema

Themen rund um die Nachhaltigkeit beim Kaffee werden von der Convenience-Branche in ihrer Kommunikation allerdings oft nur am Rande gestreift, beispielsweise wenn es um den Einsatz von Mehrwegbechern geht. Dennoch spricht beispielsweise Sprint von „nachhaltig produziertem und zertifizierten Kaffee von der Tanke“ ihres Partners Costa Coffee. Und bei HEM betont man: „Der Soul Spot Kaffee ist eine harmonische Mischung aus Arabica- und Robusta-Bohnen, exklusiv für HEM produziert von J.J. Darboven. 100 Prozent Fairtrade.“ Bei Shell betont man auf der Homepage: „Was macht eine perfekte Tasse Kaffee aus? Wir meinen, die zertifizierte Herkunft und nachhaltige Produktion der begehrten Kaffeekirschen gehört dazu. Unsere Bohnen sind deshalb von der Rainforest Alliance (RFA) zertifiziert.“ Und bei Valora wird auf der Homepage betont: „Wir setzen gezielt auf Produkte mit anerkannten Sozial- und Umweltlabels, die faire Arbeitsbedingungen und verantwortungsvolle Produktionsstandards fördern.“

Kaffeegeschäft im Griff

In einer Analyse des Kaffee-Geschäftes von C- Stores hatte „The Coffeeologist“, Dr. Steffen Schwarz, im Februar 2026 im Rahmen einer Marktanalyse auf Linkedin seine Sicht des Kaffee-Geschäfts in der Branche unter dem Titel „Die verborgenen Kaffeegiganten: Warum die größten ‚Cafés‘ der Welt nicht immer wie Cafés aussehen“. auf den Punkt gebracht: Hier führte er unter anderen aus: „Man kann Cafés in rasantem Tempo eröffnen und trotzdem nicht die Reichweite eines Convenience-Stores erreichen, der die Pendlerwege bereits fest im Griff hat. Und Convenience-Stores betrachten Kaffee nicht als aufwändige Handwerkskunst, sondern als zuverlässiges Produkt: gleichbleibend, schnell und fester Bestandteil des Alltags.… Deshalb ist die Frage nach dem Betreiber keine Markenfrage, sondern eine Infrastrukturfrage. Wenn der Einzelhandel im C-Bereich frisch gemahlenen, frisch gebrühten Kaffee als Standard etabliert, verändert dies die Erwartungen der Verbraucher an Preis und Verfügbarkeit.“