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Anuga Die Hundertjährige setzt auf Startups

Die Anuga feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen und zeigt im Jubiläumsjahr wieder aktuelle Trends der internationalen Lebensmittelbranche – auch für den Convenience-Markt. In Köln werden sich auch spannende Startups präsentieren.

7.400 Aussteller aus rund 100 Ländern in insgesamt elf Messehallen, davon mehr als 2.800 Hersteller, die in ihrem Portfolio Produkte mit Convenience-Character anbieten: Vom 5. bis 9. Oktober 2019 gibt die Anuga in Köln wieder einen Überblick über internationale Entwicklungen der Lebensmittelbranche. In den vergangenen Jahren ist auf der Messe, die als weltweit größte Fachmesse für Lebensmittel und Getränke gilt, die Zahl der Convenience-Produkte stetig angestiegen. Das bestätigt auch die Koelnmesse selbst. So gibt es während der Veranstaltung ein interessantes Rahmenprogramm rund um dieses Themenfeld.

Ein Trendthema der Anuga lautet „Ready-to-eat“. Wie eine Studie von Innova Market Insights zeigt, haben sich Inhaltsstoffe und Nährstoffgehalt der Produkte dieser Kategorie verändert. Der Grund: Verbraucher greifen verstärkt nach gesunden, gut verträglichen, leckeren Snacks in handlicher Verpackung. Viele Produkte hätten einen hohen Proteingehalt und enthielten viele Ballaststoffe. Geschmacksempfinden und authentische Aromen haben bei Snacks obere Priorität, ergab die Studie.

Fertiggericht-Hersteller „Vital Convenience“ aus Erkelenz, zum Sortiment gehören Frikadellen, Burger und Co., setzt zum Beispiel auf Produkte ohne Geschmacksverstärker sowie Farb- und Konservierungsstoffe. Die Blue Elephant Fine Food Catering aus Belgien produziert frische Thai-Ready-To-Eat-Mahlzeiten, hergestellt nach original thailändischen Rezepten und frischen Zutaten, die aus Thailand importiert werden.

Die Snack-Kategorie wächst
Auch die Zahl der Bioprodukte wächst. 2018 waren laut Koelnmesse 58 Prozent aller Neueinführungen aus Europa mit Biosiegel versehen. Die am schnellsten wachsende Kategorie sind demnach die Snacks, mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 18,6 Prozent. Die Anuga Organic und der Organic Market bieten Fachbesuchern, so der Veranstalter, ein breit aufgestelltes Bio-Angebot aus dem In- und Ausland mit deutlichem Exportfokus. Auf biologische Smoothies und Säfte setzt beispielsweise das polnische Unternehmen „Biopoland“. Demnach sind die Produkte vollständig biologisch, enthalten keinen Zucker und kein Konservierungs- oder künstliche Zusatzstoffe. Die Sonderschau „ Anuga Organic Market “ in der Halle 5.1 bietet laut Koelnmesse ein breites Spektrum an biozertifizierten Produkten für den Food-Handel. Erstmals dabei sind unter anderem der spanische Hersteller Sempio Foods, der Gewürze, Soßen und Zutaten für Gerichte der asiatischen Küche anbietet. Aus Deutschland ist das schon bekanntere Startup Littlelunch vertreten, ein junges Unternehmen, das sich auf Bio-Suppen spezialisiert hat.

Die Kategorie „Frei von“ wird bei Konsumenten immer beliebter, so die Studie. Glutenfreie Produkte stechen dabei besonders hervor: So war im vergangenen Jahr laut Studie eines von vier Fertiggerichten und To-go-Produkten glutenfrei. Das entspricht einem Jahreswachstum von 37,2 Prozent. Nach Regionen betrachtet liegt, so die Untersuchung, Europa bei der Einführung neuer Frei-von-Produkte vorne, während Nordamerika im Vergleich dazu nur halb so viele Produkte dieser Kategorie eingeführt habe.

Auf „Frei von“ setzt beispielsweise auch das im Jahr 2012 gegründete Startup „Happy Cashew“ aus Cuxhaven, das erstmals auf der Anuga vertreten ist. Das Unternehmen stellt „Käse“ aus Cashewkernen her. Das soll eine verträglichere Alternative zu Käse aus Kuhmilch sein. Die Produkte, zu denen auch „Cashewgurts“ sowie Drinks zählen, sind demnach gluten- und lactosefrei, vegan und haben Bio-Qualität.

Startups und Rahmenprogramm
Startups auf der Anuga, das ist neu: Erstmals bietet die Leitmesse in diesem Jahr mit der „Startup-Arena“ neuen Geschäftsideen die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Darunter zum Beispiel der Frubacca , einer landwirtschaftliche Genossenschaft, die frische Obst- und Gemüsesäfte herstellt. Auch das britische Startup-Unternehmen Holy Moly ist dabei. Es produziert verschiedene natürliche Dips und Snackprodukte, die nach Herstellerangaben schmecken, als seien sie hausgemacht. Alle Produkte sind nach Herstellerangaben vegan und frei von Allergenen sowie Konservierungsmitteln.

Auch das Rahmenprogramm der Anuga hat für Player aus dem Convenience-Markt einiges zu bieten: Mit neuesten Strategien und Trends im Online-Lebensmittelgeschäft beschäftigen sich internationale Referenten beim „E-Grocery Congress“ am vorletzten Messetag, dem 8. Oktober 2019. So geht es unter anderem auch bei Federico Sargenti, CEO bei Supermercato24 aus Italien, um „Lebensmittellieferung am selben Tag: Steigende Erwartungen der Kunden in der digitalen Ära und wie sie erfüllt werden können.“

Vipul Parekh, Co-Founder und CMO bei Big Basket in Indien, referiert zu „Lebensmittelhandel 2.0: Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens im Online-Lebensmittelhandel“. Siddharth Nambiar, Director Prime Now, Amazon in Indien, gibt hier einen „Ausblick auf das zukünftige Verhältnis zwischen Lebensmittelhandel und Gesundheit“.

Produktneuheiten und Toptrends
Die wichtigsten Produktneuheiten, auch für den Convenience-Markt, erleben Besucher, wie schon vor zwei Jahren, im Rahmen der Anuga Taste Innovation Show: Aus den angemeldeten neuen Produkten wählt eine Fachjury, bestehend aus Marktforschern und Journalisten, die Top-Innovationen der Branche, erläutert die Koelnmesse. Die Ergebnisse werden auf dem Boulevard Nord vor Halle 7 im Rahmen einer Sonderschau präsentiert.

In der „Anuga Trend Zone“, der zentralen Vortragsbühne der Leitmesse, erwartet die Besucher ein Expertenteam von Innova Market Insights sowie Euromonitor und liefert interessante Analysen zur Entwicklung der Nahrungsmittel- und Getränkebranche. Vorträge gibt es zum Fach-Themen wie „Top Ten Trends 2019“, „Generations: What they eat, what they need“ und „Megatrends in global food.“ Zudem bietet die Anuga geführte Messetouren, sogenannte Guide Tours, mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten an. Für Betreiber von Convenience-Shops könnten die Touren zu „Healthy Snacking“ oder „Frozen Foods“ sinnvoll sein.