Californian Coffee Viel mehr als Kaffee

Weltweit gibt es bereits mehr als 1.000 Coffee-Stores, doch in Europa sind sie noch gänzlich unbekannt: The Coffee Bean & Tea Leaf. Das wird sich jetzt ändern. In Köln hat der erste Store eröffnet.

Samstag, 27. April 2013 - Foodservice
Martin Eschbach
Viel mehr alf Kaffee

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Sie sind jetzt auch in Deutschland anzutreffen: Die Kaffee-Bohne und das Tee-Blatt. Was zugegebenermaßen in dieser Sprache merkwürdig klingt. Gut, dass die Kette ursprünglich aus Kalifornien stammt und ihren Namen mit nach Deutschland nimmt: The Coffee Bean & Tea Leaf. Erstmals eröffnete das Unternehmen jetzt ein Outlet in Deutschland. In Köln. Es ist sogar der erste Store in ganz Europa. Und das, obwohl die Idee ursprünglich von hier kommt: Sie entstand während einer Europareise der Gründer Herb und Mona Hyman. Nachdem sie zahlreiche Cafés aufgesucht hatten, entschied sich das Paar ein eigenes Konzept nach Kalifornien zu bringen. So eröffneten sie ihren ersten Coffee-Shop 1963 in Los Angeles. Bis dato gab es dort nur die typische Kaffee-Plörre von der Warmhalteplatte. In den USA ist das Unternehmen bis heute zur zweitgrößten Coffee-Shop-Kette gewachsen und seit den 90er-Jahren im Besitz eines ehemaligen indonesischen Franchise-Partners. Denn Coffee Bean & Tea Leaf expandierte nicht nur an der amerikanischen Westküste, sondern auch in Asien. Rund die Hälfte der insgesamt 1.000 Stores sind dort anzutreffen.

Der Standort Köln, wo der Europa-Pilot vor wenigen Wochen eröffnet wurde, ist dabei kein Zufall. „Die Stadt steht wie keine andere in Deutschland für die Werte Offenheit und Toleranz, die auch bei The Coffee Bean & Tea Leaf Grundpfeiler der Firmenphilosophie sind“, erläutert Marco Wild, Geschäftsführer der California Coffee GmbH, Master Franchise-Nehmer für West-Deutschland und gebürtiger Kölner mit reichlich Erfahrung im System-Gastronomie-Markt. Unter anderem war er längere Zeit für Subway tätig. Dies ist jedoch der erste Schritt in die Selbstständigkeit. Entsprechend viel Zeit verbringt er im Store. Rund 300.000 Euro hat er in Einrichtung und Ausstattung investiert. Hochwertige Materialien, natürliche Farben, Ledersessel, Holztische, modernes Design und eine anspruchsvolle Verkaufstheke sollen dafür sorgen, dass sich die Gäste wohl fühlen. Auf zwei Etagen stehen rund 50 Sitzplätze zur Verfügung.

Zu den Investitionen in den Store kommt natürlich noch eine ordentliche Summe für den exklusiven Lizenzvertrag. Im Hintergrund hat Wild private Investoren, die ihn finanziell bei seinem Vorhaben unterstützen. Über die Höhe der tatsächlichen Gesamt-Investitionen will er jedoch nichts sagen. Aber Wild geht natürlich davon aus, dass es sich mittelfristig bezahlt macht. Immerhin sieht der Manager ein Potenzial von bis zu 60 Stores in seinem Gebiet. „Im Gegensatz zu Hamburg, München oder Berlin, wo der Markt schon ziemlich gesättigt ist, gibt es hier noch reichlich Potenzial“, ist er überzeugt. In Frage kommen beispielsweise Städte wie Bonn, Düsseldorf und die Metropolen im Ruhrgebiet. Doch zunächst will sich Wild auf diesen einen Shop in Köln konzentrieren und diesen so richtig an’s Laufen bringen. Kostendeckend würde er bereits arbeiten. Allerdings dürfe man seine 120 Wochenarbeitsstunden nicht einrechnen. Auch gäbe es noch keine berechenbare Regelmäßigkeit, was die Planung mit Personal und Frische-Artikeln erschwert. „Jeder Montag war bisher anders“, beschreibt Wild die Lage. Dennoch ist er zuversichtlich, dass er ab Mitte des Jahres in die Planung für weitere Standorte gehen kann und Ende 2013 weitere Neueröffnungen anstehen. Zunächst ebenfalls in Köln.