Inhaltsübersicht
Worauf kommt es bei Flexibilität vor allem an?
Eichinger: Es geht um Häufigkeit der Belieferung und Flexibilität in den Tourenplänen. Je mehr Standorte man hat und damit auch bestimmte Regionen besser bedienen kann, umso mehr kann man den Anforderungen der Kunden gerecht werden. Auch die haben ihre Zeitfenster für bestimmte Aktivitäten. Die können wir noch besser nutzen. Unsere Kunden haben einen sehr hohen Personalkostenanteil. Deshalb ist es wichtig, der Personaldisposition zu entsprechen. Die Ware sollte kommen, wenn genug Mitarbeiter da sind, um sie entgegenzunehmen. Diese Dinge können wir mit einer Optimierung der Logistik noch besser gestalten.
Der alte Spruch ‚Retail ist Detail‘, trifft für Ihr Geschäft mit Convenience-Shops in ganz besonderem Maße zu. Ist die Beachtung dieser Regel auch ein Stück Erfolgsgeheimnis der MCS?
Eichinger: Ja, denn Sie müssen die ganze Bandbreite der Kunden sehen, die von uns beliefert werden. Viele denken nur an Rastanlagen, wenn es um die Belieferung von Tankstellen geht. Die liegen natürlich sehr praktisch und machen gute Umsätze. Aber das Hauptgeschäft der Tankstellen findet woanders statt. Die sind verteilt im Bayrischen Wald, irdendwo in Niedersachsen oder in der Innenstadt von Köln. Die Anlieferbedingungen variieren hier sehr stark. Wenn man dann noch planen muß, wie man beispielsweise einen Convenience-Store am Bahnhof in der Rush-Hour beliefern kann, wo man die Ware auch noch über Aufzüge transportieren und dabei aufpassen muss, dass währenddessen niemand den LKW leerräumt, dann ist das eine ganz andere Situation. An Flughäfen sind darüber hinaus die ganzen Sicherheitsanforderungen deutlich gewachsen. Das logistische Convenience-Geschäft ist extrem komplex, und wir haben noch gar nicht über die unterschiedlichen Temperaturzonen gesprochen, die wir beachten müssen.
Wie regional unterschiedlich ist das Convenience-Geschäft in Deutschland?
Eichinger: Ich glaube, dass die Convenience-Kultur, um sie mal so zu nennen, weniger von den Regionen abhängig ist, sondern eher von dem unterschiedlichen Urbanitätsgrad. Was die Sortimente und die Anforderungen der Shop-Kunden angeht, da sind sich große Stationen in München, Berlin oder Düsseldorf sehr, sehr ähnlich. Vergleichbare Anforderungen gibt es auch bei Tankstellen-Shops im bayrischen Wald, in der Eifel oder auf dem Dorf in Schleswig-Holstein. Dasselbe gilt für Shops in Bahnhöfen vergleichbarer Lage und Größe.
Welche Rolle spielen regionale Produkte?
Eichinger: Wir beobachten durchaus, dass das Thema Regionalität an Gewicht gewinnt. Früher gab es die Tendenz, die Dinge zu vereinheitlichen. Inzwischen sagen aber auch immer mehr überregional tätige Kunden, dass sie sich mit regionalen Produkten profilieren wollen.
Als Sie die Geschäftsführung der MCS übernommen haben, haben Sie von Anfang an deutlich gemacht, dass neben der Belieferung auch die konzeptionelle Beratung der Kunden im Mittelpunkt steht. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Eichinger: Das ist unser Job und damit unterscheiden wir uns auch von anderen. Die Hygienefaktoren müssen natürlich passen: Die Ware muss zum richtigen Preis zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das setzen unsere Kunden voraus. Und auch, dass wir die richtigen Sortimente führen, ist ganz klar. Differenzieren können wir uns nur damit, dass wir die Schippe oben drauflegen, indem beispielsweise unser Außendienst die notwendige Beratungsleistung bringt, regelmäßig vor Ort ist und den Kunden unterstützt. Er muss ihm mit Shop-Optimierungen beistehen und dafür sorgen, dass der Kunde mehr Umsatz macht.