Interpack Verpackung als Herausforderung

Beim Thema umweltfreundlichere Verpackung tut sich weiterhin viel, gerade wenn es um Lebensmittel geht: Das war auch auf der diesjährigen Fachmesse Interpack in Düsseldorf zu erleben.

Mittwoch, 27. Mai 2026, 17:34 Uhr
Artikelbild Verpackung als Herausforderung
Bildquelle: Koehler

Klare Trends sind laut der Messe-Veranstalter der Interpack „etwa die Umstellung von Kunststoff- auf faserbasierte Verpackungen, die dabei nicht immer aus herkömmlichem Papier hergestellt sein müssen“. Auch große Hersteller setzten zunehmend auf nachwachsende Rohstoffe wie Silphie-Papier. Neuentwicklungen wie vegane Spinnenseide gäben einen Einblick, wie vielfältig die Änderungen seien, betonten die Messeverantwortlichen. Unter dem Motto „Grüne Verpackung, sauberer Planet“, wird aus Sicht der Messe  Nachhaltigkeit als neues Paradigma wirksam. So werde beispielsweise die Zukunft der Kartonagenherstellung wohl stark von der Nachhaltigkeit geprägt sein. Angesichts der wachsenden Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes könnten deshalb Hersteller vermehrt auf Materialien setzen, die vollständig recycelbar oder sogar kompostierbar seien.

Recycling ist entscheidend

Wo Kunststoff im Einsatz bleiben muss, geht es natürlich auch um dessen Recycling und die Frage, wo sich Rezyklate wirklich sinnvoll einsetzen lassen. Und auch unabhängig von der Messe arbeiten die Hersteller von Kunststoff-Verpackungen mit Hochdruck daran, hier die Situation zu verbessern. Dass das auch so sein muss, daran erinnerte kürzlich das Unternehmen Südpack, beispielsweise Spezialist für hochwertige Verpackungslösungen für Fleisch- und Wurstwaren. Schließlich, so betonte das Unternehmen, trete die PPWR – die neue EU-Verordnung zur Regulierung von Verpackungen und Verpackungsabfällen – in Kraft, die ab dem 12. August 2026 verbindlich angewendet werden und die  Unternehmen zu nachhaltiger, recyclingfähiger und transparenter Verpackung verpflichten soll. Zu den wichtigsten Hebeln für mehr Nachhaltigkeit zählen laut dem Folienhersteller „die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und des CO2-Fußabdrucks durch optimiertes Verpackungsdesign, verbesserte Materialeffizienz und sinnvolle Wiederverwertung der im Markt vorhandenen Kunststofffraktionen“.

Gemeinsam mit dem Handel

Auch vorne mit dabei sieht sich beispielsweise Hersteller Fernholz aus Meinerzhagen. Das Unternehmen weist besonders auf das Gemeinschaftsprojekt von Aldi, Fernholz und Zott  mit dem „Milsani Topi rPS Dairy Cup“ hin. Das Besondere dabei ist laut Unternehmen der Einsatz von FFS-Folie (Form-Fill-Seal). Hier handelt es sich um eine Verpackungsfolie, die die Herstellung der Verpackung, das Befüllen und das Verschließen in einem einzigen, hocheffizienten Arbeitsgang gewährleistet. Als Material kommt Folie aus recyceltem Polystyrol (rPS) zum Einsatz. Damit erfülle man beispielsweise „die anspruchsvollen Retail-, Nachhaltigkeits- und Verbrauchervorgaben“. Besonders auf Papier als Verpackungsmaterial, auch im Bereich Lebensmittel, setzt Koehler Papier. Mit „Koehler NexPlus OGR“ präsentiert das Unternehmen ein Verpackungspapier für Gastro, das sich – fettbeständig und recyclebar – ideal für Burger, Pommes, Wraps und andere Fast-Food-Produkte, eignen soll.