Sie ist ihrem Anspruch als europäische Leitmesse der Tankstellen- und Carwash-Branche erneut gerecht geworden, die UNITI expo 2026 in Stuttgart. Mit über 550 Ausstellern und einer Ausstellungsfläche von rund 45.000 Quadratmetern präsentierte sich die Veranstaltung größer und internationaler. Für Betreiber von Tankstellen und Convenience-Standorten bot die Messe nicht nur einen Marktüberblick, sondern vor allem praxisnahe Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen im Tagesgeschäft.
Ein zentrales Thema war die zunehmende Bedeutung des Shops als wirtschaftlicher Treiber. Während der Kraftstoffverkauf weiter an Relevanz verliert, entwickeln sich Convenience-Angebote, Gastronomie und Zusatzservices zu entscheidenden Frequenzbringern. Dies spiegelte sich sowohl in den ausgestellten Konzepten als auch im Konferenzprogramm wider, das mit Fachvorträgen, Best-Practice-Beispielen und Diskussionsrunden gezielt auf die Transformation der Branche einging.
Mobilitäts- und Versorgungszentren
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die deutlich vergrößerte Future Mobility Lounge. Auf rund 2.000 Quadratmetern präsentierten etwa 50 Aussteller Technologien rund um alternative Antriebe und neue Mobilitätslösungen. Neben etablierten Energieunternehmen, zeigten auch neue Akteure Ansätze, wie sich Ladeinfrastruktur, Shop-Konzepte und digitale Services miteinander verzahnen lassen. Damit wurde deutlich, dass sich Tankstellenstandorte zunehmend zu multifunktionalen Mobilitäts- und Versorgungszentren entwickeln. Auch das Rahmenprogramm unterstrich die strategische Neuausrichtung der Branche. Die Besucherzahl bei den Fachforen zeigte das große Interesse an Themen wie Digitalisierung, Prozessoptimierung und neuen Erlösmodellen.
Impulse lieferten dabei nicht nur Branchenexperten, sondern auch externe Referenten, die neue Perspektiven auf Kundenansprache und Angebotsgestaltung eröffneten.Neben inhaltlichen Schwerpunkten setzte die Messe auch auf verbesserte Aufenthaltsqualität und Serviceangebote. Erweiterte Gastronomiebereiche sowie ein digitales Besucherportal sorgten für eine effizientere Messeorganisation und zusätzliche Mehrwerte für die Teilnehmer.
Hardware, Software und Content
Umdasch The Store Makers präsentierte sich als ganzheitlicher Partner für die Umsetzung moderner Tankstellenshops. Im Fokus stand ein praxisnahes Standkonzept, das einen realitätsnahen Shop-Betrieb simulierte. Gezeigt wurden integrierte Lösungen aus Ladenbau, digitalen Anwendungen und modularen Möbelsystemen, darunter Self-Checkout-Ansätze und flexible Bakery-Konzepte. Besonders hervorgehoben wurde in Stuttgart die Verzahnung von Hardware, Software und Content sowie die vorgestellte Plattform für zentrales Touchpoint-Management im Tankstellenumfeld.
Heinrich Stracke stellte modulare und skalierbare Konzepte für unterschiedliche Standortanforderungen in den Mittelpunkt. Der Uniti-Messeauftritt umfasste unter anderem einen unbemannten Shop mit verschiedenen Automatenlösungen, moderne Sitz- und Aufenthaltsbereiche sowie das Konzept einer Dark Kitchen zur getrennten Speisenproduktion. Ziel war es, neue Erlösquellen zu erschließen und gleichzeitig Prozesse effizienter zu gestalten. Ergänzt wurde das Konzept durch die Zusammenarbeit mit Eccovia, die technologische Komponenten wie Zutrittskontrolle und Gebäudesteuerung zeigte.
