Der E-Food-Lieferdienst Flaschenpost will es wissen und kündigte kürzlich die „größte Expansion der Firmengeschichte“ an. Dahinter steht die Absicht, dass Liefergebiet über die urbanen Regionen hinaus ins Ländliche auszuweiten. Über 500 zusätzliche Postleitzahlen und über acht Millionen zusätzliche Einwohner und potenzielle Kunden und Kundinnen sollen jetzt auf den Service des Online-Händlers, einer Tochter des Oetker-Konzerns, zugreifen können. „Nach einem erfolgreichen Testlauf der Belieferung im erweiterten Einzugsgebiet der Flaschenpost-Lager in Kamen, Recklinghausen und Münster Anfang dieses Jahres wurden im Mai auch rund um die übrigen der mehr als 30 Lager in ganz Deutschland vergleichbare Gebiete neu erschlossen“, teilte das Unternehmen auf Anfrage von Convenience Shop mit. Die potenzielle Belieferung der adressierten acht Millionen Haushalte erfolge aus den bestehenden Lagern heraus, betonen die Münsteraner. In neue Lager wurde also nicht investiert. Und so beliefert Flaschenpost beispielsweise vom Lagerstandort Hannover aus nun auch Celle oder Hildesheim und von Dresden aus geht es bis nach Meißen oder Radeberg. Aus Bremen werde nun auch Oldenburg mit abgedeckt, und aus Münster liefert der Online-Supermarkt bis nach Warendorf, Emsdetten, Steinfurt oder Coesfeld. Nach dieser Vorlage erfolge die Expansion bundesweit.
Voll ausgelastete Touren
Ein wichtiger Bestandteil der Expansionsstrategie basiere auf dem umfangreichen Supermarkt-Sortiment. Auf Grund dieses Angebots würden immer mehr Kunden und Kundinnen neben dem Getränkeeinkauf auch ihren gesamten Wocheneinkauf bei Flaschenpost erledigen, teilen die Münsteraner mit. Diese Supermarkt-Strategie mit zunehmend wachsendem Warenkorb erlaube auch die jetzt angestrebten Lieferungen ins Umland. Und erste Erfolge gibt es wohl auch schon. „Der Flaschenpost-Service wird in den Randgebieten so gut angenommen, dass die Touren zu großen Teilen voll ausgelastet sind“, teilt der E-Food-Händler mit. Die längeren Anfahrtswege würden durch die infrastrukturellen Vorzüge in den ländlicheren Gebieten mit Einfamilienhäusern ausgeglichen. Damit gemeint sind wohl die relativ gut ausgebauten Straßen sowie viele Parkmöglichkeiten in kleineren Städten und ländlichen Gebieten. Darüber hinaus erfolgt die Auslieferung dort wohl vornehmlich in Wohngebieten.
Ökonomisch nachhaltig
Eine räumliche Expansion sei nicht erforderlich, betont Flaschenpost: „Eine Erweiterung des bestehenden Setups ist dazu nicht notwendig. Die in den vergangenen Jahren nachhaltig verfeinerten Prozesse machen eine Auslieferung zunehmend effizienter. Eine eigens entwickelte Tourenplanung bildet die Basis für effiziente Liefertouren und errechnet, in welchem Umfang eine Erweiterung des Einzugsgebiets rund um ein Lager ökonomisch und ökologisch nachhaltig möglich ist,“so das Unternehmen. Die stetig verbesserte Effizienz in der Tourenplanung sowie der Ausbau der logistischen Infrastruktur mache die Erweiterung des Liefergebietes möglich.
Allerdings gibt es Investitionen in den Ausbau der Unternehmens-Infrastruktur. Dazu gehören zum Beispiel die Elektrifizierung der Lieferflotte und die vertikale Supply-Chain-Integration. „Mehr als 60 Prozent unserer Liefertouren werden inzwischen rein elektrisch ausgefahren“, so Flaschenpost. Mit Blick auf die größeren Liefergebiete, arbeite Flaschenpost bereits an einem weiteren Ausbau der E-Flotte mit Fokus auf Fahrzeuge mit größeren Batterien. „Mit der Digitalisierung einzelner Prozessschritte in der Warendisposition sowie einer Zentrallager- Struktur können wir die Lieferkette vom Hersteller bis zum Endkunden weiter integrieren, die Komplexität in der Lieferkette reduzieren und Warenströme konsolidieren“, so die Münsteraner. Damit habe man eine ökonomisch nachhaltige, skalierbare Logistik aufgebaut. Dieser Ausbau bilde die Basis für das mit der Erweiterung der Liefergebiete einhergehende Wachstum.