Bildquelle: Total Mobility Shop

Total Deutschland Der Shop für Mobile

Total Deutschland setzt Zeichen: In Krisenzeiten hat es die Mineralölgesellschaft geschafft, einen Pilotshop in Berlin termingerecht zu eröffnen. Das Projekt ist international konzipiert und macht deutlich, dass die Kunden europa- und auch weltweit immer ähnlicher werden.

Trotz der sich ausbreitenden Covid-19-Pandemie, trotz aller Beschränkungen auch für den Convenience-Handel und trotz eines vielfach veränderten Kaufverhaltens der Kunden, war es Anfang April soweit: Der erste Pilot-Shop des neuen Mobility-Konzepts von Total Deutschland konnte, wie angekündigt, an der Berliner Heerstraße eröffnet werden. „Wir sind sehr stolz darauf“, sagt Julia Hanot, zuständige Projektleiterin bei der deutschen Tochter der Mineralölgesellschaft. Ein großes Lob spricht sie den Partnerfirmen aus, die den pünktlich Start mit ermöglicht haben. Diese hätten unter schwierigen Umständen „hervorragende Arbeit“ geleistet.

Der pünktlich Start des neuen Konzepts für Bonjour-Shop und Café Bonjour sei für die Total-Gruppe und auch für Total Deutschland wichtig gewesen. Auf diese Weise will die Tankstellen-Gesellschaft den sich wandelnden Erwartungen der Kunden proaktiv gerecht werden. Denn überall auf der Welt sei Mobilität ein wichtiges Thema. Die Kernideen des Konzepts, so die Projektverantwortlichen, seien ein fließender Raum, eine einladende Lounge und ein verändertes neues Convenience-Sortiment, das es auch ermöglicht, sich unterwegs besser zu ernähren. „Es war wichtig, ein gemeinsames und angepasstes Design für die Stationen weltweit zu entwickeln. So schaffen wir ein einheitliches Image für unsere Kunden, das die Gruppe international repräsentiert“, betont Hanot gegenüber Convenience Shop.

Mit dem neuen Konzept 2020 will Total innovative Möglichkeiten im Shopgeschäft ausprobieren. Dazu wählte das Unternehmen einen anderen Ansatz als bisher. Ziel sei es gewesen, das Denken in den oftmals üblichen internen Kategorien zu überwinden und einen Shop zu gestalten, der ein neues und angenehmes Kundenerlebnis bietet. Zum einen bedeute das, möglichst alle relevanten Produkte für eine bestimmte Kundengruppe auf einem Fleck zu bieten, beispielsweise für Pendler, die morgens häufig keine Zeit haben, oder für Personen, die gezielt ihren Energiebedarf decken wollen. Zum anderen wolle man eine aktivere und digitalere Kommunikation mit den Kunden erreichen. „Hierfür setzen wir in den Shops Digital Signage ein. Wir werden dann vergleichen, inwieweit neue Ideen das ursprüngliche Konzept weiterentwickeln können“, erläutert die Projektkoordinatorin. Zudem betont man die französische Herkunft und setzt künftig noch stärker auf französische Elemente, wie etwa Croissants, Baguettes oder französischen Wein und ein gewisses französisches Flair.

Mobility für alle
Konzipiert ist der Shop für vier Hauptkundengruppen – Musterkunden – die Total vor einiger Zeit definiert hat:den Pendler, der auf der Mobility-Gondel einen Kaffee und ein Croissant zur Selbstbedienung findet. Der Stammkunde, Handwerker oder Lkw-Fahrer: für ihn hält der Bonjour-Shop Wlan und einen deftigen Snack bereit. Ein Tankkartenkunde, der auf dem Energy-Modul einen gesunden Snack vorfindet und auch Konsumenten aus der Innenstadt, die zusätzliche Dienstleistungen im Store nutzen. Hanot betont, der neue Mobility-Store richte sich an alle Konsumenten. Die erwähnten Bedürfnisse seien nicht auf einzelne Kundengruppen beschränkt.

Hinzu komme, dass die neuen Mobility-Shops modular an die Gegebenheiten des jeweiligen Standorts angepasst werden können. „Natürlich bleibt der Standard gleich, aber das Produktsortiment und die Module können verändert werden“, betont man in der Berliner Total-Zentrale. In einem Shop im Stadtzentrum werde dann entsprechend, ein größeres Energy-Modul platziert, da die Kundschaft sensibler auf ein gesundes und innovatives Produktsortiment reagiere. Dienstleistungen, wie zum Beispiel ein Paket-Shop, sind nach Planungen von Total Deutschland vor allem in ländlichen Gebieten jenseits der Städte sinnvoll, wo die Post weit entfernt ist. Ein weiterer Schwerpunkt im neuen Konzept ist der Foodservice mit einer breiteren Produktauswahl, um aktuellen Erwartungen zu entsprechen. Der Loungebereich kann variiert werden, um mehr Sitzplätze oder verschiedene Sitzmöglichkeiten anzubieten. Zudem wurden erhebliche Änderungen im Produkt-Sortiment vorgenommen. So werden die Produkte jetzt nach Themen und nicht mehr nach Kategorien platziert. Auch will Total innovative Produkte anbieten, die normalerweise wenig Platz in Tankstellen haben. In diesem Zusammenhang werden sortimentsübergreifende Warenträger, beziehungsweise die neue Mobility-Wall, getestet. Mit dazu gehören Obst, Nuss-Riegel oder Salat-To-Go, die Teil des Angebots werden. „Dieses Pilotprojekt gibt auch die Gelegenheit, Partnerschaften mit Marken aufzubauen, wie etwa mit My Muesli. Wir sind gespannt, wie dieses neue Angebot bei unseren Kunden ankommt“, ergänzt Hanot.

Hauptlieferant bleibt zunächst Lekkerland. „Wir setzen unsere Zusammenarbeit fort“, bestätigt Steffen Eckert, Shop-Chef von Total Deutschland, gegenüber diesem Magazin. Beide Partner haben Mitte 2019 einen neuen Vertrag geschlossen.

Der Kunde ist international
Ausgerollt wird das Mobilitätskonzept ab 2021, so die jetzige Planung. In erster Linie soll es um Tankstellen-Neubauten gehen. Dabei war von dem Konzern noch nicht zu erfahren, um wie viele Stationen es deutschland- und europaweit gehen wird. Sicher ist, dass der Rollout international erfolgt. Jedes Land habe zwar einen spezifischen Convenience-Markt und eine eigene Regulierung, beispielsweise für Tabakprodukte. Auch arbeiten im Shop-Bereich einige Total-Landesgesellschaften mit Partnern zusammen, während der Betreiber in Deutschland mit der Eigenmarke Café Bonjour operiert. Interessant sei aber zu sehen, so Hanot, dass die Kunden von Land zu Land sehr ähnlich seien. Ob die Epidemie international Einfluss auf den Rollout gewinnt, wollten die Berliner noch nicht vorhersagen. Aber man beobachte die Marktveränderungen sehr genau.