Skalierbare Lösungen
Wanzl fokussierte sich mit seinem Auftritt während der Stuttgarter Fachmessee auf die Rolle des Shops als zentralen Umsatz- und Gewinnträger. Auf Basis aktueller Marktdaten zeigte das Unternehmen, wie sich durch integrierte Konzepte aus Ladenbau, digitaler Steuerung und Zutrittssystemen zukunftsfähige Shop-Formate an den unterschiedlichsten Standorten entwickeln lassen. Im Mittelpunkt standen skalierbare Lösungen, die sowohl die Kundenführung verbessern sollen als auch betriebliche Abläufe optimieren und den Betreibern die Geschäftsführung erleichtern können. Cloudbasierte Anwendungen ermöglichten zudem eine zentrale Steuerung und Auswertung der Prozesse.
MCS präsentierte modulare Vermarktungskonzepte zur Steigerung von Frequenz und Ertrag im Shop. Im Fokus standen aufmerksamkeitsstarke Platzierungslösungen für Impulsartikel, Konzepte für frische To-go-Produkte sowie Sortimentsbausteine im Bereich Ready-to-Drink. Die vorgestellten Module zielten darauf ab, sich flexibel in bestehende Shop-Strukturen integrieren zu lassen und unterschiedliche Standorttypen zu bedienen.
Konsistentes Kundenerlebnis
Auf der UNITI expo war auch Tech-Anbieter GK Software zu finden. Das Unternehmen zeigte, wie sich Tankstellen zu Omnichannel-Hubs weiterentwickeln lassen. Im Mittelpunkt stand GK Drive, eine Lösung, die Tankstellen-Betrieb, C-Retail und Gastronomie auf einer Plattform zusammenführt und damit durchgängige Prozesse sowie ein konsistentes Kundenerlebnis ermöglichen soll. Nach ersten Rollouts in den USA, wurde in Stuttgart die europäische Version vorgestellt, die bereits bei mehreren Unternehmen im Einsatz sein soll und alle relevanten Standards erfüllt. Basis ist die Plattform GK Cloud4Retail, die auch bei großen Handelsunternehmen genutzt wird. Für Betreiber bedeutet das laut GK: Verkaufs- und Serviceprozesse lassen sich über alle Touchpoints hinweg zentral steuern – von der Kasse über Self-Checkout bis zu Click & Collect. Statt Insellösungen setzt GK auf Integration. GK Drive bündele alle Geschäftsbereiche und sorge so für mehr Effizienz im Tagesgeschäft. Technisch basiert die Lösung auf einer offenen, modularen Architektur mit Microservices und standardisierten Schnittstellen. Das soll Erweiterungen und Anpassungen erleichtern, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Gleichzeitig ist das System cloud-native ausgelegt und auf hohe Transaktionsvolumina vorbereitet.
Ergänzt wird das Portfolio des Unternehmens durch das Konzept GK Engage. Die Lösung soll Kundenpräferenzen in Echtzeit analysieren und personalisierte Angebote über alle Kontaktpunkte hinweg aktiv unterstützen. Für Händler das Möglichkeiten eröffnen, die Relevanz entlang der Customer Journey zu steigern.
Strategische Partnerschaft
Aryzta Food Solutions nutzte die Fachmesse gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen The Retail Marketeers, um eine neue strategische Partnerschaft vorzustellen. Ziel der Kooperation soll eine stärkere Positionierung des Backwaren- und Foodservice-Herstellers im deutschen Convenience- und Tankstellenmarkt sein. Im Mittelpunkt stehen dabei, nach Aussage der beiden Partner, Vermarktungsansätze für Foodservice-Angebote sowie die Weiterentwicklung von Shop-Konzepten mit dem besonderen Fokus auf Backwaren und Snacks.
Die Fachmesse sowie die in Stuttgart vorgestellten Konzepte und Lösungen zeigten einmal mehr, dass es für Convenience-Händler zunehmend entscheidend wird, ihre Standorte flexibel und kundenorientiert auszurichten.