EHI Retail Institute / KPMG Lebensmittel-Onlinekäufer sind tendenziell jung und leben vegan

Der Onlineeinkauf von Lebensmitteln wird zunehmend komfortabler. Besonders Haushalte mit mehr als zwei Personen nutzen digitale Lieferangebote deutlich häufiger als andere Gruppen. Zweifel an Frische, fehlende Produktauswahl und Zusatzkosten bleiben allerdings zentrale Hürden, die Handel und Industrie gezielt adressieren müssen, so eine Studie des Beraters KPMG in Deutschland in Kooperation mit EHI Retail Institute.

Donnerstag, 11. September 2025, 09:37 Uhr
Artikelbild Lebensmittel-Onlinekäufer sind tendenziell jung und leben vegan
Bildquelle: Knuspr

„Wer im Online-Lebensmittelhandel gewinnen will, liefert drei Dinge: spürbaren Zeitgewinn, verlässliche und nachvollziehbare Frische sowie transparente Kosten. Auffällig sind klare Segmentunterschiede nach Stadt-Land-Raum, Alter, Lebensstil und Lebensphase. Der Handel ist gut beraten, gezielt segmentierte Angebote zu entwickeln und digitale Services stärker entlang konkreter Alltagsrealitäten auszurichten“, erklärt Studienautor Tobias Röding, EHI, die Ergebnisse der Fokusstudie zum Online-Lebensmittelhandel des KPMG Consumer Barometer

Fast ein Viertel (24 Prozent) der jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten zwischen 18 und 33 Jahren nutzen Online-Lieferdienste von Lebensmittelhändlern. Bei den 50 bis 65-Jährigen halbiert sich dieser Wert auf 12 Prozent. Ein noch stärkeres Gefälle zeigen städtische und ländliche Gruppen. In der Stadt werden Online-Lieferdienste im Schnitt 3,5-mal häufiger genutzt. Insbesondere vegane Kundschaft greift überdurchschnittlich häufig auf Lieferdienste zurück, so die Studie. Sie nutzen alle untersuchten Liefermodelle am intensivsten. Am häufigsten kaufen Veganerinnen und Veganer in reinen Online-Supermärkten ein: 36 Prozent der veganen Kundschaft frequentiert diese häufig bis sehr häufig. An zweiter Stelle folgen Quick-Commerce-Dienste, die von 32 Prozent der vegan lebenden Befragten häufig bis sehr häufig in Anspruch genommen werden.

Generell kann man sagen: Je größer ein Haushalt ist, desto größer ist die Affinität zum Onlinekauf von Lebensmitteln. Besonders ab drei Personen steigt die Nutzung sprunghaft an. Zeitersparnis, Bequemlichkeit und eine generelle Erleichterung sind die wichtigsten Vorteile. Als nachteilig wird in erster Linie angeführt, die einzelnen Produkte nicht selbst aussuchen zu können, Zweifel an der Frische und Zusatzkosten. Umweltbelastung landet auf Platz vier der wahrgenommenen Hindernisse. In den kommenden Jahren möchte Ein Drittel der Befragten häufiger Lebensmittel online einkaufen. erklärt dazu Stephan Fetsch, EMA Head of Retail and Consumer Goods und Partner bei KPMG in Deutschland.